QUIKSILVER BOWLRIDERS FINALE 2008
19. Januar 2009 | Von Arne | Kategorie: Magazin LikeUnd als dann die Kleinbusladung Oregon Boys auf ihrem Weg zum Hotel noch kurz bei uns anhielt und ich nach ordentlich High Fives bei einem Joint noch Kevin Kowalski kurz kennenlernte, war der Abend irgendwie perfekt und mal wieder der beste Beweis dafür: Skateboarding ist wenn nicht der, dann zumindest ein Schlüssel zum universellen Glück. Diese unsere Sache ist einzigartig, da besteht gar kein Zweifel, denn an diesem Abend wurde eindeutig bewiesen, daß Skateboarding kein Sport ist, sondern ein Happening. Punkt, aus, fertig. Gekrönt wurde alles dann mit Tanz zu Axels bescheidener Musikauswahl im Autoradio und Wolfgangsta`s Bilderbuch-Gekotze durch die Astgabel, in der er sich für gut eine halbe Stunde verfing. Kurzum, es war ein Abend, von dem ich immer wieder erzählen werde, und zwar mit Leib und Seele. Geschlafen hab` ich dann im fetten Wohnmobil der Subvert Crew aus Hamburg, auf den beiden Vordersitzen ausgestreckt, Slider-Style…
Auch Sonntag konnten wir uns wieder anständigen Wetters erfreuen, wofür man sich wirklich mal bedanken muß, denn das ist in Schweden nicht unbedingt selbstverständlich. Es ging dann auch pünktlich los mit den Juniors und der 10-jährige Vorjahressieger Alex Sorgente aus Florida fuhr zweiminütige Lines, die einen mit offener Kinnlade da stehen ließen. Da fragt man sich wirklich, was der einmal als ausgewachsener Mann alles auf dem Skateboard vollbringen wird, da sieht die Zukunft ganz ganz rosig aus, kurz gesagt: Un-glaube-lich! Nach dem Viertelfinale der Pros, bei denen einige potentielle Finalisten wie Daniel Cardone, Chris Senn, Dennis Busenitz, John Magnuson oder Alex Giraud auf der Strecke blieben, kamen dann die Legends, bei denen es gestern auch schon die Qualifikation gegeben hatte. Da waren schon Leute wie Lester Kasai, Ben Schroeder und sogar Bryce Kanights und Dave Duncan gefahren, und beide können nach wie so eine Bowl-Landschaft durchcarven wie keiner der Finalteilnehmer beim jährlichen C.O.S. Finale. Sergie Ventura war auch vor Ort, zog seine zugegebendermaßen gekonnte Show allerdings noch in der Pro-Division ab – zu dumm, denn bei den Legends hätte er mit Sicherheit Geld gewonnen. Jedenfalls las sich Teilnehmerliste der Legends wie aus den `80er Jahren, das fühlte sich gut an und ich bin verdammt stolz, ein paar dieser Helden mit Photos in unserem magazin abgelichtet zu haben. Leider war Jeff Grosso nicht anwesend, der in letzter Zeit immer ziemlich gut bei den Masters abgeschnitten hat und den ich gerne mal kennengelernt hätte, aber mein neuer Freund Ben Schroeder, seines Zeichens uralter Freund von Jeff, erzählte mir, daß dieser gerade verletzt sei und sich skatemäßig ein bißchen zurückhält. Ben selbst war am Samstag auch zu spät gekommen und mußte ohne Warmfahren skaten, weil sie die Session irgendwie eine Stunde vorverlegt hatten. Aber egal, kommen wir zum Legends Final am Sonntag: Christian Hosoi gab sich nach ewigkeiten also wirklich die Ehre eines Besuches in Europa, und, ja, auch Chris Miller war tatsächlich dabei. Und während Hosoi wirklich nicht mehr ganz der alte ist oder sich zumindest keine Mühe gibt, das zu sein – er muß sich ja auch nichts beweisen – und sich hauptsächlich auf Liptricks konzentrierte, flog Chris Miller mit seinem unverwechselbaren Style wie eh und je scheinbar ewig jung geblieben durch die Betonkurven. Das war was fürs Auge, aber hallo! Nicky Guerrero war als Quasi-Local aus Kopenhagen natürlich auch mit dabei und hatte schon gestern gezeigt, daß er ganz vorne mitspielen würde. Und zu ihnen gesellten sich Pat Ngoho mit unverwechselbaren Style und ewig langen Lines, sowie Resse Simpson und Worldcup Skateboarding Head Judge Sasha Steinhorst. Letztendlich wurde schnell deutlich, daß Nicky und Chris es unter sich ausmachen würde und Nicky hatte dann einfach die Local-Lines intus und dazu ein bißchen Stay On-Glück, so zauberte er sogar einen spontanen Kickflip über den großen Wobbel aus der Tasche, mit dem er wohl selbst am wenigsten gerechnet hatte. Er konnte das Ding dann auch für sich eintüten und freute sich bei der Siegerehrung riesig zusammen mit seinen vielen Kopenhagener Homies, für die es ja mit Rune einen Doppelsieg zu feiern gab.
