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GABRIEL RODRIGUEZ R.I.P.

So, da wären wir wieder, nach einer entspannten Woche zu Hause und einem schönen Wochenende in Hamburg mit viel Party und Schlafen bin ich Sonntagabend in Brüssel angekommen, nur um zu erfahren, daß der 11.11. in Belgien und Frankreich ein Feiertag ist (Kriegsende) und wir somit nicht arbeiten konnten. Somit hätte ich auch erst Montag anreisen können, durfte aber dafür mal wieder einen Tag in Mikey`s Halde rumgammeln, toll! Jetzt bin ich gerade für eine Woche in Achères nordwestlich von Paris, ab nächste Woche dann aber wohl in Chaleroi, Südbelgien. Wie schon mal angesprochen, Flexibilität ist in dieser Branche unabdingbar, es kommt sowieso immer anders, als man denkt oder plant, genau wie im echten Leben, nur regelmäßiger. Dazu dann demnächst wohl mehr und wo wir schon dabei sind, muß ich sagen, daß ich die nächsten Wochen wohl dabei bleiben muß, nur einmal in der Woche etwas zu bloggen, was bei den letzten Beiträgen vor allem an der Länge und Ausführlichkeit dieser gelegen hat. Ich habe hier aber nebenbei gerade auch eine Art Deadline für ein anderes Projekt, die es einzuhalten gilt und über das ich nächste Woche mal etwas genauer erzählen werde.

Ansonsten ist vielleicht noch kurz zu erwähnen, daß ich zwei Tage nach meinem letzten Blog-Eintrag in unserer lokalen Zeitung, dem Flensburger Tageblatt, ups, Schundblatt, lesen konnte, daß laut Umfrage wie immer und jedes Jahr die Schleswig-HolsteinerInnen die glücklichsten Menschen Deutschlands sind, genauso wie unsere dänischen Nachbarn diesen Status auf weltweitem Nivea seit Jahren für sich behaupten. Ich hatte ja erklärt und gezeigt, daß wir bei uns in einem kleinen Paradies leben, und selig sind die geistig Armen? Ich weiß es nicht, aber die Information paßte irgendwie ganz gut zu den schnippischen Bemerkungen gegenüber meinen Landsleuten im letzten Eintrag. Ich glaube, ich muß mich dann jetzt im Winter hier mal intensiver mit diesem Thema für euch auseinandersetzen und mich erklären, aber alles zu seiner Zeit und eigentlich können wir auch warten, bis mein Buch fertig ist, da ist das Ganze nämlich auch Thema. Dieses Mal liegt es mir allerdings unbedingt am Herzen, euch ein bißchen zu Gabriel Rodriguez zu erzählen, einem meiner Lieblingsskater der `90er Jahre, der leider im August an Krebs verstorben ist.

Die Todesanzeige im Thrasher Magazin Nov 2019

Ich bin ja nicht so der Internetmensch und deswegen habe ich von dieser traurigen Nachricht erst im letzten Thrasher Magazin (ja, da gibt es ein richtiges Magazin von, das ist keine T-Shirt- und Hoodie-Firma) erfahren. Dort fand ich im letzten Heftteil leider mal wieder eine Todesanzeige für einen unserer verstorbenen Brüder, wie es in den letzten Jahren leider immer häufiger der Fall gewesen ist, diese war für Gabriel Rodriguez und kurz und bündig von seinem langen Weggefährten Rudy Johnson geschrieben. Und es fühlt sich dann oftmals auch wirklich so an, als hätte man einen Bruder verloren, auch wenn man dieser Person vielleicht nie begegnet ist, aber Gabriel Rodriguez hat mich quasi begleitet, seit ich ernsthaft auf dem Skateboard stehe, also seit 1989. So gab es nämlich in einem der ersten Monster Magazine, die ich mir damals gekauft habe, eine Anzeige von Powell Peralta für ihre Mini Rats Rollen mit den vier L.A. Boys, die mit einer beeindruckenden Section ihren ersten Auftritt im Powell Video ‚Ban This‘ hatten. Namentlich waren das Paulo Diaz, Rudy Johnson, Guy Mariano und Gabriel Rodriguez und sie zeigten in diesem Video technisches L.A.-Streetskaten, das seiner Zeit weit voraus war. Vor allem waren es aber ganz normale Kids, die ihre Homespots skateten und mit denen viele Skater seiner Zeit sich dadurch viel besser identifizieren konnten, als mit den glorreichen Halfpipe-Pros seiner Zeit. Die späten `80er waren ja die Zeit des Umbruchs, als Streetskating sich etablierte und Vertskating schnell den Rang streitig machte, weil es für die große Masse an Skatern eben zugänglicher war, Streetspots gab es eben auch schon damals überall, Halfpipes und andere Rampen natürlich nicht.

Die legendäre Powell Peralta Mini Rats Anzeige mit den vier L.A. Boys

Und das hat natürlich auch mich in meinen Anfängen wesentlich mehr angesprochen, vor allem eben auch der Style, den diese vier neben dem H-Street Team, Jeremy Klein u.a. etablierten, allen voran natürlich Matt Hensley. Jeans oder Cargo-Pants, T-Shirts kombiniert mit Longsleeves und Hoodies und simple Baseball Mützen, gerne auch falsch rum aufgesetzt. Das war dann doch ein anderer und wesentlich praktischerer Look als der Hippie-Surf-Punk-Glamrock-Style, der die `80er bis dahin dominiert hatte. Deswegen sprach mich eben auch diese ikonische Powell Anzeige so an, das waren einfach vier junge Freunde nicht viel älter als ich, für die Skateboarding ebenfalls die Welt bedeutete und welches von allen vieren durch ihr exeptionelles Können, aber eben auch durch ihren Style auf ihre eigene Art und Weise nachhaltig beeinflußt wurde. Und damals kannte ich ‚Ban This‘ noch gar nicht, das hab` ich erst zwei Jahre später zum ersten Mal gesehen, mein erstes Powell Video war ‚Propaganda‘, wo nur noch Paulo Diaz einen Part drin hatte.

Nachdem ich von Gabriel`s Tod erfahren hatte, hab` ich dann tatsächlich mal einen Abend rumgegoogelt und mir natürlich auch nochmal sein Interview auf Chromeball Incident, dem besten Blog von der ganzen Welt, durchgelesen. Da ist mir mal wieder deutlich geworden, was so alles im Netz abgeht, von dem ich nicht mal eine Ahnung hatte, jedenfalls erfuhr ich erst an diesem Abend, daß es sogar eine eigene Dokumentation über die L.A. Boys gibt, nämlich ‚The L.A. Boys‘ von Colin Kennedy, die ich mir dann für knapp zehn Euro natürlich direkt auf VimeoDemand runtergeladen und aufmerksam angeguckt habe, bin ich doch epicly later`d for life. In dieser Doku, die ich natürlich nur jedem wärmstens empfehlen kann, geht es genau um die vier Boys und ihren legendären ‚Ban This‘ Part und es ist eigentlich eine Schande, daß ich als Über-Nerd erst zwei Jahre nach dem Erscheinen darauf gestoßen bin, denn ich bin natürlich großer Fan dieser Skate-Dokus, wo man dann seine (einstigen) Helden mal erzählen und resümieren hört und entsprechendes Hintergrundwissen erfährt, das man in dieser Form vielleicht noch nicht wußte.

So war Gabriel zum Beispiel seiner Zeit der erste von den Vieren, den Stacy Peralta für Powell anwarb, und er hat dann nach und nach schnell seine drei Freunde mit ins Boot geholt, in dieser Form sicherlich eine sehr einmalige Situation in der Geschichte von Skatesponsoring. Kritisieren könnte man an dieser Stelle bei allem Respekt und aller Sympathie kurz Stacy Peralta, der in der Doku natürlich auch ausführlich zu Wort kommt, und meint, er hätte den legendären Part der Vier damals genauso gestaltet, weil er wußte, daß junge Streetkids wie sie die Zukunft Skateboardings sein würden. Hilfreich für diese Erkenntnis war mit Sicherheit H-Street und ihr erstes Video ‚Shackle Me Not‘, ich würde sagen, die haben das ein bißchen vorgemacht. Das nur mal kurz als meine fachmännische Meinung, Stacy ist nun mal sehr gut darin, sich und seine Errungenschaften in Szene zu setzen.

Gabriel wird 1991 Pro auf 101, mit hispanischen Wurzeln ist Mann natürlich gläubig…

Der Rest ist bekanntlich auch Geschichte, nämlich daß die elitäre Bones Brigade dann kurz danach Anfang der `90er nach Stacy`s Weggang sehr schnell auseinander brach. Während dieses Umbruchs gingen Rudy und Guy zu Blind, Gabriel wurde nach Natas Kaupas der zweite Fahrer und Pro für 101 und Paulo landete schließlich bei Stereo, nur um dann vier Jahre später mit allen zusammen in der Girl/Chocolate Familie wiedervereint zu sein. Ich muß dazu sagen, am geilsten von den Vieren fand ich eigentlich immer Rudy Johnson, was vor allem an seinem Skaten lag, aber auch an seiner bescheidenen und zurückhaltenden Persönlichkeit, weswegen ich Gabriel letztendlich genauso abgefeiert habe. Aber ich konnte zum Beispiel live Zeuge davon werden, wie sich Rudy Johnson 1991 bei seinem ersten Münster Monster Mastership von gut 200 Startern beim Streetstyle als Erster qualifizierte, irgendwie war er immer der einzige der L.A. Boys, der auch vor größerem Publikum skaten konnte, was dann auch 1994 bei der ersten Girl/Chocolate Europa Tour deutlich wurde. Die Jungs waren alle vier trotz ihres Talents und Könnens immer total Underground und das hat mich irgendwie schon immer angezogen, eben die Skater, die nicht so im Rampenlicht stehen, einfach so Typen wie du und ich, die nur eben tausendmal besser Skateboard fahren können, aber Jahre später zum Beispiel genauso mit Alkohol- oder Drogenproblemen zu kämpfen haben.

Was Underground angeht, war Gabriel zeitlebens sicher derjenige, von dem man liebend gerne mehr gesehen hätte, weil er einfach so gut und stylisch skatete, aber er gilt als einer der Pros mit den kürzesten Videoparts aller Zeiten und außer den paar Sachen in den 101 und ersten Chocolate Videos wurde quasi kein Videofootage von ihm veröffentlicht, denn er zeigte sich eben auch nie auf Contests und dergleichen. Das machte ihn irgendwie zu dieser mystischen Style-Ikone und obwohl sein technisches Skaten, das hauptsächlich an Ledges und Picknicktischen stattfand, so gar nicht dem Skaten entsprach, das mich sonst eher begeisterte – ich bin ja mehr so`n All Terrain Fan – war ich immer großer Fan von Gabriel Rodriguez, vor allem halt auch wegen seines Untergrundstatus. Man muß allerdings wohl auch dazu sagen, daß meine doch überdurchschnittlich ausgeprägte androgyne Seite schon immer ein Faible für spanische Männer hatte und ich kann nur sagen, der Mann sah einfach gut aus und war schon immer einer der wenigen, dem Baggy-Klamotten wirklich gut standen (ich mein`, allein der Name Gabriel Rodriguez klingt einfach schon stylisch). Deswegen war ich auch umso schockierter, als er zu Ende seiner Karriere in den späten `90ern als einer der ersten Pros – wenn nicht als erster in der neuzeitlichen Skateboardwelt – einen Schnauzbart trug, denn Schnauzer konnte ich tatsächlich noch nie ertragen, Gabriel durfte das natürlich trotzdem.

Die erste Chocolate Boardserie, Gabriel bereits mit Mustache
Ohne Frage eine der geilsten Boardserien aller Zeiten, Chocolate Skateboards macht`s möglich.

Irgendwann zu BOARDSTEIN ZEITEN hatte ich dann sogar das Glück, von einem Leser für recht schmales Geld ein sehr gut erhaltenes Rodriguez 101 Board zu erstehen, das mit der blutigen Bohrmaschine vor der Blumentapete. Ich finde bis heute die Graphik an sich gar nicht mal so geil, freute mich aber ungemein, ein Gabriel Rodriguez Board an der Redaktionswand mein eigen nennen zu können, denn ein Rudy Johnson Girl Board zum gleichen Zweck hatte ich mir zu diesem Zeitpunkt schon besorgt (bei Bernt im Frontline in Konstanz). Und als wir dann zum Ende von BOARDSTEIN hin bei unser Alles-muß-raus-Ebay-Gewalt-Aktion den Großteil unserer umfangreichen Boardsammlung verkaufen mußten, habe ich diese beiden Boards natürlich behalten und das Rodriguez Board ist wahrscheinlich eins der wertvollsten in meiner Sammlung, auch wenn es davon inzwischen eine Reissue gab. Aber als eins der ersten 101 Boards aus einer Zeit, in der Boards nur in minimalsten Auflagen gedruckt wurden, ist mein Board in diesem Zustand unter Sammlern auf jeden Fall ein paar hundert Dollar wert, ist aber schon immer, gerade nach den Ereignissen der letzten Wochen, absolut unverkäuflich.

Ein Teil des Daches meiner Hütte von unten, fehlt nur noch ein Mariano Board…

So war es tatsächlich auch schon immer mein Plan, mir auch nochmal ein Paulo Diaz und Guy Mariano Board zu besorgen und die vier Boards dann mit der eingerahmten Powell Mini Rats Anzeige in der Mitte zu Hause an die Wand zu hängen, wenn ich dann irgendwann mal aus meiner Hütte in größere vier Wände umziehen würde. Als ich dann im Sommer ein bißchen Geld hatte und mir das Anders Pulpanek Titus Board besorgt habe (BOARDSTEIN.COM berichtete), dachte ich mir, ich muß dann vielleicht mit diesem Vorhaben auch mal anfangen, denn ein gut erhaltenes Paulo Diaz Board aufzutreiben, dürfte auch nicht so einfach werden. Guy ist ja der einzige von den Vieren, der nach seinem beeindruckenden Comeback auch heute noch eine aktive und erfolgreiche Skatekarriere hat, wenn auch Paulo immer mal wieder irgendwo auftaucht. Ich durfte dann erfreulicherweise feststellen, daß ganz unkompliziert ebenfalls bei Titus sogar zwei Paulo Diaz Reissues von Stereo erhältlich waren, von denen ich mir natürlich sofort eins mitbestellte, damit hatte ich im Leben nicht gerechnet und freute mich riesig. Ebenso konnte ich beim Weitergoogeln sehen, daß es wohl auch nicht allzu schwierig werden würde, mir ein neuaufgelegtes Guy Mariano Board mit einer seiner alten Blind Graphiken zu besorgen, denn ich wollte für mein Vorhaben schon gerne Boards aus ihren glorreichen Zeiten in den `90ern haben. Ein Mariano Board werd` ich mir dann wohl dieses Jahr noch selbst zu Weihnachten schenken…

Es muß hier auf diesem Blog ja den Anschein haben, als würde ich mir ständig Boards kaufen, um sie zu Hause an die Wand zu hängen, und ich gebe zu, im Spätsommer waren das tatsächlich ganze fünf Stück. Allerdings habe ich mir davor jahrelang in der Richtung gar nichts geleistet, nicht daß ich mich hier rechtfertigen müßte, in meinem eigenen Blog. Sagen wir so, hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich ganz sicher öfter in (vornehmlich alte) Boards investieren, gerade weil inzwischen so viele Graphiken und Boards als halbwegs günstige Reissues erhältlich sind. Für mich gibt es nichts Geileres als auf Skateboards gedruckte Kunst, das ist halt noch edler als ein schönes gerahmtes Bild irgendwie, vor allem wenn so ein Board eine wichtige Bedeutung aus früheren Jahren für einen hat. Egal, ob man es selber mal gefahren ist oder immer mal haben wollte oder ob man nur den Skater, die Graphik oder das Shape geil fand. Skateboards sind einfach Kunstwerke und -objekte und als solche behandel ich sie auch gerne, wenn es das Portmonnaie denn mal zuläßt. Ich freue mich auf jeden Fall jeden Tag über die vielen Boards in meiner Hütte, und wenn ich mal mehr Platz haben sollte, werde ich sie natürlich so aufhängen, daß sie noch besser zur Geltung kommen.

Damit zurück zu den L.A. Boys, und ich denke, ich kann auch langsam zum Ende kommen mit meinem Nachruf zu Gabriel Rodriguez. Sehr passend fand ich noch in der Doku, daß da auf einen seiner einstigen Signature-Tricks eingegangen wurde, den 360° Flip ohne Kicken, sondern eher um den hinteren Fuß gedreht, nicht oft gesehen, aber könnte man technisch wohl 360° Pressure Flip nennen. Nun, den konnte ich seinerzeit in den `90ern auch mal ganz gut, was vor allem daran lag, daß ich einen simplen Pressure Flip einfach nicht auf die Kette gekriegt habe, und damit hab` ich wohl auch nichts verpaßt. Das war jedenfalls eine schöne Anekdote für mich und man kann nach dieser Doku – wie so oft bei diesen Skatedokus – nur sagen, was für nette und sympathische Typen die vier L.A. Boys doch waren/sind, mir sind sie damit jedenfalls nochmal richtig ans Herz gewachsen, auch wenn Rudy, der sich heutzutage mehr in der traditionellen Skinhead-Szene rumtreibt, ein bißchen füllig geworden ist und offensichtlich nicht mehr so wirklich skatet, im Gegensatz zu seinem Sohn Diego. Aber gerade auch Gabriel bestätigt bei seinen schüchternen und kamerascheuen Auftritten genau das Bild, das ich immer von ihm hatte, eben das eines Typen, der nicht gerne im Rampenlicht steht, und ich weiß nicht, ob der Krebs 2016 bei ihm schon ausgebrochen war, aber er sieht ein bißchen danach aus.

The L.A. Boys reunited in The Berrics knapp 30 Jahre später. Ph: theberrics.com

Ich bin jedenfalls, gerade jetzt im Nachhinein, sehr froh, ihm einmal begegnet zu sein, und zwar während seines wohl einzigen Europa-Besuches als Pro, der bereits erwähnten Girl/Chocolate Tour von 1994, bei der Demo in der Hamburger I-Punkt Halle, die damals im Hochsommer natürlich nicht drinnen, sondern auf der gerade eingeweihten neuen Außenfläche stattfand. Für die Demo an sich sorgten hauptsächlich Eric Koston, Mike Carrol, Rudy Johnson und ein bißchen Jeron Wilson. Sean Sheffey, Jovontae Turner, Tony Ferguson und eben Gabriel konzentrierten sich mehr aufs Representen, Chillen und Bong rauchen im Tourbus. Ich erinnere mich zwar an einen schönen Fs Half Cab Flip über eine Pyra-Hip von ihm, aber das war wahrscheinlich auch der einzige Trick, den er bei dieser Demo machte. Viel geiler war für mich aber, als er mit aufgesetzten dicken Kopfhören an mir vorbei ging und ich ihn fragte, was er gerade hören würde. ‚Jimi Hendrix‘ war die überraschende Antwort, hatte ich doch mit irgendeinem Ghetto-Hip Hop gerechnet. Sein freundliches Lächeln danach werde ich nie vergessen, aber wie gesagt, ich war auch immer ein bißchen verknallt in ihn…

Diese Anzeige war seinerzeit die Rückumschlagseite von einer der ersten Limited Ausgaben, einfach nur stylisch…

Und als ich mit meinem Freund Jonn Rübcke vor ein paar Jahren an unserem I-Punkt Buch gearbeitet habe, war ich natürlich begeistert, als ich in Jonns Archiv ein Photo von Gabe fand,, von dem ich nichts wußte und das alleine schon wegen seiner Seltenheit natürlich mit ins Buch mußte (im Hintergrund sitzt übrigens Marcus Jürgensen, ebenfalls die Mütze leicht schräg, so hot right now!). So wurde diese Begegnung für mich unsterblich gemacht sozusagen, klingt jetzt ein bißchen pervers am Ende so eines Nachrufes, aber ich meine das alles natürlich durchweg ernst. Es war nicht das erste Mal und es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, daß ich nach der Nachricht über den Tod eines Pro-Skateboarders so todtraurig war wie über den Verlust eines engen Freundes, einfach weil ich das Gefühl habe, hätte man sich richtig gekannt, wäre man mit Sicherheit auch befreundet gewesen. Ich war wie gesagt schon immer Fan von den eher stillen und nicht im Rampenlicht agierenden Pros, in diesem Sinne R.I.P. Tim Brauch, R.I.P. Jaya Bonderov, R.I.P. Matt Reason u.v.a., und R.I.P. Gabriel Rodriguez, nur die Besten sterben jung…

Gabriel im Sommer `94 bei der Girl/Chocolate Demo an der I-Punkt Halle. Ph: Jonn Rübcke

Ich melde mich dann nächstes Mal mit erfreulicheren Nachrichten und/oder Gedanken aus meinem merkwürdigen Leben, das mit Sicherheit sehr sehr anders verlaufen wäre, hätte ich nicht Skateboarding kennen und lieben gelernt. Das kann wohl jeder Skateboarder von sich behaupten, deswegen sind wir ja auch alle eine große Familie…
Danke und tschüß soweit,
Arne

Herzlichen Dank auch an Chromeball Incident und The Berrics für Scans und Photos!!!

FRONTURLAUB IN DOLLERUPHOLZ

Links unser Haus von Süden aus, im Hintergrund die Flensburger förde mit dänischer Küste

Moin Moin zusammen!

Also eigentlich sollte ich seit gestern schon wieder Ecke Belgien/Nordfrankreich auf Baustelle sein, da haben quasi zwei Projekte gleichzeitig angefangen, nein, eigentlich drei. Die Vulcano Jungs sind in Archeres nahe Paris am Start, aber mit dem Generalunternehmer und den Materiallieferungen dort verläuft mal wieder einiges suboptimal, wie so oft auf französischen Baustellen, doch die Thematik ist auf jeden Fall einen eigenen Blog-Eintrag wert. In Chaleroi in Südbelgien, wo Mikey auf grünes Licht wartet, sind sie auch mal wieder in Verzug, und dann soll nächste Woche noch das Projekt in Hazebroug in Nordfrankreich starten, was eigentlich schon im Juni hätte anfangen sollen, aber in diesem Business kann man sich auf solche Ansagen eben einfach nicht verlassen. Ich werde dann jetzt wohl die Woche erfahren, wo ich denn für den Saisonendspurt landen werde, auf jeden Fall geht es hoffentlich nächsten Sonntag statt gestern erstmal nach Brüssel zu Mikey und dann wie immer wohin auch immer…

Somit kann ich statt einer Woche zwei Wochen Auszeit und Heimaturlaub genießen, aber eigentlich ist mir das gar nicht recht. Ich wollte nur kurz zu Hause die kurzen gegen lange Klamotten austauschen und direkt wieder an die Front, das Wetter wird wahrscheinlich nicht besser bzw. wärmer und man will die letzten Baustellen denn auch gerne bis Weihnachten hinter sich gebracht haben. Wobei mensch das mit dem Wetter heutzutage ja auch nicht genau weiß, ich überlege auch wirklich, nicht mindestens doch eine kurze Hose mitzunehmen. Aber um Arbeit soll es uns heute mal nicht gehen, ich bin ja auf Urlaub zu Hause, deswegen dachte ich, ich stelle euch dieses Zuhause heute mal vor, ein paar von euch waren ja auch sogar schon mal hier, als Nachbarn oder als Besuch. Aber den meisten von euch dürfte der Name Dollerupholz wohl eher nichts sagen, das ist nämlich der Name des Dorfes, in dem ich wohne, das eigentlich gar kein richtiges Dorf ist und rein demographisch eher so eine Häuseransammlung. Die Landschaft dazu hier an der Flensburger Förde im Dreieck Flensburg/Schleswig/Kappeln nennt man Angeln und die Menschen hier Angeliter.

Aufgewachsen bin ich bekanntlich in Habernis, wo meine Eltern ein Restaurant mitsamt Campingplatz und Kiosk geführt haben, tausendmal im BOARDSTEIN MAGAZIN von erzählt. Im Herbst 1993, ich war gerade 18 geworden, sind wir vier Kilometer westlich in ein kleines Haus in Dollerupholz gezogen, in erster Linie weil meine Eltern keine Lust mehr hatten, sich den Arsch abzuarbeiten, um irgeldwelche Schulden abzuarbeiten. Und sie haben sich von dem ganzen Gedöns getrennt, wobei sie den Campingplatz noch mindestens zehn Jahre lang behalten haben, aber das sind letztendlich unwichtige Details. Ich hab` hier jedenfalls in Dollerupholz gewohnt, bis ich Ende 1998 ins Studentheim nach Kiel gezogen bin und von da aus Frühling 2000 in den BOARDSTEIN KELLER nach Dortmund. Und um das Ganze jetzt auch noch bis zum Schluß zu erklären, dort bin ich komplett im April 2009 ausgezogen, nachdem ich vorher schon ein paar Jahre mit meiner Freundin in Hamburg eine kleine Wohnung im Portugiesenviertel hatte. Nachdem diese Beziehung, von der ich dachte, sie würde die einzige in meinem Leben bleiben, leider nach 15 1/2 Jahren in die Brüche ging, hauste ich auf den 34 Quadratmetern dort noch gut weitere zwei Jahre mit teilweise ein, zwei Mitbewohnern, und zog dann, nach einer legendären Abschiedsparty, über die wegen des massiven Bulleneinsatzes, der die Party letztendlich sprengte, leider noch heute geredet wird, in eine neue Vierer-WG über dem Jolly Roger, der offiziellen St.Pauli-Fankkneipe.

Das war nochmal eine tolle Zeit dort mit lieben Leuten, aber mir war klar, meine Tage in der Großstadt waren gezählt, ich hatte mir selbst (und auch meiner Ex) immer wieder gesagt, daß ich mit spätestens Vierzig wieder auf dem Land wohnen möchte. Und damit hab` ich mir auch nichts vorgemacht und hab` das dann zweieinhalb Jahre später auch gerade noch geschafft. Da ich ja die ganze Zeit voll im Betonbusiness unterwegs und wie heute noch alleine schon acht Monate im Jahr auf Montag war, machte eine eigene Wohnung oder ein neues WG-Zimmer in Flensburg und Umgebung aber überhaupt keinen Sinn, und das war auch nicht mein Plan. Denn ich wollte richtig nach Hause, richtig aufs Land, zurück in die tiefste Pampa und zu meinem Vater, von mir und meinem Bruder liebevoll Herrchen genannt. Der hat nämlich in seinem schönen und recht geräumigen Garten ein schuckeliges Holzhaus stehen, das mit 38qm Wohnfläche und einer plietschen Raumaufteilung durchaus sehr geräumig ist. Dieses war ursprünglich mal für Gäste gedacht und sogar mit einer kleinen Küche ausgestattet, aber seit dem viel zu frühen Tod unseres geliebten Frauchens, wurde es eigentlich außer von mir im Sommer bei meinen Besuchen nicht mehr wirklich genutzt, weil für Gäste auch im Haus Platz war, und die Gäste meines Vaters werden wie mein Vater auch nicht jünger.

Mein Holzhaus, wie es leibt und lebt
Das Ganze von innen, BOARDSTEIN KELLER in ganz klein…
Meine extrem kuschelige Schnarchhalde, das Board kennt ihr noch, nä!?

Jedenfalls ist dieses Holzhaus ein einziger Traum und das Beste, was ich mir zur Zeit vorstellen kann, vor allem eben auch wegen seiner Lage, aber dazu gleich noch. Ich hab` hier auf jeden Fall genug Platz für meinen ganzen Kram, inklsuive meines Werkzeugs, von dem die Hälfte hinter`m Haus im Schuppen steht (na gut, ich hab` auch noch einigen Krempel bei Herrchen auf`m Dachboden). Mein Bett ist so gemütlich und kuschelig, daß ich jeden Abend, wenn ich mich da schlafen lege, freue, wie gemütlich und kuschelig ich es hier habe. Hinter meiner Hütte wird auch das Brennholz gelagert, mit dem ich mein Heim beheize und mein Vater sein Wohnzimmer, hier haben fast alle Häuser wenigstens einen Kamin oder Ofen, denn es gibt hier neben Feldern, Wiesen und Strand auch reichlich kleine Wälder. Und damit kriegt man das Ganze im Winter mehr als genug geheizt, und es gibt nichts Geileres, als das Holz für die nächsten Jahre selbst aus`m Wald zu holen, in ofengerechte Stücke zu hacken und hinter meiner Hütte zu verpacken, das erfreut mich jedes Mal. Der Wald neben unserem Grundstück ist natürlich auch ein optimaler Windschutz, denn wir haben hier nunmal meistens und fast immer irgendeine Form von Westwind und damit ist meine Hütte super geschützt. Dem ist bei Ostwind leider nicht so, und dieser Wind ist wirklich eisig, und da kommt auch mein Ofen nicht ganz mit und man sitzt hier dann mit zwei Pullis und Strickjacke am Schreibtisch, denn die Hütte ist eben nicht isoliert. Aber zum Glück sind das immer nur zwei, drei Wochen im Jahr mit starkem Ostwind (und das nie an einem Stück), aber ich bin immer froh, wenn ich dann gerade nicht zu Hause bin.

Der Blick aus meiner Tür Richtung Osten
Mein Vorgarten nach dem Laub harken

Ja, man lebt hier schon mit den Elementen, bei uns auf`m Land ist es auch nicht unbedingt als Smalltalk zu bezeichnen, wenn mensch sich über das Wetter unterhält, das ist hier nämlich eine ernstzunehmende Angelegenheit und hier im Norden meistens doch eher nich` so dolle, aber man gewöhnt sich dran, wenn man damit lebt. Vorhersehbar ist ja sowieso gar nichts mehr, und die Klimaerwärmung spürt man hier auf jeden Fall schon seit Jahrzehnten mehr als deutlich, das Wetter wird immer extremer, aber unter`m Strich deutlich wärmer, was ich mal für meinen Lebensabend eher als Vorteil betrachte. Jedenfalls hatten wir, als ich Kind war, jeden Winter mindestens zwei, drei Monate Schnee, heutztage freuen wir uns, wenn wir alle paar Jahre mal ein paar Tage Schnee haben.

Genug vom Wetter, denn mehr noch als damit (obwohl geht das?) lebt man hier nämlich auch mit der Natur, die sich allerdings ebenfalls sehr verändert hat, gerade am Wasser. Haben wir früher als Kinder die Stichlinge, Seenadeln u.Ä. quasi mit der Hand gefangen, ist mensch heute schon froh, wenn man beim Baden überhaupt nochmal irgendeinem Tier begegnet, das ist schon wirklich krass. Ansonsten aber haben wir hier reichlich Landschaftsschutzgebiete und ich würde schon sagen, daß die Flora und Fauna hier in der Region einigermaßen in Ordnung ist, denn man sieht schon noch reichlich Viecher rumkeuchen – und fleuchen oder hört sie auch des Nachts. Aber auch hier nichtsdestotrotz: Früher war mehr Lametta! Und gerade auch Vieh auf den Feldern sieht man nicht mehr allzu viel, die meisten Bauern haben aufgegeben und ihr Land an irgendwelche Großunternehmer verkauft oder -pachtet, die ihre Tiere natürlich eher in großen Ställen halten. Aber doch, ja, wenn ich lange unterwegs war und dann mit Zug und Bus nach Hause komme und aus dem Fenster in die Ferne gucke, muß ich schon immer wieder sagen, wir wohnen hier wirklich in der Pampa, aber dafür eben auch in einem kleinen Paradies. Und vor allem die Ruhe und vor allem Stille hier, gerade in meinem Garten in Dollerupholz, ist manchmal atemberaubend und ich will sie wahrlich nicht missen. So kommt es nicht selten vor, daß ich mich nach Wochen auf Montage wie nichts anderes auf meine Platten freue, dann aber erstmal zwei, drei Tage gar keine Musik höre, um eben erstmal voll zu entschleunigen.

Vom Schreibtischfenster rangezoomt, mein Bruder könnte euch genau sagen, um was für einen Raubvogel es sich handelt, mein Vater vermutlich auch

Ich hab` ja nun während meines actionreichen Lebens schon wirklich eine Menge paradisischer Fleckchen Erde gesehen, kennengelernt und erlebt, aber rein landwirtschaftlich kann die nördlichste Spitze Deutschlands da bei allem auf jeden Fall locker mithalten. Dazu kommt allerdings noch, daß es sich hier im gemäßigtem Klima gleichzeitig um einen der friedlichsten und ungefährlichsten Orte auf der Welt handelt, das allerdings in einem der reichsten Länder der Erde. Also ich kann nur immer wieder betonen, wie glücklich ich mich schätze, hier so letztendlich wohlbehütet groß geworden zu sein, und wie sehr ich meine Heimat liebe für das, was sie ist, nämlich ein Paradies auf Erden, zumindest für mich. Und wie ich weiß auch für fast alle Einheimischen, und daß die Menschen hier auch von einem ganz besonderen Schlag sind, brauche ich wohl nicht zu betonen, und dazu lasse ich mich besser auch mal ausführlich ein anderes Mal aus. Ich sehe die Gesellschaft hier jedenfalls ein bißchen anders, seit ich 25 Jahre durch die Welt getingelt bin, und das macht es mir hier mit Sicherheit nicht immer einfacher, aber dazu dann wie gesagt vielleicht ein anderes Mal mehr.

Jedenfalls ist es hier meistens einfach nur schön, durch die Nähe zum Meer natürlich vor allem in der warmen Jahreszeit, es kommen ja nicht umsonst viele Menschen aus ganz Deutschland seit Jahren und zum Teil Generationen zum Urlaub machen hierher, sonst wäre hier tatsächlich auch so gut wie gar nichts los. Und apropos Nähe zum Meer, ich hatte, glaube ich, noch nicht erwähnt, daß es von meiner Hütte 500m durch den Wald sind und ich dann am Strand stehe (in Habernis mußte ich nur über die Straße gehen). Ich bin also wirklich von der Waterkant und möchte hier auch unbedingt alt werden, denn es gibt nichts Besseres, als im Sommer mindestens einmal täglich ins Meer zu springen, das ist für mich echte Lebensqualität. Und mein Strand, ey, Alter, wie geil! Wir haben hier halt viele Steilküsten, dementsprechend sind die Strände sehr steinig und naturbelassen, das gilt aber eigentlich nur an Land, das Wasser selbst ist perfekt zum Baden. Gut, am Strand dürfte es gerne ein bißchen mehr Sand sein, aber dadurch fehlen zum Beispiel hier in meiner kleinen Bucht auch einfach die Touristen und Spaziergänger und dementsprechend bin ich oftmals ganz allein, wenn ich baden gehe. Und gerade in spiegelglatter See bei Sonnenuntergang hat das natürlich schon was, wenn man wirklich so ganz alleine im Wasser ist und die komplette Stille genießen kann. Ich muß allerdings sagen, manchmal hätte ich allerdings auch mal Bock auf richtige Wellen, die gibt`s aber eigentlich nur im Winter bei Sturm, wenn`s zu kalt ist zum Baden, naja, man kann nicht alles haben, woll!?

Auf`m Weg zum Strand
Mein Strand Richtung Westen
Mein Strand Richtung Osten, 500m vom Ufer haben wir die Urne meiner Mutter versenkt, sie ist also immer bei mir…

Dafür haben wir hier einen ebenfalls sehr naturbelassenen tollen Garten mit reichlich verschiedenen Bäumen, einem kleinen Teich direkt vor meiner Hütte und auch sonst alles, was ein Garten so braucht (gut, für eine kleine Betonminirampe muß ich meinen Vater noch ein bißchen bearbeiten, und ja, irgendwie fehlt auch mindestens ein Hund, aber mit dem Thema ist Herrchen leider auch durch). Da mein Bruder mindestens schon so lange, wie ich skate, Ornithologe ist – also in seiner Freizeit professionell Vögel zählt und beobachtet, und damit auch ein bißchen meinen Vater angesteckt hat -haben wir in unserer näheren Umgebung auch gut zwei Dutzend Brutkästen sämtlicher Güteklassen und ich erzähle euch lieber nicht, was Herrchen so im Jahr an Vogelfutter ausgibt. Aber dadurch flattert, zwitschert und singt es in unserem Garten zu jeder Jahreszeit auch reichlich, seit drei Jahren haben wir sogar eine Art Hausfasan, den Herbert. Es hat sich auch gerade wieder ein Igel unter meiner Hütte für den Wingter eingenistet, den hört man vornehmlich abends rumschnuffeln und der freut sich über die letzten Birnen vom Baum. Im Sommer gibt`s noch Frösche und Eichhörnchen, Rehe, Dammwild und Hasen sowieso das ganze Jahr, also an Tierchen, mit denen man hier lebt, kommt man nicht zu kurz. Und ey, so`n Garten ist auch ganz einfach geil zum Pissen gehen, was meint ihr, was das für`n Abwasser spart, und ich spar` mir die 20 Meter zum Haus, aber hallo! Ich bin mal früh morgens raus, um mich zu erleichtern, da stand ein paar Meter vor der Hütte ein Reh und hat irgendwo rumgeknabbert, mich nur doof angeguckt und dann weiter geknabbert, also bei solchen Momenten lacht das Herz immer mehr als sowieso schon.

Der Beweis, es haust wieder ein Igel unter meiner Hütte, meistens direkt unter meinem Schreibtisch beim Ofen

Da ich ja seit zwölf Jahren keinen Führerschein mehr habe und sowieso noch nie ein Auto, bin ich hier natürlich vornehmlich mit Fahrrad unterwegs. Zur Bushaltestelle sind es fünf Kilometer und dann nochmal gut Zwanzig nach Flensburg, das was ich als meine Heimatstadt bezeichnen würde. Weil `ne Fahrt nach Flensburg inzwischen sagenumworbene 5,40 Euro kostet, mach` ich es schon seit Jahren so, daß ich immer 20 Minuten vor dem Bus an der Nordstraße (die B199, nördlichste Bundesstraße Deutschlands) stehe und auf kalten Daumen mache. Und meistens komme ich dann auch noch vor`m Bus weg und meistens kennt man die Leute sogar auch wenn nicht direkt, dann über irgendwelche Ecken. Richtig geil, erst letztens im September irgendwann, ich steig` ein und der Typ fragt mich, ob ich was gegen Elvis Presley habe, lief halt gerade auf CD, war ich schon mal begeistert, der King geht immer. Er meinte dann auch ziemlich schnell, daß wir uns doch aus`m Hafermarkt in Flensburg kennen würden und schon mal zusammen auf der Couch da gekifft hätten. Naja, wir also so geplaudert (geschnackt sagt mensch hier) und ich dann irgendwann erzählt, daß ich eben keinen Führerschein mehr habe, und er grinst mich nur an und meint ‚Ich auch nicht mehr’… Jaja, Trampen ist schon geil, werde ich niemals nicht mit aufhören…

Und wo wir gerade schon in Flensburg sind, da zieht es einen dann ja doch mindestens einmal die Woche hin, man muß ja auch wenn nicht irgendwie zum Skaten auch mal unter Leute. Denn wenn ich es nicht drauf anlege, sehe bzw. spreche ich unter der Woche eigentlich auch gerne mal außer meinen Vater keinen Menschen, also persönlich jetzt, was auch ein bißchen an unserem vekorksten Dorf liegt, zu der Thematik gleich nochmal. In Flensburg kann mensch jedenfalls auch mal feiern oder auf Konzerte gehen, lange nicht mehr so gut wie z.B. zu BOARDSTEIN ZEITEN, aber egal. Da die meisten meiner Flensburger Freunde auch nicht mehr ganz so flexibel und belastbar sind wie früher, habe ich es mir jedenfalls mehr oder weniger angewöhnt, wenn ich feiern gehe, irgendwie durchzumachen und mit dem ersten Bus Richtung Kappeln nach Hause zu fahren. Und das sind dann immer die Momente, wo ich hier eins mit der Natur werde, wenn ich bei Sonnenaufgang mein Fahrrad durch die Nebelfelder nach Hause schiebe und mit mir selber rede, wie schön das Leben doch ist und wie gut ich es hier getroffen habe. Nicht so geil ist es, wenn man im Bus einschläft und dann Endstation Kappeln aufwacht oder vom Busfahrer aufgewacht wird, noch beschissener wird es, wenn der Busfahrer dann nochmal Geld für die Rückfahrt nach Dollerup haben will. Sowieso ist dieses Durchmachen eigentlich nur von Freitag auf Samstag erträglich, da fährt der erste Bus in Flensburg um 6.00 Uhr morgens, Sonntags erst um 8.30 Uhr und dann auch nur alle drei Stunden, das erfordert dann schon einiges an Selbstdisziplin, die im etwaigen Suff auch von mir nicht immer komplett garantiert werden kann.

Was soll ich sagen, alles in allem ist das hier nicht nur meine tolle und liebenswerte Heimat, sondern auch der ideale Ort, um nach ein paar Wochen Montage an der Front, wie schon mal erwähnt auch Männerpension oder Bootcamp genannt, wieder runter- bzw. eigentlich eher wieder raufzukommen und die Batterien aufzuladen. Dann hat man irgendwann auch wieder Bock und Power, sich ins nächste Abenteuer zu stürzen, gerade auch weil man sich mehr oder weniger sicher sein kann, daß man hier nicht allzu viel verpaßt, aber das liegt wohl vor allem an meinen eigenen Lebensumständen. Und es fühlt sich super an, zusammen mit meinem Vater zu wohnen, der ein bißchen Geld von mir kriegt, wenn ich hier bin, aber ansonsten zahle ich quasi keine Miete. Dafür wiederum 70,- Euro für Internet per Satellit, denn hier ist natürlich der Netzausbau noch ziemlich steinzeitlich. Das gilt vor allem auch fürs Handynetz, das kann tatsächlich schon manchmal ein Problem sein und sowieso bin ich hier im wesentlich stärkeren dänischen Netz, obwohl die Küste noch gut zehn Kilometer entfernt ist. Aber das ist ja generell in Deutschland ein Problem und in der Tat auch mal einen Blog-Eintrag wert, wenn die Thematik letzendlich nicht so langweilig und belanglos wäre.

Aber ja, man hat schon von Leuten gehört, die für bessere Netzanbindungen vom Land Richtung Flensburg gezogen sind und generell war es zumindest in den letzten drei Jahrzehnten tatsächlich ein deutlicher Trend, daß viele Häuser und Resthöfe hier von reichen Leuten aus vornehmlich Hamburg und Berlin gekauft worden sind, weil die jungen Leute eben nicht mehr auf dem Land wohnen wollen. Ich würde sagen, dieser Trend ist schon zurückgegangen, hat aber trotzdem dazu geführt, daß viele Dörfer ein bißchen ausgestorben bzw. auseinandergerissen sind, unser Dollerupholz hier ist das beste Beispiel. Viele Ferienhäuser, die nur einen kleinen Teil des Jahres bewohnt sind, und viele Zugezogene, die man gegebenfalls erstmal kennenlernen muß, eine Dorfgemeinschaft ist jedenfalls quasi nicht existent. Dafür gibt es aber ein paar Fehden untereinander, weil es auch nicht wenige Menschen gibt, die hier schon ihr Leben lang wohnen, sich dementsprechend erzkonservativ bis stockstumpf geben, und denen dementsprechend zwischendurch auch mal mit ihrer nordischen Sturheit extrem langweilig wird, frei nach dem Motto ‚Wer keine Probleme hat, macht sich eben welche‘.

Kollege Fischreiher

Ist mir alles egal, ich möchte hier gerne alt werden, und am liebsten auch wirklich hier auf diesem Grundstück in Dollerupholz, auf dem sich sicherlich noch einiges machen ließe. Und ich finde es auch toll, hier mit meinem Vater, inzwischen 78, zu wohnen, nicht daß ihm langweilig wäre und er händeringend Gesellschaft bräuchte. Aber ich kann ihm natürlich schon gut in Haus, Hof und Garten helfen, wie gerade letzte Woche z.B. mit Laub harken, was in zwei Monaten, wenn alles runter ist, nochmal anstehen wird. Ich finde das jedenfalls wirklich eine super Symbiose hier mit uns beiden, ey, unsere Nachbarn, die Schwennesens, leben mit vier Generationen unter einem – zugegebendermaßen sehr großen – Dach, wie geil ist das bitte!? Familie ist was Tolles, wenn man sie hat! Super ist auch noch, daß Herrchen als Koch auf Lebenszeit natürlich immer leckerstes Essen zubereitet, immer schön mit Saisongemüse und so, da brauch` ich gar nicht anfangen, mich großartig in die Küche zu stellen. Um 18.00 Uhr steht hier das Abendessen auf dem Tisch und ich werde dabei immer wieder aufs Neue verwöhnt. Vielleicht erzähle ich euch zu einem anderen Zeitpunkt auch nochmal ein bißchen was über Herrchen, der ist nämlich auch so `ne Angeliter Marke für sich, aber ich freue mich hier noch auf ein paar schöne Jahre mit ihm.

Somit hatte ich hier wie immer ein paar entspannte Tage, letzte Woche war es ausnahmsweise sogar nochmal richtig sonnig und herbstlich warm, seit ein paar Tagen regiert allerdings wieder der Regen, aber auch das kann eben sehr schön sein, bei so einem Sauwetter hier in seiner kuscheligen Hütte mit seinen Platten zu sitzen und schöne Dinge zu tun. Viel mehr nervt da in der kalten Jahreszeit schon die Dunkelheit, man kann uns nicht nur diesbezüglich ja eigentlich schon eher zu Skandinavien zählen als zu Deutschland. Aber das nervt schon, wenn`s im Hochwinter maximal sechs, sieben Stunden Tageslicht gibt und bei schlechtem Wetter überhaupt keine Sonne, da kann man schon ein bißchen komisch werden. Und so sehr ich die einzelnen Jahreszeiten hier auch liebe, spätestens Ende Februar habe ich dann immer genug vom Winter und muß nochmal irgendwiewo für ein paar Wochen in die Sonne, bevor die Saison wieder losgeht. Den Rhythmus kriege ich auch, glaube ich, nicht mehr aus mir raus und will ich auch gar nicht, der würde nämlich auch dem einen oder der anderen Angeliterin mal ganz gut tun, herrgott, fang` ich schon wieder an zu labern…

Aber den Ruf hab` ich hier eh weg, erzähle ich euch vielleicht auch irgendwann mal… Wir hören wieders, habt`s gut soweit und beste Grüße von ganz oben,
Arne

P.S.: Dadurch daß mein Marschbefehl sich nach hinten verschoben hat, wurde mir übrigens auch ein Blog-Eintrag ruiniert, denn eigentlich wollte ich euch Spermbirds und Steakknife im Doppelpack liefern, war ich doch vorletzten Samstag bei Spermbirds im Knust in Hamburg und wollte eigentlich letzten Freitag zu Steakknife im Goldenen Salon. Und wenn Lee Hollis schon zweimal in einer Woche in der Stadt ist, bin ich da doch gerne bei, ich finde den Typen und seine Bands ja bekanntlich super. Aber so bin ich dann doch nicht dieses Wochenende nach Hamburg gefahren, was die ganze Story irgendwie zunichte machte, ein Blog läßt sich vermutlich nicht planen, liegt wohl in seiner Natur. Deswegen hier nochmal eine kurze Impression von einer meiner absoluten Lieblingsbands, die immer noch so rockt wie eh und je. Ich werde kommendes Wochenende dann nochmal einen kurzen Zwischenstop in Hamburg machen, vielleicht gibt`s ja was zu berichten, ich kann ja gar nicht mehr ohne…

DJ BOARDSTEIN MACHT FACEBOOK NO MORE

Yo, ich habe mich also noch schneller als selbst gedacht entschlossen, mein Facebook Konto, das ich, Jahrzehnte später als fast alle anderen, ins Leben gerufen hatte, um euch darüber über diese Blogeinträge auf dem Laufenden zu halten, zu löschen. Mir war von vornerein klar, daß ich auch zukünftig mit dem Scheißverein und allem Artverwandten nichts zu tun haben möchte, dazu gibt es eine längere Geschichte, wie ihr euch denken könnt, denn schließlich sind Soziale Medien kein Phänomen der letzten zwei Jahre, sondern eher der letzten zwei Jahrzehnte. Warum ich mich von diesem ganzen Gedöns fern- und was ich sonst noch so davon halte, könnt ihr in den folgenden Zeilen, ups, Absätzen lesen, nur eben nochmal ganz deutlich hier vorweg: Es wird in Zukunft keine Hinweise mehr auf Facebook geben, hier auf BOARDSTEIN.COM passiert was, wen das interessiert, was hier passiert, der/die guckt eben ab und zu mal auf diese Seite oder läßt es eben bleiben…
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DJ BOARDSTEIN GOES MAXI INTENSE

Ah jo, ich bin grad am Wochenenden und da könnte man vielleicht nochmal kurz da ansetzen, wo ich letztes Mal aufgehört habe. Also, Wee-Man und Nanaqui sind wieder übers Wochenende nach Hause nach Barcelona gefahren, weil da wohl eine Party an ihrem Spotter D.I.Y. Spot ist, also danke, 2x mindestens sieben Stunden Autofahrt für zwei Tage Spaß, ohne mich. Mikey und Kjell sind Richting Belgien abgerückt, Seb ist aus unserer Unterkunft raus zu Lao gezogen, weil deren Unterkunft angeblich zu klein für Miron ist. Totaler Schwachsinn natürlich, der etwas schnöselige Architekt hat bloß keinen Bock, abends Miron dabei zuzugucken, wie er mit verschränkten Armen vor dem Fernseher steht und bei voller Lautstärke DMAX guckt, während in der Bratpfanne irgenwas Fleischiges bruzelt, und damit wahrscheinlich alle Bauarbeiter-Klischees auf einmal erfüllend. Das proletarische Volk soll ja lieber unter sich bleiben, so häng` ich hier mit Miron dieses Wochenende alleine ab, praktisch, wo wir uns sprachlich nicht anständig verständigen können, sagen wir mal, sein Deutsch ist sogar besser als sein Englisch, dafür mein Spanisch genauso schlecht wie mein Französisch. Und ich könnte hier jetzt auch seitenweise über Architekten und so abkotzen, aber dazu ist mir grad meine freie Zeit zu schade, und Lao ist eigentlich ein Guter, nur erfüllt er halt nebenbei auch voll und ganz das ein oder andere Architektenklischee…
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KURZ MAL ZUM GROBEN UND ALLGEMEINEN…

Moin zusammen!
Also, bevor ich es vergesse, nochmal kurz zu meinem Anti-Surf-Hate-Trip letztes Mal: Wir haben hier auf der Baustelle in den letzten Tagen vornehmlich den lokalen Radiosender ‚Wave Radio‘ im Kofferradio laufen gehabt, der Name ist wohl Programm, aber nicht, wenn`s nach mir ginge. Wenn das die Scheiße ist, die Surfer sich den lieben Tag lang reinpfeifen, dann möchte ich bitte noch weniger mit dem ganzen Verein zu tun haben. Können wir bitte auch mal ein melancholisches Lied hören oder muß es tatsächlich immer happy happy sein und vor allem grooven!? Daß die Jungs und Mädels auf der Welle auch noch nie für zu großes Politikinteresse oder dergleichen bekannt waren, ist ja auch nichts Neues, und zum Glück kann ich kein Französisch. Einziges Plus: Wenig Werbung. Damn, so viel dazu, eigentlich eine passende Einleitung zum heutigen Blogbeitragsthema, Baustellenleben und so. Musik macht alles einfacher, gerade auf der Arbeit, aber ich höre lieber keine Musik als beschissene Musik und ich denke dementsprechend auch, lieber keinen Skatepark bauen als einen beschissenen Skatepark…
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DJ BOARDSTEIN GOES D`ELMAR ABRISSPARTY

Moiners! Hier mal die neusten Kurznachrichten von der Westfront in Seignosse, und im Westen eigentlich nix Neues. Wir haben Donnerstag angefangen zu betonieren, aber da geh` ich dann im Laufe der Woche nochmal genauer drauf ein. Bemerkenswert ist, daß hier übes Wochenende nochmal kurz die Hölle los war, weil viel Partyvolk aus Spanien angereist ist, die haben da wohl irgendwie gerade Herbstferien oder sowas. Vielleicht waren das auch noch die Nachwehen vom Quiksilver Pro Surf Contest, von dem wir hier allerdings nicht viel mitbekommen haben, weil das Ganze jedes Jahr zwei Strände weiter stattfindet. Nun, man kann schon sagen, daß die Woche über nochml mehr Surfervolk unterwegs war, wir haben von unserer Baustelle ja auch alles im Blick, was sich Richtung Strand bewegt- Wahrscheinlich erfüllen wir da auch regelmäßig die Klischees im Sinne von notgeilen und chronisch untervögelten Montagebauarbeitern, die den heißen Surfer-Chicks auf die Ärsche gucken, naja, was soll`s, man ist ja auch nur Mensch…
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DJ BOARDSTEIN GOES BARCELONA ZUM ERSTEN MAL

Ah jo, hier ist wieder die Front zurück vom Frontkurzurlaub, ich war/wir waren wie gesagt fünf Tage in Barcelona, mal so eben zwischendurch. Besonders an der ganzen Geschichte ist vermutlich nur, daß ich als leidenschaftlicher Streetskater und 44-jähriger Skate-Nerd zum allerersten Mal da war, jaaa! Für den Normalskater jeglichen Alters heutzutage unvorstellbar, aber für mich Realität. Ich hab` inzwsichen die halbe Welt gesehen, aber nach Barcerlona hatte es mich einfach noch nie verschlagen. Deswegen meinte ich auch zu meinem Flensburger Kollegen und Rebel Röcker Christian ‚Vega‘ Neve – bekannt von mindestens zwei BOARDSTEIN Touren und noch reichlich Gnaddel Videos auf Youtube – als wir Anfang des Jahres oder so darüber sprachen, daß er und die Boys dieses Jahr mal wieder für `ne Woche nach Barcelona auf Filmmission fliegen wollten, daß ich mich sehr gerne bis unbedingt da einklinken wollte. A) um einfach mal wieder ein paar Tage nichts als Streetskaten zu machen und b) endlich mal da gewesen zu sein und mitreden zu können, zumindest ein bißchen. Also schnallt euch schon mal an, ich bin nur kurz da gewesen und werde mein Maul auf jeden Fall wie immer ganz weit aufreißen…
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WAHRE WORTE VON OLIVER KAHN

Also als ich diesen Blog gestartet habe, war mir schon klar, daß ich auch zwischendurch irgendwie ein paar Einträge in der hohlen Hand haben muß, wenn ich mal ganz gar keine Zeit oder Muße für diesen Schabernack habe. Zum Glück pflege ich seit BOARDSTEIN ZEITEN immer noch die Tugend, Textpassagen oder Zitate aus Zeitschriften, Büchern, was auch immer, jedenfalls irgendwas, das mich schriftlich bewegt hat, aufzuschreiben bzw. abzutippen. Das sind die berühmten ‚Wahren Worte‘ aus unserer noch berühmteren ‚Gerücheküche‘, die es 47 Ausgaben lang in jeder BOARDSTEIN AUSGABE gab. Also dachte ich, poste ich mal was zwischendurch, während ich mich hier mit den Boys durch Barca skate, und gucke in mein Archiv von ‚Wahren Worten‘ für ein kleines intellektuelles Intermezzo. Und ich mußte nicht lange suchen, denn direkt das erste Zitat in meiner Word-Datei – von keinem Geringeren als Oliver Kahn, den ich früher immer gehaßt habe – paßt perfekt. Zu mir und zu meinem Leben und meiner jetztigen Situation als Blogger, der versucht eure Aufmerksamtkeit zu erregen und zu stimulieren. Vielleicht bin ich auch einfach schon als Blog geboren und wußte bisher nichts davon. Zitat also aus: Oliver Kahn – ‚Ich. Erfolg kommt von innen.‘ Riva Verlag 2008
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OVER 50 SESSION IN LA KANTERA

Bonjour mes amis! Oder olá amigos, aber hallo und pronto!

Also wie angekündigt sind wir übers Wochenende nach Bilbao gefahren, genauer gesagt zum legendären La Kantera Skatepark am Arrigunaga Strand, wo wir auch mehr oder weniger das ganze Wochenende verbracht haben. Die beiden luschigen Spanier waren Freitag nach der Arbeit kaputt und wollten lieber Samstagfrüh fahren, naja, mitgehangen mitgefangen. Somit waren wir dann paradoxerweise Freitagsabends noch in einer sehr netten Strandbar hier um die Ecke, was natürlich für die physischen Fähigkeiten am Samstag nicht so von Vorteil war, aber egal. Wir sind hier dann morgens so um halb Elf los und als wir gegen Mittag in Algorta am Park ankamen, war dieser menschenleer, aber auch kein Wunder, es waren knapp 35° Grad, das kann dann zum Skaten schon ein bißchen zu heiß sein. Während die anderen sich dann am Surfen versucht haben, bin ich am Strand direkt zurück ans Glas, hab` mir erstmal eingeschenkt und resümiert…
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ALOHA UND AHOI IN SEIGNOSSE

So, wie letztes Mal schon kurz angedeutet, heute dann mal kurz was zu meiner aktuellen Situation: Ich bin also jetzt seit über einer Woche in Seignosse in Südfrankreich, alles sehr schön hier, die Landschaft erinnert mich immer wieder irgendwie an die Ostküste Australiens mit den ganzen Pinienbäumen, Dünen und vor allem natürlich den ganzen Surftouristen. Seignosse, Hossegor und Co. gehören diesbezügluch halt mit zu den besten Spots Europas und somit laufen hier irgendwie nur schöne Menschen rum, also so natürlich schön halt, SurferInnen eben… Ich bin hier für Vulcano Skateparks (www.vulcanoskateparks.com) aus Spanien am Schaffen, zusammen mit Mike, meinem Chef und vor allem Freund von Concrete Flow aus Belgien. Die anderen hier vor Ort, zur Hälfte Franzosen, zur anderen Hälfte Spanier, habe ich auch alle erst letzte Woche kennengelernt, bis auf Wee-Man, mit dem ich vor ein paar Wochen schon mal eine Woche in Beringen, Nordbelgien, geschuftet hatte. Der heißt so, weil er ein leichtes Liliputaner-Syndrom hat, er ist also nicht richtig klein, hat aber in etwa die Statur von eben Wee-Man. Alles feine Kerle und echte Skater, und wir bauen einen richtig schicken Skatepark, so eine Art Snakerun-Bowl, auf jeden Fall alles sehr organisch und es gibt auch nur eine Pyra-Hip, sonst ist alles irgendwie rund und wird sich, nicht nur wegen des gelben Betons, den wir für drei Viertel der Flächen verwenden werden, optisch hervorragend an die Dünen direkt nebenan, wo wir immer hin pissen, anpassen. Das Ganze ist direkt am Haupteingang zum Strand, also endlich mal eine Baustelle nicht wie so oft irgendwo versteckt hinter Sportplatz und/oder -halle, sondern wirklich mitten drin im Leben, so wie es sich für Skateparks eigentlich gehören sollte.
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