QUIKSILVER BOWLRIDERS FINALE 2008

19. Januar 2009 | Von Arne | Kategorie: Magazin Like
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Beim Contest ging`s dann auch langsam los, als wir ankamen, und man konnte sich wirklich erstmal für ein paar Stunden hinsetzen und zugucken, alleine schon um nochmal die Dimensionen und das Design des riesigen Parks zu erahnen. Einige Leute waren dann natürlich schon fürs Viertelfinale vorqualifiziert, so gab es eine bunte Mischung aus bekannten und unbekannten Namen zu bestaunen, von denen besonders Alex Giraud, Ben Raemers, Guillaume Mocquin, Jürgen Horrwarth, Julien Benoliel, der Australier Corbin Harris und Martin Jurasek aus der Tschechei, der die höchsten und krassesten Ollie Airs zog, überzeugen konnten. Einer der Eyecatcher jetzt schon war auch der junge Aaron Homoki aus Arizona, Lesern amerikanischer Magazine inzwischen besser bekannt als Jaws. Ein relativ unauffälliger, aber unglaublich talentierter Überstuntman, dem man das rein äußerlich überhaupt nicht ansieht. Ebenso auf der Sympathie-Skala ganz oben stand Josh Sandoval, der Screech genannt und von Rune Glifberg laut dessen Thrasher Interview als Underground-Poolripper No.1 in Südkalifornien angesehen wird, und wir reden hier von Backyard Pools und nicht von Betonbowls. Rune muß es ja wissen, und er hatte Screech auch mit ein bißchen Stuff ausgeholfen, den er verkaufen konnte, um über die Runden zu kommen, weil er auch seinen Hinflug verpaßt hatte. Screech nahm die Sache nicht so ernst und versteckte definitiv ein bißchen sein Können. Das galt auch für den Engländer Aaron Sweeney, der schwer an Tom Penny in jungen Jahren erinnert und sich sehr im Hintergrund hielt. Aber wenn man ihn dann mal scheinbar unbeobachtet im Pool des Skateparks zusah, konnte man erahnen, was bei dem Typen noch alles geht, wenn er es denn unter Öffentlichkeit mal rausläßt.

Ach so, ja, und dann waren da ja noch die Jungs von Bacon Skateboards (check www.baconskateboards.com), von denen die meisten aus Oregon kommen und von denen man hierzulande und auch sonstwo wahrscheinlich noch nichts gehört hat. Das sind so Namen wie Lance Leisher, Tim Johnson oder Johnny Turgesen, die allesamt auch damals in Marseille ein gutes Bild abgegeben hätten, aber da waren sie noch viel zu jung. Das gilt vor allem für den 16-jährigen Kevin Kowalski, dem personifizierten Highschool Loser und Außenseiter, dem rein äußerlich auf authentisch unscheinbare Weise Death Metal und Grind Core aus jeder Pore spricht. Ohne Scheiß, so stelle ich mir das in Amerika vor, so Typen wie Kevin Kowalski sind da auf der Highschool absolut uncool und die kompletten Außenseiter, aber er hat scheinbar in den vielen Betonkurven seiner Heimat Oregon seine eigene Welt gefunden, von der die Jocks in er Schule nur träumen können, und geht da voll auf. Seine geschmeidigen harten Lines a la Ben Krahn gepickt mit den richtigen Tricks an der richtigen Stelle waren eine Augenweide und zeigen, daß er weltweit bald zur Spitzenklasse gehören kann, wenn er so dabei bleibt. Und man brauch` sich keine Sorgen um ihn zu machen, denn so ein Typ wird sich einfach nie richtig vermarkten lassen und immer auf dem Boden bleiben. Das unterscheidet übrigens auch Bowlskater von Streetskatern…

Kommen wir dann auf einen kurzen Sprung zu meinem eigentlichen Über-Highlight des Wochenendes, unserer persönlichen Afterparty Samstagabend auf dem Parkplatz bei unserer Karre. Wenn man sich da entspannt mit ein oder zwei Bierchen mit Leuten wie Ben Schroeder, Jimmy §The Greek* Marcus oder Reese Simpson unterhält, eben einfach weil die bei uns abhängen, weil sie letztes Jahr schon mit der Crew gute Erfahrungen gemacht haben, dann mag man es nicht glauben. Das sind zum Teil Leute, zu denen ich damals aufgeschaut habe, begnadete Skater, aber irgendwie auch Anti-Helden. Sie gehörten nie zur Bones Brigade oder zu den anderen schillernden Stars jener Zeit, sondern waren immer eher so die Typen im Hintergrund. Aber sie skaten immer noch wie früher und sind dabei nochmal zehn Jahre älter, als ich es nun mal leider schon bin. Sowas gibt mir unendliche Motivation für meine eigene Zukunft, nämlich so zu bleiben, wie ich bin und das noch jahrelang tun zu können. Gemessen am gesellschaftlichen Standard sind diese Herren wahrscheinlich nicht normal, eben §Skateboarder for life*, und genauso will ich auch sein. Und fuckin` Ben Schroeder, eine komplette Legende. Der Typ hat seinerzeit in der Halfpipe den Fs Tailslide und einige Liptricks mehr erfunden und Tricks über Channels gemacht, bevor andere nicht mal dran dachten. Und als ich ihm das so erzähle, wie cool ich ihn immer fand, gerade weil er nicht immer so im Rampenlicht stand und sein Ding durchgezogen hat, da legt dieser zwei Meter große Mann, der ein bißchen was von einem Bären hat, seinen Kopf auf meine Schulter und bedankt sich, daß ich ihm so nette Worte sage, und meint, daß er einfach glücklich ist, durch Skateboarding heute hier zu sein. Alter, ich hätte fast geheult…

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