GERÄUSCHE AUS DER KÜCHE, NR. 46.5
17. Januar 2009 | Von Web Gnom | Kategorie: Magazin LikeWährend draußen der Herbst das Ende des jährlichen Lebenszyklus mit mächtigen Schritten einläutet, trumpft so manche Band unerwartet mit Highlights auf. Als eine der letzten norwegischen Bands der ersten Stunde, beweisen ENSLAVED auf ‘Vertebrae’, daß nur eine kontinuierliche Weiterentwicklung den herausragenden Künstler ausmacht. Wenn man so will, dann sind diese acht Songs die perfekte Symbiose aus Black Metal und Moderne, der bandeigenen Herkunft und konsequenter Visionen.
Ganz andere Wege gehen da die wieder erstarkten SQUEALER vor. Zwar mußte man am Mikro erneut einen Wechsel vornehmen, aber ‘The Circle Shuts’ beweist erneut, daß Thrash eine nicht sterbende Musikrichtung ist, wenn man sie wie hier gekonnt mit modernem Riffing, überragender Technik und viel Druck in die Jetztzeit transportiert.
Wer es hingegen beinahe klassisch mag, der dürfte mit FALCONERs ‘Among Beggars And Thieves’ sehr glücklich werden. Moderner Metal zwischen Tradition, Melodie, Kraft und Pathos, eher an vergangenen Zeiten orientiert, aber frisch interpretiert und vor allem exzellent dargeboten. Im krassen Gegensatz zur Tradition stehen die Norweger von STONEGARD, denn die absolvieren auf ‘From Dusk Till Doom’ einen wahrhaftigen Parforceritt durch die Metalgeschichte der jüngeren Zeit. Komplexe Riffs, ein durch die ganz Band wechselndes Mikro, Druck, Trash, Core, Metal…wer keinerlei Scheuklappen hat, der bekommt hier die volle Breitseite. Was die neun Tracks dabei allerdings auszeichnet ist die enorm hohe Eingängigkeit. Definitiv ein Newcomer, mit dem man rechnen sollte.
Was ist das Gegenteil eines Newcomers? Ganz recht, eine lebende Legende. Nichts anderes sind LÄÄZ ROCKIT, eine der Gründerbands des Bay Area Sounds und heute wie damals einfach unverzichtbar. Was kann man anno 2008 noch von einer verdienten Band und so einer Reunion erwarten? Nicht mehr und garantiert nicht weniger als dies: ‘Left For Dead’ zeigt den meisten Nachahmern, wie der wahre Sound aus den Boxen bretzelt. Das ist Thrash!
Noch ohne Deal, aber mit dementsprechend umso höherer Motivation stehen THE INTERBEING in den Startlöchern. Wer es leid ist, geklonte Bands als den heißen Scheiß präsentiert zu bekommen, die dann alle doch nur wie billige In Flames klingen, der muß hier ein Ohr riskieren, denn ‘Perceptual Confusion’ vereint die kalte, technoide Atmosphäre früher Fear Factory mit viel gefühlvoller Melodie.
Egal ob man den Jungs aus Richmond/Virginia eher kritisch gegenüber steht, LAMB OF GOD haben sich mit ihrer Interpretation von Metal, irgendwo zwischen NWOBHM und NeoThrash in die Herzen der Fans gespielt. ‘Walk With Me In Hell’, eine auf 2 DVDs verteilte Zwischenbilanz mit beinahe fünf Stunden Spielzeit, beweist mit einem kompletten Konzertmitschnitt, Interviews, einem Making Of, Video-Clips und vielem mehr, warum die Band mittlerweile wohl völlig zu recht ein hohes Ansehen genießt. Davor muß man den Hut ziehen und ganz im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten, sind diese zwei Silberlinge echtes “value for money”.
Dan

moin arne…danke für die blumen, das album nennt sich übriegens “Displietsch” …..bis bald ma wieder in flenne…