BOARDSTEIN Reisetip – Zwei Schnuffs in Ägypten
3. Mai 2010 | Von Arne | Kategorie: Magazin LikeAnfang März waren ich und meine Freundin, BOARDSTEIN Fans auch als Teena Erzählt bekannt, zusammen auf dem ersten Last Minute Pauschalurlaub unseres Lebens. Ja ja, sind wir beide schon immer von der Fraktion Rucksacktourist gewesen – vielleicht erinnert ihr euch auch an unsere berberartigen Touren aus Magazinzeiten – gaben wir uns am Ende dieses langen Winters dem Internetpreiskrieg hin. So leisteten wir uns, obwohl wir eigentlich gar kein Geld dafür hatten, für relativ wenig Geld elf Tage in einem Drei Sterne Hotel in Sharm-el-Sheik am südlichen Zipfel des Roten Meeres, mehr oder weniger das Mallorca Ägyptens. Vor gut zwei Jahrzehnten war es noch ein Ort, den sich acht große Beduinenfamilien teilten und in den letzten 15 Jahren sind dann in der Region, zu der auch das benachbarte Naama Bay zählt, sage und schreibe 430(!) Hotels entstanden, natürlich alle mit Swimmingpools und wie man sich das halt so vorstellt.
Sehr untypisch also für zwei BOARDSTEIN Schnuffs, aber wir wollten dem harten Winter enstprechend einfach nur Sonne haben. Und wir fahren ziemlich selten zusammen in Urlaub, deswegen sprangen wir auch beide über unsere moralischen Grenzen von wegen Pauschaltourismus und hatten diesbezüglich vorher wie nachher eigentlich auch keine Bedenken, denn wir haben uns auch unter den gegebenen Umständen wie echte Backpacker benommen. Und der Grund, warum ich euch das hier alles aufschreibe und mit euch teile, obwohl wir ja gar kein Magazin mehr haben, ist der, daß ich das Ganze auch für mich selbst ein bißchen schriftlich festhalten und verarbeiten will. Schließlich war das auch für mich ein Erlebnis der besonderen Art und eigentlich das erste Mal in meinem Leben, daß ich mich, von Flughäfen mal abgesehen, in ein sogenanntes Dritte Welt Land begeben habe.
Ein wichtiger Grund, warum wir uns entschieden haben, dekadent für wenig Geld irgendwo hinzufliegen, wo man nicht alle Tage hinkommt, und Urlaub wie normale Menschen zu machen, die sich über sowas gar nicht erst Gedanken machen, war vor allem auch der, daß man heutzutage nicht weiß, wie lange wir, also die westliche Welt, sowas noch machen kann. Also einfach mal so im Urlaub in exotische Länder zu fliegen, auf Kosten der Bevölkerung der vornehmlich südlichen Hälfte dieses Planeten, sich deren Kulturerbe reinzupfeifen und dann wieder nach Hause zu jetten, als wär` nichts gewesen.
Dieser Luxus kann schneller vorbei sein, als uns lieb ist, gleiches gilt für das Leben eines jeden Menschen, also sollte man sich die Welt angucken, solange man das noch so einfach machen kann, denn das ist das wie schon oft in meinen Reiseartikeln beschriebene große Privileg, das man als Mensch unseres Zeitalters nutzen sollte. Denn was gibt es Besseres, als den Planeten, auf dem wir nun mal leben und den wir nun mal nicht einfach so verlassen können, und seine Bewohner mit eigenen Augen zu erleben und kennenzulernen. Reisen ist einfach das Beste, was Mensch passieren kann…
Und wir haben gefunden, wonach wir gesucht haben, denn wir hatten uns dieses Land und diesen Ort vor allem ausgesucht, weil wir viel Meer und Sonne brauchten und gerne mal wieder ausgiebig zusammen schnorcheln wollten, und das Rote Meer ist bekanntlich eins der besten Schnorchel- und Tauchgebiete auf der ganzen Welt. Natürlich wollten wir uns auch die Pyramiden angucken, von ehemals sieben das letzte noch lebende Weltwunder der Antike, und uns eben beim Urlaub machen auch kulturell weiterbilden, und zwar nicht nur mit Vergangenheit, sondern auch Gegenwart. Zuletzt haben uns auch Teenas Eltern das Ganze schmackhaft gemacht, so waren sie schon zehn Jahre nacheinander dort – wie die ältere Generation oder gerade auch Deutsche im Groben und Allgemeinen eben so sind, im Urlaub immer ins gleiche Reiseziel, am besten auch ins gleiche Hotel, unvorstellbar für Leute wie Teena und mich, die immer was Neues und am liebsten die ganze Welt sehen wollen. Jedenfalls haben wir so auch schnell gemerkt, daß wir uns doch sehr von den anderen Touristen unterscheiden, die dort in der Region in der Regel Urlaub machen, auch wenn so ein Ort natürlich prädesdiniert für Pärchen und junge Leute ist. Aber ich denke trotzdem, wir haben auf unsere Art alles richtig gemacht, auch wenn wir immer ziemlich komisch angeguckt wurden, wenn wir so barfuß durch die Straßen latschten. Ist da ja eher unüblich, aber was willste machen bei der Hitze!?
Natürlich hatte ich auch mein Skateboard mit, weil es ist ja kein Geheimnis, daß a) eigentlich überall Spots zu finden sind, wo sich in irgendeiner Form ”Zivilisation” angesiedelt hat, und b) die Wahrscheinlichkeit in so einem nagelneuen Touristenzentrum Spots zu finden, sogar relativ hoch sein dürfte. Und außerdem wollten wir ja auch ein paar Tage in die Hauptstadt Kairo, mit 16 Millionen Einwohnern eine der größten Metropolen der Welt. Ich träumte also von abgefahrenen Marmorspots und uralten Granitkonstruktionen von dem Moment, als wir die Reise tatsächlich gebucht hatten. Apropos, das mit der Buchung war eigentlich noch sauwitzig damals, denn als Teena und ich seinerzeit nach ein paar Stunden Internetrecherche ein gutes siebentägiges Angebot rausgesucht hatten und die Buchung am Rechner gerade bestätigen sollten, guckten wir uns beide nur an und meinten: ‘Ey, wir können doch nicht nur für sieben Tage nach Ägypten fliegen, wer weiß, ob wir da nochmal hinkommen’. Also fingen wir nochmal von vorne an und suchten was für elf Tage, denn mehr war unsererseits finanziell wie zeitlich nicht drin und die nächsten Jobs lauerten schon in absehbarer Zukunft, man muß das Geld für Urlaub ja auch erstmal verdienen. Da kann ich mich gleich an dieser Stelle auch nochmal bei meinem Schnuff bedanken, denn Teena konnte mir das Geld glücklicherweise vorstrecken, sonst wäre das Ganze mit dem Urlaub überhaupt gar nichts geworden. Die Geschichte mit meinem Pseudo-Hartz IV seit Anfang des Jahres müßte ich euch eigentlich auch nochmal erzählen, aber bitte nicht hier und jetzt, und am besten auch nicht später mal…
Also, nach dieser gigantischen Einleitung, wo fang` ich an zu erzählen? Erstmal, ja, es ist heiß in Ägypten, 30° Grad sind eigentlich normal, und das war noch die kalte Jahreszeit dort. Zum Glück weht in Sharm-el-Sheik am südöstlichen Ende der Wüste Sinai direkt am Meer aber meistens immer eine halbwegs frische Brise. Unser Hotel war Standard, also hoher Standard für uns, denn wir machen nicht so oft Urlaub im Hotel und pennen eher draußen und auf Fußböden. Aber echt, war schick alles, unser Zimmer war richtig niedlich eingerichtet, direkt am Pool und insegesamt nicht allzuweit von Meer und Innenstadt entfernt. Na gut, für unsere Verhältnisse nicht weit, denn wir lieben Spazierengehen und die Straßen zu Fuß kennenzulernen, schließlich ist das auch seit jeher ein wichtiges Jedi-Gesetz: Lerne deine Umgebung kennen! Deswegen nutzten wir vor Ort auch nicht einmal eins der unzähligen Taxis, mit denen man konfrontiert wird, sobald man das Hotel verläßt. Benzin kostet in Ägypten so gut wie gar nichts und die Taxifahrer fahren deswegen den ganzen Tag durch die Gegend und hupen jeden an, der nicht wie ein Ortskundiger aussieht. Ganz egal, ob sie vorher zwangsläufig gesehen haben müssen, wie man fünf Sekunden vorher einem anderen Kollegen dankend abgelehnt hat, der kurz rangefahren ist und durchs Fenster gefragt hat, ob man ein ‘Taxi?’ braucht. Man kann sich über so viel sinnlose Penetranz schon totlachen und ohne Scheiß, alleine über die Taxifahrer könnte man ein ganzes Kapitel schreiben, aber da wir hier nicht in einem Buch oder Magazin sind, sondern nur auf einer belanglosen Webseite, gehe ich direkt über zum nächsten.
Sharm-el-Sheik ist wie gesagt ein absoluter Touri-Ort und demenstprechend in vielen Aspekten nicht stellvertretend für das allgemeine Ägypten, weil eben vor allem wohlhabender und mit einer Menge Kaukasiern auf den Straßen, um nicht das Wort Weiße zu benutzen. Vor ein paar Jahren waren es noch hauptsächlich Deutsche, die hier Urlaub gemacht haben, aber inzwischen haben Russen, Engländer und Italiener das Ruder übernommen und prägen dementsprechend das Bild neben den zahlreichen Einheimischen. Dazu muß man sagen, daß man dort natürlich extrem wenig einheimische Frauen zu Gesicht bekommt, und wenn dann nur mit Koptüchern und Burkas, aber die haben halt gefälligst zu Haus zu bleiben, und das ist schon ein bißchen wie in einer anderen Welt. Natürlich fühlte Teena sich dann auch immer komisch, wenn sie wetterbedingt vielleicht mal ein bißchen zu viel Haut zeigte, aber glaubt mir, die russischen Mädels z.B. sind da um einiges gleichgültiger eingestellt und laufen gerne mit Tangas am Strand rum, in anderen Teilen Ägyptens sicher undenkbar.
Die Ägypter haben sich hier natürlich inzwischen dran gewöhnt, und man muß sagen, daß sie aller Religion zum Trotz, die auch hier scheinbar, wenn auch sehr sehr langsam, an Bedeutung verliert, ein sehr anpassungsfähiges Volk sind. Das gilt vor allem für ihre Sprachkenntnisse, denn nicht wenige sprechen erstaunlich gutes Englisch, aber eben auch Deutsch, Russisch und Italienisch, sogar Kinder haben uns mit echt vorbildlichem Englisch überrascht, was die Verständigung natürlich um ein Vielfaches einfacher macht als in anderen Ländern. In Kairo sah es dann auch schon wieder ein bißchen anders aus und wie gesagt, beispielhaft für das Land Ägypten ist diese Region sowieso nicht. Aber was man sagen muß ist, daß die Ägypter wirklich extrem gastfreundlich und offenherzig sind, und zwar in erster Linie vor allem auf ehrliche Art und Weise. Natürlich geht es vielen hinterher meistens auch immer darum, den reichen Leuten aus`m Westen irgendwie ein bißchen Geld aus der Tasche zu ziehen, denn es scheint, so gut wie jeder Ägypter treibt mit irgendwas Handel oder bietet sonst irgendwelche Dienstleistungen an.
Um das verdeutlicht zu bekommen, muß man nicht mal auf die Märkte oder Basare gehen, das wird schon im normalen Straßenbild deutlich. Wirklich überall sind kleine Mini-Läden, Geschäfte und Verkaufsstände, und zwar nach der Devise, was hier in einem Supermarkt angeboten wird, teilen sich dort 50 Einzelunternehmer. Gerade was Souvenirs und einheimische Spezialitäten angeht, haben die Ägypter eine Art an sich, die es einem wirklich oft schwer macht, nein zu sagen, Tinas Vater hat wohl mal ein Tütchen gewöhnlichen schwarzen Pfeffer für 20,-Euro gekauft. Sie können einen derartig belabern und in der Tat um den Finger wickeln, und wenn sie einem dann noch leid tun, weil sie eben in einem scheiß armen Land leben und jedes ägyptische Pfund einfach verdammt gut gebrauchen können, hat man schon verloren. Andererseits macht es so auch Spaß, großzügige Trinkgelder zu geben, wovon wir auch reichlich Gebrauch gemacht haben, um unser Karma auszugleichen. Denn nachdem wir bereits am ersten Abend, betäubt von einer örtlichen Haschspezialität, gelernt hatten, daß man für etwas, was man sich eventuell am letzten Tag mit seinen letzten Pfund als Souvenir kauft, durchaus eine Stange Geld lassen kann, wenn man zwei Stunden lang Tee bekommt und umpuschelt wird, hatten wir sehr schnell halbwegs raus, uns nicht auf alle Deals und vor allem gastfreundlichen Einladungen, denen meistens eben irgendein Deal folgt, einzulassen.
Also wir hatten wirklich einige ausgesprochen nette und aufgeschlossene Begegnungen mit Einheimischen, von denen sicher beide Seiten was mit nach Hause genommen haben, die Menschen haben wahrscheinlich schon aufgrund unseres Äußeres und bodenständigen Auftretens gemerkt, daß sie es mit interessierten Leuten zu tun hatten. Wir haben uns wirklich die ganze Zeit willkommen gefühlt und gemerkt, daß die Einheimischen sich freuen, daß man ihr Land besucht (und halt ein bißchen Geld mit dahin bringt). So war es nicht besonders schwer, sich dort wohlzufühlen und zu integrieren, und ein Lächeln bringt einem bekanntlich überall Freunde. Wobei wir aber wie gesagt nicht ansatzweise den Teil von Ägypten gesehen hat, der das Land ausmacht, nämlich endlose Wüste mit Landbevölkerung in ärmlichster Armut..
Aber kommen wir mal zu dem, das den wichtigsten Teil dieser Reise ausgemacht hat, nämlich das Schnorcheln, was man hier wirklich exessiv ausleben kann. Und auch wenn man an den Stränden eigentlich Gebühr zahlen muß, sind wir doch immer irgendwie drumherum gekommen, indem wir ein bißchen aus dem Ort rausgegangen sind, wo alle zu faul sind, sich hinzubewegen, so daß man dort wirklich seine Ruhe hat und den Strand nur mit wenigen anderen Gleichgesinnten teilen muß. Schnorcheln kann man dort überall, und wir haben so einige verschiedene Riffs gesehen, die alle ihre Eigentümlichkeiten und Besonderheiten hatten. Und über Tauchen brauchen wir ja nicht sprechen, denn da kann ich nicht mitreden, aber ich gebe mich auch absolut mit der billigeren Variante zufrieden, denn Schnorcheln ist so simpel und genial zugleich. Während Taucher was weiß ich für Ausrüstungen mit sich schleppen müssen, brauchst du zum Schnorcheln wirklich nur eine Taucherbrille und eben einen Schnorchel und kannst schon so in eine völlig andere Welt eintauchen, in der man sich ein bißchen so fühlt wie im Weltraum, so in der Art stelle ich es mir dort jedenfalls vor, zumindest in meinen Träumen.
Man ist halt außerhalb seines eigentlichen Elements und innerhalb einer anderen Welt, die anderen Regeln unterliegt und wo man eben nicht Chef ist, sondern nur einer von vielen Zellklumpen im Wasser. Und dann schwimmt man da rum und fühlt sich wie ein Tier im Zoo, weil die Fische einen alle anglotzen und beobachten, obwohl man ja eigentlich selbst unterwegs ist, um exotische Tiere zu sehen. Die Korallen bilden dann dabei lediglich das farbenprächtige und lebendige Szenario, das schon faszinierend genug ist, aber viel interessanter sind natürlich die mannigfaltigen Fische, die sich dort rumtreiben und die in den meisten Fällen genauso neugierig sind wie man selbst, so daß es zu manch einer denkwürdigen Begegnung kommt, die man im Idealfall sogar mit billigen Unter-Wasser-Einwegkameras festhalten kann.
Ehrlich, wer sich auf so ein Naturspektakel nicht einläßt und nur am Hotelpool oder an der von billiger Mainstream House-Musik beschallten Badebucht abhängt, sollte eigentlich gesteinigt werden, wie es ja früher in dieser Region noch immer ordentlich gemacht wurde. So viel Ignoranz darf man eigentlich nicht an den Tag legen, denn was einem alles unter Wasser geboten wird, könnten Träume nicht besser ausmalen, und das ist besser als alles, was jemals auf irgendeinem Bildschirm geboten werden kann. Es ist wirklich Wahnsinn, was die Natur für einen bereit hält und was für Farben und Formen sie bietet, die dann zu allem Wahnsinn auch noch lebendig sind. Nach jedem Schnorchelgang hab` ich mich schon wieder auf den nächsten gefreut, kurz mal `ne Stunde am Strand in der Sonne liegen, vielleicht was Gutes lesen oder einfach nur dösen und dann wieder rein ins Wasser und in diesen einmaligen Film… Das ist wirklich Urlaub, aber hallo!
Wir haben wirklich mannigfaltige Freundschaften geschlossen unter Wasser und hatten natürlich von Zuhause aus der Bücherhalle auch einen Schnorchelführer fürs Rote Meer mit dabei, der uns jeden Abend im Bett verriet, mit welcher Spezies wir denn heute alles das Vergnügen hatten. Und um das mal wie in einem Abenteuer aus Zamonien von Walter Moers aufzuzählen (wer noch nie ein Buch von ihm gelesen hat, sollte das mal tun!), wir haben sie wirklich alle gesehen. Ahnt mal allein schon die niedlichen Namen und stellt euch dann einfach dazu ein quicklebendiges Aquarium vor: Juwelenzacken – und Mondsichel-Juwelenbarsch, Goldkörper und Großaugen, Buckel- und Doppelfleck-Schnapper, Stachelmakrele, Schwarztupfen-Süßlippe, Napoleon, Rundkopf-Fledermausfisch, Schwarzrücken-, Fähnchen-, Tabak- und Masken-Falterfisch, Schwarm-Wimpelfisch, Pfauen- und Imperator-Kaiserfisch, Weißbauch Riffbarsch, Zitronegelbe-Demoiselle, Stülpmaul, Wangenstreifen- und Clown-Lippfisch, Rotmeer-Junker, Langnasen-, Masken-, Rostkopf-, Kugelkopf-Papageienfische – die Papageienfische sind eh die geilsten, weil die immer die Scheiße von den anderen Fischen fressen und dabei so dämlich grinsen, im Ernst, die sind da ganz geil drauf! – Rotmeer-Buckelkopf, Maiden-Schläfergrundel, Glebklingen Nasendoktorfisch, Blauer und Indischer Segelflossendoktor, Scherenschwanz Torpedogrundel, Blauer Palettenstachler, Tüpfel Kaninchenfisch, Riesen-Kugelfisch…
Ihr merkt schon, alles extrem bunte Vögel, und man lernt richtig was über ihre Eigenschaften, wer alleine unterwegs ist oder lieber im Schwarm, wer ausschließlich als Pärchen zu sehen ist und wer so gut wie nie, wer wie neugierig ist und wer eher scheu, wer sich in welcher Koralle versteckt und wer einen am liebsten anknabbern würde. Wie die unzähligen Scherenschwanz-Sergeanten, die sich über das Plankton freuen, welches man beim Paddeln aufwirbelt und deswegen immer ganz nah rankommen und sich beinahe streicheln lassen. Sehr geil auch wegen ihrer offensichtlichen Form – sie sehen aus wie kleine VW Busse – die Kofferfische, die ganz nah am Ufer im flachen Gewässer wohnen. Oder die Soldatenfische mit ihren großen Augen, die extrem ängstlich sind und sich immer in 3m Tiefe und weiter unten ganz nah am Riff aufhalten, damit sie schnell in Deckung gehen können, ebenso wie die Flötenfische, die ihrem Namen alle Ehre machen und Klarinetten-ähnliche Ausmaße annehmen können. Großartig auch die Riesenhusare, die immer nur da auftauchen, wo sich für uns Schnorchler der Horizont in einem dunklen Blau verliert und das Gebiet der Taucher anfängt. Die gaben einem einen Einblick, was jenseits der Riffgrenze noch alles so möglich ist und rumschwabbelt, schließlich gibt`s da auch Delphine und Haie und so…
Wie gesagt, da geht ordentlich was ab unter Wasser, und wir haben lange nicht alles gesehen, sondern wie gesagt nur die Fische, die sich in den Korallenriffen aufhalten. Ich hatte auch einmal das Glück, auf einer Session, bei der Teena nicht mit war, im flachen Wasser für ein paar Minuten einem Schwarzpunkt-Stechrochen hinterher schwimmen zu können, und am letzten Tag, so als wenn es einfach so sein sollte, haben wir dann auch noch Strahlen-Feuerfische gesehen und sind ein paar Meter an einem vorbeigeschwommen. Auf jeden Fall ein Volltreffer und Higlight, denn dieses häßliche und abschreckende Wesen ist immerhin einer der giftigsten Fische der Welt, mit dem eine unglückliche Begegnung leicht mal ein Leben kosten kann. Und wir haben auch mehr als einmal Nemo gefunden, den Anemonenfisch, der eben nur in dieser eher seltenen Koralle sein Zuhause hat. Ihr seht schon, wir haben das Schnorcheln wirklich ausgiebig praktiziert und extrem genossen, schließlich war das auch einer der Hauptgründe, warum wir ausgerechnet nach Sharm-el-Sheik gefahren sind. Denn seit wir vor 13 Jahren in Australien am Great Barrier Reef Blut geleckt hatten, war es längst überfällig, daß wir mal wieder ein paar alte Bekannte treffen.
Aber kommen wir mal vom Wasser wieder aufs Land, denn ich wollte dort in Afrika – hey, ich war schon mal in Afrika, wie geil! – natürlich auch in irgendeiner Form skaten, und das ging in der Tat stellenweise ganz gut, wobei ich, was Spots angeht, ja eher bescheiden bin. Aber es wird doch schon einiges mit Marmor gebaut, und theoretisch gibt es eine Menge Spots, aber an vielen braucht man gar nicht erst versuchen zu skaten, nicht wegen aggressiver Security, sondern weil man weiß, daß man eh gleich freundlich gebeten wird, zu gehen, weil es sich halt um irgendein Hotel- oder Dienstleistungsgebäude handelt. Aber in Sharm-el-Sheik z.B. gab es außer ein paar wenigen sehr individuellen Streetspots, die alleine schon aufgrund der Kulisse ihren Reiz haben und mit großen Rollen, wie ich sie gerne fahre, definitiv am besten auszureizen waren, auch einen sehr schönen Marmorplatz am Old Market, der für den moderenen Streetskater schon ausgesprochen appetitanregend war und an dem ich gut ein paar Stunden Zeit verbracht habe.
Dazu muß man sagen, daß ich dabei durchaus gerne gesehen war und gerade die jüngeren Ägypter natürlich angetan von meinem Skateboard waren und den damit einhergehenden Aktivitäten. Viele wollten es ausprobieren, doch die wenigsten haben sich wirklich getraut draufzusteigen, nachdem sie merkten, wie wackelig so ein Teil doch ist. Ich war froh, wäre es doch das Schlimmse gewesen, wenn sich so ein Typ, der dir vorher noch hausgemachte, aber überteuerte Gewürze verkaufen wollte, vor deinen Augen einen Arm bricht oder sonstwas. Aber ich habe wirklich ordentlich Begeisterung und Daumen hoch geerntet, wahrscheinlich vor allem, weil die Leute das aus dem Fernsehen und von Computerspielen kennen – ja, beides gibt es auch hier - aber in Wirklichkeit noch nie gesehen haben. So gesehen hab` ich ein paar schöne Sessions verbracht, teilweise auch liebevoll von Teena gefilmt, und sicher den ein oder anderen Spot entjungfernt, von dem ich, denke ich, mit 99%iger Gewißheit sagen kann, daß da vorher noch keiner so geskatet ist. Das ist immer wieder das beste Gefühl überhaupt auf Reisen…
Aber apropos skaten, kommen wir doch mal zu Kairo, denn da hatte ich mir natürlich auch vorgestellt, ein bißchen zu bollern, stand aber im Endeffekt in drei Tagen nicht einmal auf meinem Board, das schon mal vorweg. Kairo ist wirklich krass, wie eingangs schon erwähnt eine der größten und dichtbesiedelsten Städte der Welt ist es ein wirklicher Moloch, und um ehrlich zu sein, unwahrscheinlich heruntergekommen und dreckig. Wenn man durch die Straßen fährt, denkt man die ganze Zeit, daß die Gebäude jeden Moment zusammenfallen können und die unzähligen Menschenmassen, die sie bevölkern und die sich auf den Straßen rumtreiben, unter sich begraben. Überall Menschen und Autos, Motorroler oder Fahrräder wie in vielen anderen Dritte Welt-Ländern gibt es hier so gut wie gar nicht, entweder man geht zu Fuß oder fährt Auto bzw. Taxi und Bus, demenstprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen. Auf den Straßen herrscht ein dermaßen geordnetes Chaos wie in einem Ameisenhaufen und eine zweispurige Straße wird fünfspurig gefahren. Man verständigt und warnt sich gegenseitig unter Autofahrern halt durch Hupen, die sporadischen Esel-Gespanne mittenmang können das zwar nicht, aber passen sich eben beeindruckend an, wobei ich wirklich nicht glaube, daß die Esel daran Spaß haben. Und dazu die ganzen Menschen und das durch sie verursachte bunte Treiben, das bedeutet einen permanenten Gerüschpegel, der so in einer europäischen Stadt z.B. nicht vorstellbar ist. Am schlimmsten ist wirklich das ständige Gehupe.
Im Endeffekt haben uns die zwei Tage Kairo hautnah, die wir wie geplant an einen Standard-24-Stunde-Busausflug mit siebenstündiger Fahrt von Sharm-el-Sheik individuell rangehängt hatten, wesentlich mehr beeindruckt, als der obligatorische Besuch bei den Pyramiden und im ägyptischen Museum. Ich mein`, ihr als BOARDSTEIN Leser solltet ja wissen, ich steh` auf Geschichte und abgefahrene Monumente, die man im Leben mal live gesehen haben sollte, und die Pyramiden sind schon Amok, wirklich etwas, das man halt irgendwie mal gesehen haben sollte. Aber am besten ist, man nimmt sich einen Tag dafür Zeit und pumpt sich non-stop mit LSD voll, um das Spektakel wirklich annähernd zu genießen und zu verstehen, im Normalfall wird man da nämlich einfach nur durchgeschleust und abgefertigt und muß aufdringliche Souvenirverkäufer und Kameltreiber, die dir den Ride deines Lebens verkaufen wollen, abwehren.
Keine Frage, die Pyramiden und die Sphinx sind ein Ort dieser Welt, den man selbst dann nicht verstehen kann, wenn man in ihm drin steht, aber das Ambiente, das einem dort geboten wird, macht es einem schwer, sich drauf einzulassen. So hat mich vor allem beeindruckt, wie nah die Pyramiden an den Stadtgrenzen Kairos dranstehen, vielmehr so, als wenn die Stadt dort nur zwangsläufig aufgehört hat zu wachsen und sich auszudehnen, weil dort nun mal dummerweise die Pyramiden, eine der Haupteinnahmequellen Ägyptens Landes, stehen. Und dahinter erstreckt sich dann satt die Wüste, einfach nur Wüste, insgesamt ein surreales Bild, vor allem mit der immensen Dunstglocke aus Smok, die sich über Kairo frei in den wolkenlosen hellblauen Himmel entfaltet.
Tja, und Kairo selbst bietet halt wie gesagt hektisches, aber geordnetes Chaos, und es ist faszinierend, wenn man sich überlegt, daß all die Menschen, die man auf den Straßen sieht irgendeinen Auftrag und irgendein Zuhause haben müssen. Wobei Taxi fahren, irgendwelche Sachen verkaufen und einfach in irgendeiner Form, manchmal an den unmöglichsten Plätzen, auf der Straße rumlungern zu den Hauptbeschäftigungen gehören, und zwar alles in äußerst relaxter und fröhlicher ägyptscher Lebensart. In Kairo wird einem trotzdem erstmal ganz deutlich bewußt, wie gut es uns in Mitteleuropa geht, ich habe mir einfach die ganze Zeit vorgestellt, wie es wohl ist, dort aufzuwachsen, wo ich doch wohlbehütet aus der norddeutschen Provinz stamme. Diese Stadt ist wirklich einfach ein Moloch, und es ist einfach faszinierend und abschreckend zugleich, dort durch die Straßen zu wandern.
So haben wir in den drei Tagen, von den extremen Touristenzentren mal abgesehen, außerhalb unseres Hotels auch nur zwei Dutzend andere ”Weiße” gesehen, man fällt also demenstprechend auf und erntet von allen Seiten neugierige Blicke. Aber gerade in Kairo und vor allem auf dem alten Basar, wo wir uns hauptsächlich rumgetrieben haben – man entwickelt geradezu eine Art Sucht nach der Lebendigkeit dort – wurden wir überall mit freundlichem’Welcome to Kairo/Egypt’ und interessiertem ‘Where are you from?’ begrüßt, und man fühlte sich wirklich herzlich willkommen. Teena durfte sich natürlich auch reichlich Komplimente anhören und ich mir, wie glücklich ich mich schätzen könne, so eine schöne Freundin zu haben und daß ich sie doch bloß bald heiraten solle. Die Leute waren natürlich entsetzt, daß wir nicht verheiratet sind, kaum vorstellbar ist sowas für Menschen in Ägypten. Aber auch ich schien es irgendwie den Einheimischen angetan zu haben, denn einen Mann mit Zöpfen haben sie auf jeden Fall alle noch nicht gesehen und Tattoos finden sie auch alle ganz toll und faszinierend. Einer kriegte sich gar nicht mehr ein und meinte nur ‘You are so beautiful, beautiful, beautiful’, nachdem er meine Arme genaustens in Augenschein genommen hatte…
Es war wirklich skurril, wir saßen dann in so einem großen Park, eigentlich dem einzigen in Kairo, der diese Bezeichnung verdient, und verschnauften ein bißchen im Grünen und lösten dann, nachdem ein paar entzückte Teeniemädchen den Anfang gemacht hatten, eine wahre Welle aus von Menschen, die sich mit uns photographieren lassen wollten. Sogar welche von diesen strenggläubigen Flattermännern, eine Viertelstunde vorher hatte noch einer von denen einen Riesenauftsand gemacht und den halben Park zusammengebrüllt, weil ein pubertierender Jugendlicher für ein Handy-Erinnerungsphoto seinen Arm um ein gleichaltriges Mädel gelegt hatte. Das geht natürlich nicht und ist mehr oder weniger verbiten, im Gras liegen übrigens auch, also bitte nur sitzen… Andere Länder, andere Sitten, und auch in Kairo dominieren Männer das Stadtbild, wenn gleich man hier wesentlich mehr Frauen auf den Straßen sieht wie z.B. in Sharm-el-Sheik, wo widerum auch kaum Einheimische wohnen, sondern hauptsächlich Männer, die dort arbeiten.
Aber zurück nach Kairo, denn auf dem Basar im islamischen Viertel kann man auf jeden Fall gerade als Tourist gut und vor allem billig einkaufen, wenn man auf abgefahrene Souvenirs steht oder eben nützliche wie wie z.B. Parfüms, Öle oder Gewürze. Aber am besten ist einfach, sich irgendwie mit und gegen den Strom durch die abgefahrene Umgebung treiben zu lassen. Wahnsinn auf jeden Fall, wenn man sieht, was und gerade auch wie viel kitschiger Ramsch heutzutage produziert, verkauft und anscheinend auch gekauft wird, da weiß man auf jeden Fall, wo die ganzen Händler auf den Flohmärkten hierzulande ihren ganzen Trash, den keiner braucht, herhaben, ob nun Klamotten, Spielzeug oder sonstige Gebrauchsgegenstände. Und alles wird dir als Tourist zu einem für den ägyptischen Standard Wucherpreis angeboten, aber du für dich mit deinen westlichen Gewohnheiten hast trotzdem ein extremes Schnäppchen gemacht. Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es dann z.B. feinste Falafel für sagenhafte 20 Cent! Also dafür kann man`s nicht selber machen…
Um zum Schluß vielleicht dann noch kurz zu beichten: Als wir eine der vielen Moscheen besichtigten – allein im islamischen Viertel gibt es ungefähr 80 – kam es zu einer im Glauben des Islams wahrscheinlich Todsünde unsererseits. Da man in Kairo einfach nirgendwo pinkeln kann, wenn man muß, da es weder Büsche, Bäume, öffentliche Toiletten oder Etablissments mit eben solchen gibt, hatte sich bei uns so einiges angestaut. Und als wir dann da oben ganz alleine auf dem Minarett der Moschee standen, handelte es sich doch um eine ganz durchschnittliche Moschee und keinen Touri-Anlaufpunkt, nötigte uns die kurzweilige Ruhe hoch über dem quirrligen Treiben unter uns zu einem dringend nötigem Wasserlassen, mitten auf dem, wie wir es nennen, Kirchturm halt. Hoffen wir mal, das Allah Verständnis für unsere Lage hatte, aber wenn nicht, wären wir wahrscheinlich beide schon tot, war irgendwie auf jeden Fall das Stille Highlight der gesamten Reise. Also ehrlich, Kairo war wirklich ein Abenteuer, und daß wir zum Schluß überhaupt rechtzeitig unseren Bus zurück bekommen haben, war einfach eine Fügung Gottes, welchen auch immer…
Wären wir nicht in Kairo gewesen, hätte ich auch hinterher nicht behaupten können, Ägypten wirklich gesehen und erlebt zu haben, denn das sonstige Programm, daß wir uns außerhalb des Strands noch gegeben haben, war eher Touristen-Standard. Dazu ein kleiner Tip: Ganz abraten kann ich euch von einerm Kamelritt ins Beduinenlager, denn auch wenn man ruhig mal auf einem Kamel geritten sein sollte, um sich zu wünschen, damit niemals eine Wüste durchqueren zu müssen, war das doch wirklich eher Abzug und Verarsche zu dem, was einem im Prospekt versprochen wurde. Viel besser war da der Tagesausflug in den Ras Mohammed Nationalpark, wo es nochmal einmalige Natur der speziellen Art und einen ungewollt extrem zum totlachenden ägyptischen Reiseleiter gab, und lustige russische Touristen, die so manch ein Klischee erfüllten. Es ist anscheinend jedenfalls um Längen besser, diese Tour zu außergewöhnlichen Schnorchelriffs mit dem Bus zu machen als mit dem Boot, denn Gruppenschnorcheln ist was für die ganz Armen, sieht jedenfalls nicht so aus, als wenn das Spaß machen könnte.
Ansonsten gewöhnten wir uns an, morgens erstmal in der neuen, auf westliche Bedürfnisse zugeschnittenen Mall gleich in der Nähe des Hotels, eine Katzenmutter mit Wurst vom Frühstücksbuffet zu füttern, die mit ihren fünf Neugeborenen in einem Karton direkt an der Straße wohnte und die uns natürlich besonders ans Herz gewachsen war. Auch nochmal eine Erwähnung wert für alle Tierfreunde, denn die vielen Straßenkatzen, die sich in Ägypten überall tummeln, haben vor allem eins gemeinsam: Sie sehen alle verschieden aus! Wir haben wirklich die abgefahrensten Fellfarbenkombinationen gesehen und alle waren gleich niedlich… Und auf einmal waren die elf Tage auch vorbei, wobei ich dazu sagen muß, daß die Zeit insgesamt sehr langsam verging, und das ist immer das beste Zeichen für Erholung und richtigen Urlaub, genau das, was wir gebraucht hatten. Zum Rückflug sei dann vielleicht noch zu sagen, daß wir in Sharm-el-Sheik bei exakt heißen 30° Grad Celsius starteten und ziemlich genau vier Stunden später beim Zwischenstop in Nürnberg -9° Grad vorfanden, pro Stunde also 10° Grad runter. Die moderne Technik macht`s möglich, sogar zu einen annehmbaren Preis. Außerdem saßen wir in ein und derselben Maschine mit Christian Kahrmann samt Familie, seines Zeichens besser bekannt vor allem als Benny Beimer aus der Lindenstraße, war der nicht eigentlich bei einem Busunglück ums Leben gekommen!? Ich paßte ihn dann auch bei der Gepäckkontrolle ab und sprach ihn drauf an, aber ich glaub`, er war nicht so begeistert, hier erkannt und an seine Rolle, die ihn damals groß gemacht hat, erinnert zu werden. Sehr schade, ich wollte ihm eigentlich noch stolz erzählen, daß ich sogar die Mini Pigs Single von ‘Die Kuh’ auf weißem Vinyl zu Hause hab`, und das ist nicht mal gelogen, sondern die Wahrheit, aber ich war dann auch zu schüchtern, glaube ich. Jedenfalls immer wieder komisch irgendwie, wenn man mal einen Prominenten inkognito trifft.
In Hamburg am Flughafen lächelte uns dann in der Wartehalle ein Prospekt der Tutenchamun Austellung an, die gerade bei uns in der Stadt zu Gast und wegen des großen Besucherandrangs bereits extra verlängert worden war. Schon ganz schön peinlich, sich so Duplikate für viel Geld anzugucken, hatten wir doch schließlich das Original erst vor ein paar Tagen mit eigenen Augen gut bewacht in einer Glasvitrine im ägyptischen Museum bestaunen dürfen… Jedenfalls waren wir wieder da, Zuhause und in der Realität. Immer noch kalter Winter und der nächste Urlaub in weiter weiter Ferne…
Ich hoffe jedenfalls, sie hatten eine angenehme Reise und vielleicht sogar eine kleine Art von BOARDSTEIN Tourbericht Flashback, mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, mal wieder einen Reiseartikel zu schreiben und anschließend mit euch zu teilen. Fazit der ganzen Geschichte: Ein Urlaub zum Nachmachen. Wir haben es zumindest wirklich nicht bereut, uns für so einen für uns untypischen Urlaub zu entscheiden, denn das Erlebte war jeden schwer verdienten Cent mehr als wert. Erfahrungen und Erinnerungen solcher Art sind es, die das Leben erst richtig lebenswert machen. Das ist zumindest meine Meinung und vielleicht war das deswegen nicht mein letzter Last Minute Pauschalurlaub…
Volle Kanne, Hoschi,
Arne

super, da ich heute eh paar alte boardsteins durchgelesen habe, weil krank im bett liegend, trifft sich ein aktueller artikel ja ganz gut.
beim schmöckern durch die alten hefte ist mir mal wieder gekommen, was für ein genial tolles magazine boardstein doch war und das es zur zeit keinen wirklichen ersatz gibt.
bißchen werbung noch in eigener sache: im juni gibt’s ne neue randgeschichten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! mehr dazu bald, denn es gibt ne kleine überraschung…
so und jetzt hau ich mich wieder hin, krank-sein ist ätzend, langweilig und scheiße.
Interessanter Artikel, es hat Spaß gemacht ihn zu lesen!
Danke Arne! Hat super Spaß gemacht zu lesen und auch selber wegzufahren!
Grüße vom Bodensee
hmmm arne deine artikel sind immer wieder saugeil, danke für!
Boardstein wird vermisst, auf ewig.
Grüsse ausser Schweiz
Jo,
sehr geil.
da konnte ich mich schon etwas wiederfinden, denn ich hab mit meiner Freundin im August letzten Jahres ebenfalls die ertsen Schritte auf dem afrikanischen Kontinent gemacht.
Eigentlich wollten wir auch nach Ägypten, aber ebenfalls auf Pauschalurlaubs-Schnäppchenjagd ist es dann ein anderes Ziel geworden.
Wir waren in Tunesien.
Im August!!!
Das war ne Mörder-Hitze, aber halt auch schön günstig und nach einem ersten Nickerchen nach der Landung um die Mittagszeit hatten wir uns zum Abend hin auch aklimatisiert. ^^
Die Menschen sind wirklich sehr (gastfreundlich)-freundlich auch wenn die Taxifahrer, die sich sehr ähnlich verhalten haben, teilweise anstrengend waren. Echt einer nach dem anderen, selbst wenn sie sahen, dass man vor 10 Sekunden eins abgelehnt hat, denn Laufen ist dich Macht!
Sie versuchen bzw müssen halt das Beste aus ihrer Lage zu machen und da ist der einfachste Weg leichtgläubige Touristen. Einmal hat sich auch ein junger Mann zu uns auf die Bank dazugesetzt und mit Smaltalk angefangen. Er war schon etwas suspekt und nachdem in der Zwischenzeit, wir haben auf den Bus gewartet, bereits mehrfach Taxen abgelehnt werden mussten, da kam dann ein weiteres und die haben uns wirklich von beiden Seiten belabert, dass wir doch DAS! Taxi nehmen sollten.
Ich war mega begeistert von der Aktion. xD
Die waren bestimmt verwandt oder irgendwie im Bunde, sodass unser Sitznachbar seinem Bruder/Cousine/Kumpel wohl im Laufe des Gesprächs eine Nachricht geschickt haben muss:
“Junges Pärchen! Kannst zuschlagen! Adresse da und da. Over…”
Echt gut.
Sind dann dennoch mit dem Bus gefahren. ^^
Geschnorchelt sind wir auch, wobei es leider keine große Fülle an Riffen gab, also auch dementsprechend karger das Ganze, aber so an die 10 verschidenen Arten sind uns begegnet, die sich dann vorwiegend in den Algen versteckt haben. Andere waren da zutraulicher. Ein Artenbestimmungsbuch hat dann echt gefehlt, aber im Roten Meer tummelt sich bekannter Weise auch viel mehr Arten rum.
Der allabendlich Anblick war auch mega gut.
Nachdem die Touristengeschwader aus dem Wasser raus waren und der ganze Komplex von Wassersportaktivitäten <– vorwiegend moterisiert, eingestellt wurde, da kamen die einheimischen Fischer mit ihrer Nussschalen aufs Wasser und haben ihre Netze ins Wasser gebracht. Diese dann morgens eingefahren. Oder sie sind mit Schleppnetzen durch das flachere Wasser.
Da kamen dann die krassen Gegensätze durch.
Menschen die ums überleben kämpfen und hinter den Hotelkomplexen, die natürlich alle mit Klimaanlagen und Pools ausgestattet sind, in verkommenen Häusern mit glasslosen Fenstern – so heißt die Tage auch waren, nachts wurde es sehr kalt auch gerne mal in Verbindung mit Stürmen – leben müssen und sich am Tag für diese Hotels oder auf anderen Wegen den Arsch aufreissen müssen.
Auf der anderen Seite halt die (typischen) relativ gleichgültigen Pauschaltouristen. Nach dem Motto: hauptsache die Sonne scheint…
Naja, trotz dieser Gegensätze ist uns immer freunlich, herzlich und offen begegnet worden, dabei war das Skateboard – natürlcih hatte ich es mit – ein anziehender Faktor. Das spannendste ist halt wirklich das Bewegen auf den unkonvetionellen Wegen. Ich hab beim Erforschen und Fotographieren eines alten, leerstehenden Hotelkomplexes sogar einen leerstehenden Pool gefunden. Leider "europäische" Bauweise, aber dafür mit Bank und Curbs auf diversen Höhen <– die gefliesten Stufen in den Pool.
Das war schon sehr schockig, denn abends war die angenehmste Zeit zum Bollern.
Da kamen dann auch gerne mal junge Männer, wie Arne bereits erwähnt hatte waren Frauen recht selten vertreten – die dann am Strand als wandelnde Händler oder bei einem der wassersportlichen Angeboten arbeiteten auf dem Weg nach Hause am Pool vorbei. Einer hat sich dann noch dazugechillt und ne Weile begeistert zugeschaut.
Da lagen teilweise gebrauchte Spritzen rum, was dem Ganzen einen noch runtergekommeneren Charakter verlieh, aber durch die Mentalität der Menschen hab ich mich eigentlich nie wirklich gefährdet gefühl oder in irgendeiner Form von in Gefahr.
Es ist schließlich wirklich so:
ACTIO = REACTIO
und wenn man den Menschen dann selbst freundlich und respektvoll begegnet – vielleicht noch wie erwähnt mit einem Lächeln auf den Lippen – , dann sollte man egal welcher Herrkunft man ist sich in jedem Teil der Erde zurechtfinden können. Schließlich sind wir alle in gewissen Graden von Neugierde und Kontakfreudigkeit getrieben um unseren Horizont zu erweitern. Die Welt lässt sich nunmal am besten durch den realen Kontakt mit Menschen und der/n Natur/gewalten erfahren.
So genug davon.
Fazit:
Der Urlaub war spitze.
Es gibt überall was zu entdecken oder kennenzulernen & zu skaten (außer in der Antarktis vielleicht)! ;)
Vier Kontinente stehen noch aus.
…
Gruß an alle BOARDSTEINE und Entdeckerherzen.
toller bericht!
hat viele erinnerungen bei mir wachgerufen. ich war ’99 mit nem kumpel (er ist halb-ägypter) für 4 wochen in ägypten (2 wochen hurghada badeurlaub, 2 wochen kairo bzw. im nil-delta bei seiner familie). kairo ist der absolute wahnsinn. man kann es nicht beschreiben, man muss es erleben. du hast es aber schon ganz gut probiert ;)
Sehr geiler Artikel.
Deine Reise oder Tourartikel sind und waren die Besten !
fett gut. Vor allem die Minarett story!
Echt ein geiler Artikel! Hab ihn durch Zufall gefunden, was sich gut trifft, da ich diesen Sommer für 2 Wochen nach Ägypten (sharm el sheikh) fliege :)..
Danke dir bzw. euch hab ich jetzt schonmal ein paar Tipps, was das schnorcheln, die Sehenwürdigkeiten, das skaten,Kairo und Ägypten im allgemeinen angeht.. danke dafür! ;)