QUIKSILVER BOWLRIDERS FINALE 2008

19. Januar 2009 | Von | Kategorie: Magazin Like
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Was ich aber ganz genau weiß ist, daß ich zweimal, und zwar in den besten Jahren, auf dem Bowlriders Contest in Marseille war, und diese Erlebnisse mich, wie auch der Bowlmasters in Brixlegg, sehr geprägt haben, was Contests angeht. Ich selbst bin sicherlich mehr Streetskater als Transitionskater, und ich saß jahrelang mit offenem Mund auf Tribünen und habe die weltbesten Skater bei ihren Stunts auf den mannigfaltigsten Streetparcours bestaunt. Aber wenn man einmal live Zeuge davon geworden ist – am besten noch mit Presseausweis anderthalb Meter vom Coping weg – wie die besten Bowlskater dieser Welt in einer 15-minütigen Final Jam Session alles geben, dann werden auf einmal alle anderen Contests langweilig. Es ist nicht nur der Flow verbunden mit Airtime, den die Jungs haben und genießen können, jeder Carve kann so gesehen ein Trick sein, aber dieses pure Adrenalin, daß in der Luft liegt, das hat man auf den allerwenigsten Streetcontests. Skateboarding ist immer gefährlich und bei den gigantischen Rails, Ledges und Banks, die heutzutage auf einem Streetparcours rumstehen, kann man sich auch lebensgefährlich verletzen, aber im Gegensatz dazu spielen die Kollegen bei einer Bowlsession jede Minute mit ihrem Leben, zumindest wenn sie ohne Helm fahren. Denn bei diesen Geschwindigkeiten mit dem Kopf auf Beton schlagen, kann tödlich sein, und mit den Tricks, die die Jungs zwischendurch machen, fordern sie es ja geradezu heraus. Aber das ist nur das eine Adrenalin, das jeder der Fahrer für sich selbst ausstrahlt. Dazu kommt noch eine Horde Gleichgesinnter, die sich durch die Vibes und das Publikum ebenso zu Hochleistungen anstacheln läßt und zudem vielleicht auch noch scharf auf das bei diesen Veranstaltungen nicht selten recht üppige Preisgeld ist. Und das ist dann noch eine zusätzliche Gefahr, die man als Fahrer aber selbst nicht im Griff hat, weil da ja immer zwei zu gehören, bei eniem Jam auch gerne mal drei und mehr… Kollisionen gehen auf solchen Contests meistens glimpflich aus, was schon sehr erstaunlich ist, aber noch erstaunlicher ist, wie selten sie eigentlich vorkommen. Es läßt sich vielleicht so verbildlichen: Man nehme einen 1qm2 großen Holzrahmen und lege sechs Glasmurmeln da rein, und dann bewegt man den Rahmen, so daß die Kugeln hin- und herschießen. Tja, wie viele Zusammenstöße wird es dann geben? Unzählige. Aber bei einem Bowl Final Jam gibt es so gut wie keine, nämlich weil Profis am Werk sind und keine blöden Kugeln. Profis, die sich bei einem Fs Stand-up Grind durch die Corner im Deep End bereits umgucken, ob die Bahn frei ist für den nächsten Trick in der nächsten Ecke. Und Profis, die im Zweifellsfall auf gut Glück einfach einen Transfer springen, weil sie sich drauf verlassen, daß die Kollegen die Line geahnt haben und dementsprechend nicht im Weg sind… Ja, man muß es wirklich nur mal konzentriert beobachten, dann haut einen so ein Bowlcontest wirklich um. Und ich bin mir sicher, daß das mit das Härteste ist, was Menschen im Stande sind zu vollbringen, mit nichts mehr als einem Spielzeug oder von mir aus auch Sportgerät unter den Füßen. Mir fällt beileibe nichts vergleichbares ein.

Also kommen wir mal zum Wesentlichen, der eigentlichen Contestberichterstattung zum Bowlriders Finale 2008, wie immer bei uns im Heft anders als woanders. Jedenfalls war es für mich irgendwie klar, daß ich dieses Jahr mal wieder zum dorthin fahren wollte, schließlich wird das Finale inzwischen im Skatepark in Malmö abgehalten, denn ich selbst auch noch nicht geskatet bin, was dringend Zeit wurde, aber ich wollte auch einfach mal wieder dieses Adreanlin riechen und spüren. Denn es würde reichlich herausragendes Skateboarding geben und dazu natürlich den Spaß, den man hat, wenn man mit ein paar Kollegen hinfährt und auch ein paar Menschen aus international kennt, die man auf so einem Happening mal wiedertreffen kann, in vielen Fällen natürlich zufälligerweise. Und eine Tatsache reizte mich ganz besonders an der Veranstaltung, und zwar wurden ja in den letzten Jahren immer mehr Masters – um nicht Legends zu sagen – Contests oder Divisions auf solchen Events abgehalten, und auch in Malmö hatten sich in den letzten Jahren dafür ein paar illustre Namen angefunden. Und wenn man sich mal ein bißchen mit solchen Contests auseinandersetzt, schließlich wird einfach aus Respekt gerade über solche wenigstens noch ab und zu berichtet, und sei es nur im Concrete Wave, wird man sehen, daß sich fast sämtliche Namen der späten `80er, der Zeit in der ich angefangen habe, wiederfinden. Die Jungs bzw. oftmals inzwischen Männer um die 40, sind eigentlich alle noch am skaten, in vielen Fällen mindestens genauso gut wenn nicht besser als damals! Die Helden, von denen ich meine ersten Pro-Boards hatte oder immer haben wollte und zu denen ich in meinen ersten Jahren aufgeblickt habe, shredden immer noch! Wie geil ist das bitte!? Das wollte ich mir angucken, zumal ich es bis dato nicht geschafft hatte, einige von ihnen bis jetzt überhaupt mal live zu erleben. Und der Legends Contest und die dazugehörigen Starter waren auch mein persönliches Highlight des Wochenendes, aber dazu dann gleich mehr…

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