AUF EIN NEUES UND SO…

Vor zwei Stunden während eines Kuschelspaziergangs geknipst, Heiligengeistfeld St.Pauli, Planet Erde. Fight racism, legalize street art!

Liebe Leserinnen und Leser! (Quoten-PC-Einleitung…)

Jaja, ich weiß, ich bin schon längst wieder überfällig mit dem versprochenen zweiten Teil des 2020 Boardsammlungs-Amoks, ist in Arbeit, ist in Arbeit. Nun bin ich aber eine Woche in Hamburg und hab` tatsächlich das Power-Kabel (oder wie heißt das?) für mein Laptop vergessen, das passiert mir maximal alle fünf, sechs Jahre oder so. Ich wollte das genau jetzt die Tage mal fertigmachen, aber so muß ich das dann wohl doch nochmal ein paar Tage verschieben, sorry dafür!

Aber mensch muß ja auch nicht immer ellenlange Romane bloggen, im Gegenteil, sollte Bloggen am besten nicht kurz und schmerzlos sein!? Das hängt vom Wetter ab, ich wollte euch jedenfalls dann wenigstens mal ein paar null und nichtige Neujahrsgrüße raushauen, also einfach so neun Tage später ein frohes Neues wünschen, und ich fange jetzt nicht an zu schwadronieren, daß wir alle hoffen, daß dieses Jahr dann ein bißchen besser abläuft als das letzte, nä!? Nein, viel mehr will ich kurz diese Gelegenheit improvisieren, um mal wieder ein paar Wahre Worte rauszuhauen, denn am Donnerstagvormittag kam noch, kurz bevor ich Richtung Hamburg aufbrach, die neuste Thrasher Ausgabe per Post ins Haus geflattert, für Abonnenten in Übersee wie immer gut zwei Monate zu spät, gerade in diesen turbulent langweiligen Tagen. Aber super Timing diesmal, ich hab`die nämlich dann direkt auf der Zugfahrt verschlungen, und verschlungen vor allem lecker, weil es sich um eine geschichtsträchtige Ausgabe handelt, nämlich um die ’40 Jahre Thrasher‘ Ausgabe, also herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebes Thrasher Magazine!

Ich bin ja großer Fan davon, wie sich das Magazin nach dem Tod von Phake Jelps mit den letzten Ausgaben entwickelt hat, nämlich genau in die richtige Richtung, Michael Burnett macht da wirklich einen prima Job und dadurch entstehen Artikel, die der gute Jake wahrscheinlich nicht abgesegnet hätte (von fehlender Kreativität als Chefredakteur mal ganz zu schweigen). Wie auch immer, ich denke, ich werde Michael deswegen demnächst mal einen Leserbrief schreiben, so von Mann zu Mann und Chef- zu Ex-Chefredakteur, äh, umgekehrt. Glaubt mir, ihr werdet ihn hier auf BOARDSTEIN.COM als erstes lesen…

Jedenfalls ist diese Ausgabe zum 40. Geburtstag wirklich rundum gelungen und wir hätten sie mit BOARDSTEIN wahrscheinlich nicht viel anders gemacht, wenn wir denn jemals so weit gekommen wären (brauchten wir ja gar nicht, wir ham uns ja schon mit Ausgabe 23 selbst abgefeiert, mehr als sowieso schon in jedem Heft. So werden auch mal die Leute hinter den Kulissen und ebenso die Kulissen vorgestellt, außerdem gibt es die 20 besten Cover aus 40 Jahren, einen photographischen Rückblick in die glorreichen `80er, einen vierzehnseitigen Nachruf für Keith Hufnagel, Heroes & Heavies mit Elissa Steamer, einen Artikel über das neue Deathwish Video sowie eine kleine Skaterock-Historie von Sam ‚The Larb‘ Hitz, wie immer sehr amüsant zu lesen. Also wirklich, Doppeldaumen hoch nochmal nach S.F. für ein gelungenes Jubiläum!

Was mich aber besonders berührt hat (neben den Nachruf für Keith natürlich), waren ein paar Worte, die mein Lieblings-Thrasher-Schreiber Michael Sieben in seiner Rubrik raushaut, diesmal unter dem Titel ‚The golden Age(s)‘. Michael`s Rubrik ist in der Regel immer super witzig  – das auch diesmal, lest hier einfach mal seine Einleitung: „Recently, Mike Burnett hit me up and asked what my three favorite Thrasher covers are and my brain immediately hopped in a DeLorean, hit 88mph and traveled to 1987. That`s the year I started skating and when I saw my fisrt issue of Thrasher, so, for me, that era of the mag is drenched in nostalgic syrup…“ Aber irgendwie hat Sieben diesmal dann seine Botschaft nicht in Ironie und Sarkasmus verpackt, sondern geradeaus rausgehauen, und damit spricht er mir (mal wieder) sowas von aus der Seele, daß mir beim Lesen im Zug echt die Tränen gekommen sind:

„Studies have shown that most people stop listening to new music at around age 30 and spend the rest of their lives replaying the same tired old albums from their formative years, which is kinda wack to me. But the same thing holds true for a lot of skateboarders – at a certain point they simply stop paying attention to current skateboarding and spend the rest of their lives pining for days of yore, rewatching old videos from their youth, skating replicated relics and complaining about the “kids today“. My advice to those skateboarders would be: SNAP THE HELL OUTTA IT! Skateboarding in the year 2020 is freaking amazing – there are free concrete skateparks across the globe, you can find any type of board/wheels/trucks/gear you desire, all disciplines are being practiced and celebrated and – of course, there`s still work to be done – the community is more diverse and accepting than it has ever been. The golden age is NOW, just like it`s always been…“

Yes, sir! Genau so und nicht anders sieht es nämlich aus, und ich denke, die Gegenwart ist gerade heutzutage wichtiger als je zuvor, vielleicht sollten wir was draus machen. Ja, und bevor ich hier weitersülze, lieber noch ein Zitat, das mir nach 32 Jahren Skateboarding und Arne Fiehl-Sein ebenfalls aus der Seele spricht, und zwar sind es die Schlußworte von Taylor Kirby, der nicht nur den letzten Part im neuen Deathwish Video, sondern auch den Artikel dazu im Thrasher geschrieben hat. Und für 27 Jahre ist das eine tolle Erkenntnis, die er da hat, gerade für einen Amerikaner (wo die doch so doof sind, hihi). Im Ernst, auch beim Lesen dieser Zeilen rollte mir ein Tränchen über die Wange:

„As far as my brain goes, I can remember kids skating on my parent`s street. Like water, animals and cars, I don`t remember life without skateboards. I`m lucky I`ve always known skating, but no one warned me what it would do to my life. Now, I`m only 27, but the people I`ve met and the places I`ve been so far are comical. The reason I find it funny is because life owes me nothing and skating owes me even less. Yet here I am, with a cast on my leg, a stamped-up passport and homies all over the world. So where does that put me now? Right back to the start – me vs. my board forever. I guess, I`m eternally in debt. Think of this video as a small payment from us to skateboarding. I got dealt a good hand that I can`t take for granted. That`s where this video came from – a group of friends who care more about creating than complaining.“

That`s exactly where this blog comes from, mate! Geben ist immer besser als Nehmen, gerade wenn mensch eine Gabe hat, woll!? Ja, mit diesen Worten zum Sonntag will ich euch dann mal in den Samstagabend entlassen. Ich hoffe, ihr liegt wie ich mit eurer Liebsten (wahlweise auch maskulin) voll mit Ecstacy auffe Kuschelcouch und freut euch auf die Linsensuppe, die gleich fertig sein dürfte. Quarantäne kann so schön sein, ich sag` ja, macht was draus, zwinker zwinker knick knack! Ich melde mich dann Ende nächster Woche mit dem zweiten Teil meines  Boardsammlungs-Wahnsinns, versprochen! Ich hoffe, das Matt Hensley Board aus Amiland ist bis dahin dann auch endlich eingetroffen…

Let`s fetz 2021, mal weniger mal mehr,

Arne

P.S.: Zitat live von der Couch, Olga: „Mein Glas steht auch alle fünf Minuten woanders…“. Arne: „Ja, weil du zappelst…“

 

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