BOARDSTEIN LEBT KOLUMNE – LAST TRY NR. 13
16. August 2009 | Von Arne | Kategorie: Magazin LikeSeit gut einem Monat ist die neue Ausgabe vom Last Try Magazin erhältlich, die Nr. 13. Nach meinem Interview im letzten Heft gibt es nun zum ersten Mal so etwas wie eine Kolumne von mir dazu. Das Ganze wurde sogar statt der ursprünglichen zwei auf drei Seiten aufgeblasen und Chefredakteur Gernot Kinast meint, das Feedback zu meinem Geschribsel ist genau so, wie er es sich erhofft hatte, klare Fronten mit gespaltenen Lagern, pro und contra. Wir haben hier über die Webseite sogar auch schon einen Kommentar erhalten, also scheint es die Leute ja tatsächlich bewegt zu haben, was ich da so an einem Sonntagnachmittag ein paar Stunden vor Deadline einfach so runtergeschrieben habe, das freut mich natürlich sehr. Da die meisten von euch wahrscheinlich eher nicht in den Besitz dieser Ausgabe gelangen werden, gibt es das alles hier bei uns jetzt auch zu lesen. Ich bin gespannt, was die deutsche Leserschaft so dazu sagt, also laßt euren Kommentaren freien Lauf, denn davon lebt diese Webseite schließlich auch…
Moin erstmal!
Ich will nicht übertreiben, aber nachdem ich neun Jahre lang mein eigenes Magazin gemacht habe, ist es schon ein bißchen komisch, jetzt eine Kolumne in einem anderen Heft zu schreiben. Aber was heißt schon Kolumne? BOARDSTEIN lebt, also schreibe ich einfach mal drauf los…
Als ich mit Gernot telefoniert hab`, ob es denn etwas themenspezifisch Spezielles für diese Ausgabe geben würde, soll heißen, wie ich denn jetzt dieses Kolumnen-Ding angehen solle, einigten wir uns darauf, daß ich einfach mal einen Kommentar ? ganz neudeutsch auch ‘Statement’ genannt ? zum aktuellen Stand von Skateboarding schreibe. Klar, null problemo, ein zeitloses Thema, zu dem mensch immer was schreiben kann, und man muß nicht mal objektiv sein, denn es ist ja ein Kommentar. Ich als alter Perfektionist dachte also nach, wie geh` ich das Ganze am besten an, und dann dachte ich weiter nach und nach und kam zu dem Schluß, daß irgendwie gerade überall jeder seine Meinung zur Situation von Skatboarding in den dazugehörigen Medien abgibt, oder bildete ich mir das nur ein? Ich mein`, durch die Weltwirtschaftskrise (ich wollte dieses Wort hier eigentlich vermeiden), sind alle nur am Jammern, und das Schlimme ist, daß ich nach wie vor nicht drumherum komme, mich mit Skatemagazinen und -videos einzudecken, aber das war mir auch vorher klar, als ich lange wußte, daß wir unser Magazin einstellen würden. Ich würde nicht einfach aufhören können, mich auf dem Laufenden halten, was in Skateboarding abgeht, und dummerweise bin ich diesbezüglch komplett übertrieben oldschool. Ich lese sämtliche Magazine, die ich irgendwiewo erstehen kann – und das sind heutzutage ganz schön viele – mehr oder weniger von vorne bis hinten durch, einfach weil ich gerne lese, und zwar am liebsten Magazine, deswegen war es damals ja auch nur eine logische Weiterentwicklung, selbst mal eins zu machen.
Was ich sagen will ist, ich zieh` mir meine Infos und mein Wissen nicht aus dem Internet, außer Emails schreiben und dem nötigsten Übel treibe ich mich nicht wirklich dort herum, ganz schön doof, denn das ist quasi umsonst, und alles andere muß man sich kaufen oder sonstwie besorgen, und glaubt mir, ich habe gerade gar kein Geld. Aber über Geld spricht man sowieso nicht, deswegen jetzt hier mal die tolle Überleitung zu Skateboarding, denn ich wollte ja einen Kommentar dazu ablassen. Also Skateboarding ist affentittengeil, kennt jemand noch diesen Ausdruck aus den `80ern? Ich mein`, was ist an Affentitten so geil? Viel geiler ist Skateboarding, denn das ist das Geilste, was es gibt, und damit meine ich nicht nur das selbst auf dem Board stehen und rollen, sondern die ganzen tollen Sachen, die unser aller Lebensinhalt nun mal so mit sich bringt. Ich bin jetzt zu diesem Moment, wo ich diesen Text zum ersten Mal tippe, seit ziemlich genau drei Monaten komplett Hamburger, soll heißen, ich wohn` jetzt richtig fest hier.
Und Hamburg ist ein gutes Beispiel für eine Stadt, in der Skateboarding nur so vor Leben sprudelt. Wir haben noch in unserer letzten Ausgabe in einer Bildunterschrift auf den Photoseiten behauptet, es sei die heimliche Skatehauptstadt Deutschlands, und das würde ich auch jederzeit wieder so unterschreiben, hab` ich auch schon seit Jahren, als ich noch gar nicht hier gewohnt habe. Und diese Ausage ist aus meinen subjektiven Augen objektiv und nicht nur stumpfer Lokalpatriotismus. Aber wir sind hier nicht bei BOARDSTEIN und passen die Seitenzahl eines Artikels den geschriebenen Wörtern an, sondern müssen uns halbwegs kurzfassen, deswegen spar` ich mir dieses Thema für unser erstes Buch auf, denn, ja, wir arbeiten gerade an unserem ersten Buch, daß wir im BOARDSTEIN Verlag rausbringen wollen. Und das ist im Skateboarding gerade voll angesagt, Bücher machen, alle machen irgendwie Bücher. Es gab noch nie so viel Fachliteratur zu lesen und begutachten wie heutzutage, und das liegt nicht nur daran, daß es aufgrund der tollen Globalisierung und eines dadurch entstandenen Preiskrieges in sämtlichen Sparten sogar möglich und bezahlbar ist, Bücher rauszubringen. Vielmehr kommt das dadurch, daß Skateboarding älter wird und es viele Leute gibt, die schon seit 20, 30 Jahren dabei sind und ihr Wissen, ihre Ansichten, Geschichten oder Photos mit anderen teilen wollen. Und das ist gut so, denn es gibt viel zu erzählen und zu zeigen, Skateboarding hat inzwischen eine richtige Geschichte, die es den Jüngeren und Neueren im Bunde mitzuteilen gilt.
So gesehen ist Skateboarding so fett wie nie zuvor, ganz egal, ob Companys ihre Budgets kürzen, Teamfahrer entlassen müssen, traditionsreiche Contest aufgrund mangelnder Sponsoren nicht mehr stattfinden können oder großartige Magazine eingestellt werden, weil der Anzeigenmarkt nicht genug Potential hat, die mannigfaltigen Publikationen zu unterstützen. Aber Skateboarding an sich ist fett und steht in voller Blüte. Schaut euch einfach mal die zahlreichen Magazine und DVD-Veröffentlichungen an, was da abgeht, hätte man sich vor ein paar Jahren noch nicht erträumen können, und das ist auch der Hauptgrund, warum ich mich diesbezüglich immer noch auf dem Laufenden halte. In jedem neuen Magazin gibt es Photos und Sequenzen, die mich einfach umhauen, Tricks und Kombinationen, die direkt aus den Videospielen kommen könnten. Übertechnische Handrail-Manöver, Fliptricks an riesigen Gaps und Stufen und Curb-Combos, die einen sich selbst fragen lassen, wie ein Körper so komplexe Bewegungen in Sekundenschnelle durchführen kann und wo man überhaupt noch die Kreativität hernimmt, Sachen zu machen, die man vorher noch nie gesehen hat. Dazu kommen Skater, die nach drei Jahren fünfmal so gut fahren wie man selbst nach 20 Jahren harter Arbeit und einen verzweifeln lassen, aber gleichzeitig auch motivieren, weiterhin Vollgas zu geben. Ganz zu schweigen davon, daß es immer Leute gibt, die alles fahren können, also Street und Transition, und zwar ordentlich.
Und Gas geben tun auch nach wie vor die zahlreichen alten Hasen, die schon Pro waren, als unsereins zum ersten Mal ein Skatemag in die Hände bekommen hat, und heute noch genauso gut und besser skaten als damals. In Skateparks sieht man immer häufiger Väter, die mit ihren Kindern zusammen skaten gehen, ein Phänomen, das es so vor ein paar Jahren noch nicht gab, aber zeigt, wie einzigartig das ist, was wir tun, denn generationsübergreifend war das, was wir alle am liebsten tun, schon immer. Natürlich sieht man auch Väter mit ihren Kids Fußball spielen oder Ähnliches, aber stumpf einen Ball durch die Gegend kicken kann jede(r), Skateboardfahren jedoch nicht, und die Jungen lernen von den Alten und sind sehr schnell besser als diese.
Die besten Skater, und das sind nicht wenige, verdienen zur Zeit richtig gutes Geld und können tatsächlich von ihrem Hobby leben und sogar nebenbei was für eine sorglose Zukunft beiseite legen. Skaten ist ständig im Fernsehen, Skater machen Fernsehshows und Städte und Gemeinden begreifen allmählich, daß sie uns nach all den Jahren einfach nicht mehr ignorieren und im Gegenteil sogar von uns profitieren können. Dadurch entstehen überall neue Skateparks und sogar in Mitteleuropa hat man inzwischen verstanden, daß es einfach nicht damit getan ist, eine Asphaltfläche mit drei Fertigteilrampen zu versehen und zu hoffen, daß die Skater sich damit zufrieden geben. Und mehr gute Skateparks bedeuten, es wird immer mehr Skater geben und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Wie gesagt, Skateboarding ist so fett wie noch nie und das ist gut so, denn wir wissen ja schon lange, daß es nichts Besseres gibt als Skateboarding, und es ist schön, daß wir endlich als Skater den Respekt bekommen, den wir schon lange verdienen.

Aber das Ganze bringt auch ein Problem mit sich, denn während man sich vor 10, 15 Jahren noch sicher sein konnte, in einem jeden Skater eine Art Blutsbruder zu haben, ist heutzutage nicht mehr viel davon übrig. Seit ein paar Jahren scheint sich unsere Gemeinde immer mehr aufzuspalten, nämlich in Skater und solche Leute, die nur Skateboard fahren, womit ich Letztere jetzt nicht einmal verurteilen will. Aber irgendwie vermisse ich doch die Zeiten, als man als Skater noch etwas Besonderes war und größtenteils von normalen Menschen verachtet wurde, weil sie nicht verstanden haben, was wir tun und wofür wir leben. Ausgenommen man gehört zur austerbenden Brut der Halfpipefahrer, ist es inzwischen unmöglich, sich nur noch im Untergrund zu bewegen, und man kommt am sogenannten Mainstream einfach nicht mehr vorbei. Mich persönlich nervt das sehr und viele werden das nicht verstehen, und zwar einfach aus dem Grund, daß sie damals nicht dabei waren. Damals als es nicht an jeder Ecke einen Skatepark oder -shop gab, als man froh war, in seiner Stadt wenigstens ein oder zwei Gleichgesinnte zu haben und von Autoprolls gejagt und von Mädchen belächelt wurde, einfach nur weil man Skater war.
So will ich ganz sicher nicht zu den Nörglern gehören, die immer sagen, früher war alles besser, aber es war halt anders und viele Skater meines Jahrgangs fuhren damit einfach besser. Man fühlte sich auch irgendwie verpflichtet, die Industrie, die damals noch größtenteils von Skater geführt wurde, zu unterstützen, alleine schon, weil man sich mit den Marken und Klamotten von der Allgemeinheit abgrenzen konnte und gleichzeitig damit eine Identität bekam. Heutzutage müssen Produkte vor allem eins sein, nämlich billig, und wenn ich wie letztens gerade mal wieder einen Yuppie mit einem Independent T-Shirt aus einem dicken Mercedes steigen sehe, würde ich am liebsten hingehen, ihm auf die Windschutzscheibe kotzen und mit erhobener Faust dazu nötigen, das Teil auszuziehen. Typ, du hast das nicht verdient, zieh` es aus, sonst mach` ich dir Beine! (Je nach Alkoholspiegel im Blut sind solche Situationen tatsächlich schon vorgefallen.) Und klar ist es irgendwie lächerlich, sich über sowas aufzuregen, aber irgendwie halt auch nicht, man versteht`s halt nur, wenn man weiß, was früher war.
Ich denke, gerade deswegen und um uns ein bißchen Individualität und vor allem Radikalität, auch ohne Board unter den Füßen, zu bewahren, ist es heute so wichtig, daß wir uns und denen, die`s nicht besser wissen können, solche Tatsachen immer wieder vor Augen führen. Sonst würde ich mich beim Schreiben dieser Zeilen auch wie ein besserwisserischer alter Mann fühlen. Aber das tue ich nicht, weil ich all die schönen Dinge, die Skateboarding heute zu dem machen, was es ist, zu schätzen weiß. Aber ich weiß auch, warum ich nach all den Jahren immer noch skate. Weil es höllisch Spaß macht vor allem, keine Frage, aber auch weil es einfach in meinem Blut ist, eben weil es früher so viel anders und schwerer war, sich als Skater durchzusetzen und dafür geradezustehen.
Und wenn ich mir dann die vielen Interviews und Artikel in Magazinen durchlese, ärgere ich mich immer wieder, mit was für Vollidioten ich heutzutage meinen Lebensinhalt teilen muß. Mit Typen, die mehr Geld für ihre Gaderobe ausgeben als fürs Equipment, mit Typen, die sich im Skatepark ihre Chill-Schuhe aus und ihre Skateschuhe anziehen, um dann nach der Session mit dem Auto nach Hause zu fahren, und ein durchschnittliches, langweiliges Leben führen. Typen, die keine eigene Meinung haben und außer Skateboarding keinerlei andere Interessen, die sich aufführen, daß es mir peinlich ist, weil heutzutage die Allgemeinheit denkt, so sind Skater heutzutage. Hey, jedem das Seine, leben und leben lassen, aber ich schreibe hier einen Kommentar und das ist nun mal meine Meinung. Was die Leser darüber denken, ist mir relativ egal, denn ich weiß, daß es ein paar Leute geben wird, die mir zustimmen, und deren Meinung bedeutet mir was. Nicht weil es einfach ist, sich nur mit Leuten einzulassen, die derselben Meinung sind wie ich, sondern weil ich weiß, daß diese Leute verstanden haben, worum es im Skateboarding geht, und mir ist durchaus bewußt, daß jeder seine eigene Definition von Skateboarding hat und haben sollte. Aber wenn man nur die eine Seite kennt, nämlich die, wie es heute ist, kann man nun mal nicht hundertprozentig mitreden, gerade wenn man sich nicht die Bohne dafür interessiert, wie es früher einmal war.
Und da fängt man natürlich zwangsläufig irgendwann an, sich im Kreis zu drehen oder sich womöglich selbst zu widersprechen, aber ich denke, die Hauptursache für diese Misere im Skateboarding, dem es eigentlich so gut geht wie nie zuvor, liegt in den Skateboardmedien selbst, denn deren Aufgabe ist es nun mal, über Skateboarding zu berichten, und zwar in allen seinen Facetten. Aber das tun leider nur die Wenigsten und auch wenn es in den meisten Magazinen heutzutage zum guten Ton gehört, auch eine Rubrik im Heft zu haben, die sich mit unserer Geschichte auseinandersetzt, so geschieht das in den meisten Fällen nur halbherzig und in einer mehr oder weniger überflüssigen Art und Weise. So wird jüngeren Skatern gar nicht die Chance gegeben, sich mal ein anderes Bild von dem zu machen, was wir alle so lieben, und das ist einfach nur schade, denn unsere Vergangheit ist so bunt, vielfältig und einzigartig, daß es wirklich lohnt, sich mal damit auseinanderzusetzen.

Und ich weiß, es geht beim Skaten vor allem in erster Linie darum, mit dem Board Spaß zu haben, auf seine ganz eigene Art und Weise, das ist ja das Schöne daran, daß es keine Regeln gibt. Aber ich kann in diesem Punkt einfach nicht objektiv sein, denn seit ich skate und mich mit Magazinen und Videos beschäftige, hat mich immer das ganze Paket interessiert. Nicht nur das Skaten selbst, sondern auch die einzigartigen Charaktere, Produkte und Möglichkeiten, die das Ganze mit sich bringt, aber das scheint heutzutage kaum noch jemanden zu interessieren, das merkt man ja schon daran, wie wenig Skatemagazine heute noch gekauft und gelesen werden. Und ohne jetzt über das Internet schimpfen zu wollen, aber so richtig fundiertes Wissen kann man sich da einfach nicht aneignen, zumindest nicht im Skateboarding, denn dafür ist das, was da geboten wird, einfach zu oberflächlich, genauso wie die meisten Skater unserer heutigen Zeit.
Und das ist ein Teufelskreis, denn wer nichts wissen will, bekommt nichts geboten, und wer etwas bietet, wird nicht gekauft, um es mal auf eine simple Formel zu bringen. Lesen generell ist ja total out und allgemeine Volksverdummung, gerade unter Skatern, inzwischen zu einem echten Problem geworden. Und das Ganze würde mich wahrscheinlich nicht mal stören bzw. wäre mir nicht mal bewußt, wenn ich nicht wüßte, daß es früher eben anders war, um nicht zu sagen besser. So haben wir heutzutage eine Szene, die so produktiv, vielfältig und eben einfach groß ist wie nie zuvor, aber die Frage ist, ob man überhaupt noch von einer Szene sprechen kann. Denn ich sehe Cliquenbildung, Konkurrenzdenken, Neid und Mißgunst an allen Fronten, aber der einstige Zusammenhang unter uns Skatern, der früher so ausgeprägt war, ist dabei scheinbar irgendwie auf der Strecke geblieben. Doch das liegt wahrscheinlich hauptsächlich nur daran, daß Skateboarding nun mal einfach so fett ist, wie es heute ist, und das alles unter einen Hut zu kriegen, ist dann wohl irgendwie unmöglich. Ich frage mich, was es heutzutage bedarf, um dieses Zusammengehörigkeitsgefühl wieder herzustellen, vielleicht sowas wie eine staatliche Helmpflicht oder ein allgemeines Verbot von Skateboarding auf öffentlichen Straßen, aber das Gros der verkifften, Playstation spielenden und kurzsichtigen Skater dazu zu kriegen, gegen so etwas gemeinsam auf die Straße zu gehen, halte ich für Utopie. Denn viele wollen einfach nur skaten und sich selbst auf YouTube abfeiern, aber sonst nichts dazu beitragen oder leisten, und so entgleitet uns als Skatern immer mehr die Kontrolle über das, was uns so lieb ist, und das kann einfach nicht gut sein.
Und wer sich nun fragt, ob so eine Kolumne hier wirklich Sinn macht, dem sei gesagt, daß es immer besser ist, etwas in Frage zu stellen, als einfach alles so hinzunehmen, wie es ist, denn ein Optimum ist nie zu erreichen, aber immer anzustreben, zumindest wenn einem etwas am Herzen liegt. Und ich gehe davon aus, Skateboarding liegt euch am Herzen, wenn ihr dieses Magazin in den Händen haltet und es sogar geschafft habt, diesen Text von vorne bis hinten durchzulesen. Was du nun draus machst, liegt ganz bei dir, aber laß` dir gesagt sein, daß Skateboarding genau davon lebt, nämlich einzigartig zu sein und individuell, deswegen ist alles besser, als einfach nur Bilder anzugucken und sich zu freuen, was man alles Tolles auf so einem Brett anstellen kann. Denn selbst wenn es dich weiterbringt, uns allen zusammen ist damit noch nicht geholfen, denn Fortschritt ist zwar schön und gut, aber auch nicht das Non Plus Ultra…
In diesem Sinne bis zum nächsten Mal, ich geh` jetzt skaten und puste mir damit den Kopf wieder frei.
Arne

Wahre Worte. Ich war nie Teil einer Clique, weder auf dem Schulhof noch im Skatepark. Für alles zu spät, zu naiv, zu eigen. Freunde ja, Szene nein. Daher kann ich auch nicht sagen, daß mir dieses eingeschworene familiäre fehlt, obwohl ich sehr gut verstehen kann wie wertvoll es ist genau das zu bewahren. Skateboarding is riesig und im Grunde ein Spiegelbild der Gesellschaft im Kleinen. Großmäuler und Dumpfbacken entscheiden über den Look und das Image und die Corekids scheissen drauf, bauen sich selber was zum Skaten, gehen auf Kellerkonzerte und leben wild und gefährlich. Die Bandbreite von den X-Games bis zu Flat Black Records is so groß, da muß ich gar nicht versuchen mit jeder Kackbirne, die das Maul im Skatepark nicht aufkriegt und aussieht wie 3-Tage-Regenwetter aber Hauptsache cool gut Freund zu sein. Aber wenn ich nach einer Session im Park oder sonstwo dreckig und fertig nach Hause komme und mit ner Flasche kühlem Bier unter der Dusche stehe und noch das Kläffen der Achsen beim Grinden im Ohr habe, dann weiß ich genau: Egal was irgendwelche Deppen denken oder machen, dieses Gefühl werden sie niemals eindosen und verkaufen können, um es sich in ihrem verfickten Reihenhaus auf den Kamin zu stellen.
Ich stimme dir in vielem zu, bin selbst seit 89 dabei und vermisse die Zeiten, in denen mensch sich auf der Strasse freudig begrüßte, ohne sich zu kennen, nur weil man Airwalks trug und daher wusste, SKATER.
Seit es Boardstein nicht mehr gibt, habe ich noch eine Zeit lang Kingpin gekauft, aber da ich auch gerne lese und die Texte im Kingpin immer weniger und über einen Zeitraum der letzten zwei Jahre sag ich mal immer doofer und oberflächlicher wurden; UND es meines Erachtens immer weniger Text im Kingpin gibt,kaufe ich gerade kein Skatemag mehr. Seitdem rege ich mich auch weniger auf…
Deshalb ist das internet für mich eine wichtige Quelle der Inspiration und der Information geworden. Zum einen die alten Videoschnipsel auf youtube, zb Mark Gonzales von anno dazumal mit FS 180 Ollie to Backside Grind und BS 180 Ollie to FS Grind im Parkhaus oder die Battle at the Berrics Sachen mit einem grandiosen Mike Vallely mit fakie Ollie Airwalk usw. und deswegen an diesem Punkt mein Einwand, dass das Internet gar nicht so schlecht ist, wenn mensch weiss was mensch sucht.
Außerdem, was soll ich machen ohne Boardstein, dann lieber internet als doofe mags oder gar nix.
Ich finde es schön, dass du dich traust so viele Sachen aus deiner Seele preis zu geben, denn ich denke oft, früher war alles besser, aber ich würde das nie so offen zugeben. Deshalb Danke für deine Offenheit, weiter so!
Verdummung!Verbloedung!TV statt Buecher!Internet statt Magazine!McD statt Bemme mit Wurscht!Und alle sind oberflaechlich und heiss auf die Winterkolektion von company xy!
….denk ich mir auch oft…
….und im naechsten Augenblick schaeme ich mich selbst fuer diese Arroganz. Alle sind doof und nur ich( und vielleicht noch zwei andere elitaer Ausgewaehlte…) bin schlau und durchschau das ganze buisiness…?Irgendwer(evtl T.Mann…?) hat mal gesagt: “Und er teilte die Welt ein in sich und Idioten…”….Das geht doch auch nicht, oder?Vielleicht sollte man statt zu urteilen und abzustempeln, lieber versuchen zu helfen.Wenn man offen und direkt mit den Zielpersonen umgeht, mit ihnen redet und einfach ein Gefuehl von Freiheit, Freude(bzw. das jeweilige “wirkliche” Gefuehl…) auf ehrlich Weise versprueht, kann man vielleicht dem (der eigenen arroganten Ansicht nach) zum Konsum verfallenem Opfer einen Weg zeigen, seinen Gesit zu oeffnen und neue Facetten des wundervollen Lebens zu entdecken!
Versteht man mich..?Ich versteh mich auch nur halb.
Sobald ich helfen will, bin ich doch selber schon betroffen!
Man, ist das schwer die eigene Gedanken irgendwie sinnvoll festzuhalten….
Egal, ich bin grad in Mailand und hier gibts echt ne tolle skateszene!Werd jetzt also die herbstsonne geniessen und noch ein paar marmorcurbs zuechtigen!
Liebe Gruesse,
Moriente
das bild isn fake oder!?
oben auf dem cover
ich geb dir ja recht bei manchen punkten, keine frage.
also quasi, ich glaube zu verstehen was du meinst, wenn du davon sprichst, was früher anders und wohl auch besser war.
aber insgesamt is mir das echt bisschen stumpf. keiner liest mehr, volksverdummung und so unter skatern bla. was geht? is doch voll der quatsch. echt mal.
wenn es bei machen so is…sowas gabs schon immer überall denk ich.
dann sagste, die leute kaufen nur noch billig scheiß, unterstützen die industrie nich, die anderen kaufen blingbling scheiß, unterstützden die falsche industrie?
leute ziehen ihre chill schuhe vorm skaten aus und fahren mit autos nach sessions nach hause…na und?
…es is nich so, dass ich manches nich unterschreiben würde, wie gesagt.
aber das alles auf einem haufen. ne. das is mir echt zu viel schlecht rederei.
alles entwickelt sich halt weiter. und alles muss sich weiter entwickeln. das ist gut so. das heißt ja nicht, dass alles alte zerstört wird, im gegenteil, darauf baut man ja auf. klar gibt es immer nen paar entwicklungen die man nich so geil findet und es ist verdammt wichtig, dann auch was gegen solche entwicklungnen zu tun, wenn es einem selbst wichtig ist(deswegen will ich auch auf gar keinen fall deinen kommentar insgesamt verurteilen, ganz im gegenteil).
klar regen mich die kids auf, bei denen man schon merkt das geht in richtung poser und man versucht irgendwie vorbild zu sein und die auch bisschen runter zu holen wenn man meint, dass es das richtige ist.
ich verlier jetzt auch schon den roten faden und mich im gelaber.
ich mein jedenfalls, man kann auch heute noch locker mit seinen jungs sessions fahren, die keinen bisschen hinter den aller besten von vor 20 jahren hinterher hinken. und ich fahre erst seit 4 jahren skateboard. woher ich das dann weiß? hehe so is das halt…
und ich will gar nich jeden kerl mit board auf der straße grüßen, wie du schon meintest. wenn das früher mal so war, ok. heute ist es nichtmehr so. traurig? vielleicht, und nun?
ich frage mich grad worauf du im endeffekt hinaus willst. es hört sich so an als ob du zurück willst in die gute alte zeit. geht nich. scheiß drauf.
aber hör auf keinen fall auf, so was wie diesen text hier in die welt raus zu schreiben und deine meinung zu sagen. aber das brauch ich dir wohl nicht erklären ;)
peace
@woody
nope, its a make!
Yo Basti!
Du fragst, worauf ich mit dem Text hinaus will!? Nun, zuerst geht es mir vor allem darum, wie wohl auch den meisten Schreibern/Schreiberinnen von Kolumnen, die Leser zum Denken anzuregen, und noch besser, ihnen eine Reaktion zu entlocken. Das scheint mir ja bei dir schon mal gelungen zu sein, super. Und super auch, daß du nicht alles so hinnimmst, was man dir so serviert, das ist doch mal echte Pressefreiheit, laßt sie leben hoch!!!
Letztendlich muß ich aber leider sagen, daß ich mir durchaus die alten Zeiten zurück wünschen würde, die waren zumindest für mich auf ihre Art und Weise nun mal besser irgendwie, Skater sein war damals einfach anders als heute. Das kann man wahrscheinlich nur nachvollziehen, wenn man dabei war, und das heißt ja auch ganz sicher nicht, daß es heute nicht auch schön ist. Im Endeffekt mach` ich ja auch noch genau das selbe wie vor 20 Jahren und ich weiß, ich bin da auch nicht der einzige.
So gesehen alles gut, schreibste ja selber, wollte mich auch nur nochmal dazu geäußert haben, schließlich liegt ihr uns ja am Herzen…
Peace indeed,
Arne