QUIKSILVER BOWLRIDERS FINALE 2008
19. Januar 2009 | Von Arne | Kategorie: Magazin LikeTja, und damit nehme ich es vorweg, aber es hat ja inzwischen ja eh jeder mitgekriegt, der sich dafür interessiert: Rune sackte mit routiniertem Flow völlig verdient einen weiteren dicken Contest ein. Der Typ gewinnt wirklich einen Bowlcontest nach dem anderen. Benji Galloway dann mit ähnlich ausgefeilten Lines, aber der Prise Oldschool dazu wie immer ganz dicht auf den Fersen, und wäre Omar Hassan dabei gewesen, hätten die drei es bestimmt wieder einmal unter sich ausgemacht. Wobei ich sagen muß, daß ich nicht verstanden hab`, warum Alain Goikoetxea nicht im Finale war, aber er hatte sich anscheinend kurz davor verletzt. Und es gab auch eine großartige Überraschung, denn es schmuggelte sich noch der unbekannte 18-jährige Aaron §Jaws* Homoki auf den zweiten Platz, und zwar auf seinem allerersten Pro-Contest, in diesem Fall das elitäre Bowlriders Finale! Und er schummelte nicht, aber bailte vielleicht ein bißchen zu viel für den kompletten Endsieg, da hatte Rune einfach mehr Flow. Doch Tricks wie Lien To Noseblunt oder Blunt Kickflip Fakie an der Über-Bank oder auch ein spontan gezogener McTwist im Deep End sprachen dann doch für sich. Den McTwist hat er wohl ebenso spontan und ohne Schoner letztes Jahr mal eben zwischendurch auf dem Tampa Am Contest gelernt, der Typ ist wirklich Amok und tritt gerade diesen Moment in die Fußstapfen von John Cardiel. Wie gesagt, sie nennen ihn Jaws, und er war bei der Siegerehrung dermaßen gestoked und sprachlos, daß wirklich alle irgendwie herzlich gerührt waren.
Ansonsten brauch` man nicht viel zur Contestberichterstattung sagen, okay, den Transfer-Versuch von Mathias Nylen über die Plattform ins Deep End könnte man noch erwähnen, den er dann aber auf Kosten seines Körpers doch nicht stand, weil es einfach zu hart ist. Aber wer Bathory T-Shirts auf einem Pro-Contest trägt, darf auch die ganz harten Sachen probieren, ohne sie zu stehen, google Bathory für die gestopfte Wissenslücke! Apropos Bathory, hatte ich überhaupt schon erwähnt, daß zwischen irgendwelchen Qualifications niemand Geringeres als Dinosaur Jr. in Originalbestzung die Bühne betrat, um ein Konzert zu geben!? Das war noch ein weiteres Highlight, an dem sich wohl jeder vor Ort einfach nur erfreut hat. Gut, sie sind nicht unbedingt die allerbeste Liveband, aber fuckin` Dinosaur Jr.!? Googelt das auch, wenn euch das nix sagt!…
Ihr merkt schon, es war ein großartiges Wochenende und es ist schon oft in Artikeln zu Bowlcontests gesagt worden: Es bringt nichts, Tricks aufzuzählen oder dergleichen, man muß selbst hinfahren und mit eigenen Augen sehen, wie die Jungs ihr Leben riskieren und scheinbar Unvorstellbares leisten, denn Bowlskating besteht aus Flow. Deswegen muß man vor allem selbst einmal so Skateparks, in denen solche Contests abgehalten werden, aus nächster Nähe sehen und am besten selber skaten. Nur dann kann man erahnen, wie hart das wirklich ist, was die Typen da machen, und wie geil es erst sein muß, wenn man das noch mit Anfang/Mitte 40 macht. Aber nun genug davon, um das Ganze ehrenwürdig abzuschließen: Nachdem wir aus dem Backstage-Bereich verscheucht wurden und Pat Ngoho mir innerhalb von fünf Minuten zweimal fest die Hand zum Abschied drückte, weil er einfach genauso euphorisch drauf war wie ich, oder Nicky Guerrero sich bei mir für den Support bedankt, nur weil ich einfach immer nett zu ihm bin, wenn wir uns irgendwo mal wieder über den Weg laufen, verbrachte ich den Sonntagabend, nachdem meine Droogs nach Hause gefahren waren, natürlich wieder nicht auf der Afterparty, sondern stilecht auf dem Parkplatz mit ein paar verrückten Schweden und der Subvert Crew aus Hamburg. Dann trudelte irgendwann Schnuff Teena mit dem Pandi aus Hamburg ein, mit denen ich dann Montagmorgen nach einer letzten nacht im Hotel noch vier Tage in die Provinz nördlich von Göteburg zelten gefahren bin. Das war natürlich nochmal oberhammer und superschnuffig, und ich kann wirklich nur sagen, Schweden war mal wieder schön und ist immer eine Reise wert, gerade jetzt wo da die Überskateparks aus dem Boden schießen. Kombiniert eine Reise dorthin am besten mit einem Besuch beim Bowlriders, dann habt ihr außerdem noch einen der besten Bowlcontests der Welt gesehen, wenn nicht den besten! Kleiner Tip aber am Schluß: Seid extrem vorsichtig mit Dope dort oben, in der Beziehung sind die Schweden alles andere als fortschrittlich, Bullen rigoros und die Strafen überdurchschnittlich unmenschlich. Ich war mal wieder viel zu leichtsinnig gewesen, aber hatte wohl einfach das Glück das Tüchtigen wie so oft. Bin halt auch ein stückweit Wikinger… In diesem Sinne: Skal!
Arne
P.S.: Ganz schön ätzend, so lange Texte am Bildschirm zu lesen, wa`!? War ja eigentlich auch fürs Heft gedacht, geht halt nichts über Papier. Scheiß Fortschritt!
Results:
1. Rune Glifberg (DK)
2. Aaron Homoki (USA)
3. Benji Halloway (USA)
4. Andy Scott (UK)
5. Ross McGouran (UK)
6. Mathias Nylen (S)
Legends:
1. Nicky Guerrero (DK)
2. Chris Miller (USA)
3. Pat Ngoho (USA)
4. Christian Hosoi (USA)
5. Reese Simpson (USA)
6. Sasha Steinhorst (USA)
Kids:
1. Alex Sorgente (USA)
2. Love Rydstern (S)
3. Werner Sandos(F)
Suzuki Pool Session:
1. Aaron Homoki (USA)
2. Benji Galloway (USA)
3. Guillaume Mocquin (F)
