ARNE FIEHL MIT 50 VOM BOARDSTEIN

Oh Mann, ja…

Es ist schon wieder viel zu lange her, aber glaubt`s mir oder leckt mich am Arsch, nach meinem letzten Blog-Eintrag war ich höchst motiviert, zügig weiterzumachen und was über die Baustelle in Belgien vor dem Schleswiger Projekt zu berichten. Aber dann kam alles anders und mir wurde nicht nur der Wind aus den Segeln genommen, sondern mir blieb` sprichwörtlich die Spucke weg, und übrig blieb nur saure bittere Kotze…

So war ich dann gerade zwei Wochen endlich mal wieder an einer eigenen Baustelle zu Gange – wie letztes Mal schon angesprochen in Risum-Lindholm in Nordfriesland – und alles lief so wunderbar, wie es selten auf einer Baustelle läuft. Das ist auch bis jetzt so geblieben und nächste Woche geht`s an zwei Wochen betonieren und wenn das Wetter mitspielt, sollten wir uahc in neun, zehn Tagen damit durch sein. Und ich wollte dann ganz in der Anfangsphase des Projektes tatsächlich mehr oder weniger direkt durchstarten und mich nach Feierabend ans Schreiben über La Louiviére machen, da gibt es nämlich auch nicht allzu viel zu tun nach Feierabend in Risum-Lindholm, außer sich mit sich selbst zu beschäftigen. Dann erfuhr ich allerdings mehr so nebenbei auf`m Smoke Blow Konzert im Flensburger Kühlhaus von scheinbar einem der letzten Skater in unseren überschaubaren Szene, der noch mit mir redet, über eine unschöne Tatsache, die mir so weh tut, daß ich irgendwie nicht mal richtig wütend sein kann, sondern einfach nur fassungslos enttäuscht bin, und auch ziemlich geschockt obgleich so viel Blödheit und Ignoranz.

Ich werde mich jetzt zwangsläufig ausnahmsweise mal versuchen kurzzufassen, denn nachdem ich das erfahren hatte, brodelte in meinem Kopf erstmal ein ganz neuer, eventuell viel wichtigerer Blog-Artikel mit dem Arbeitstitel: ‚Flensburger Skateboardszene – schlimmer als Hitler‘… Ich hab` ja hier schon öfter durchklingen lassen, daß bei uns einiges im Argen ist und ich so meine ernsthaften Schwierigkeiten mit diversen der Protagonisten habe, bzw. eigentlich scheinbar eher andersrum, wenn mensch sich mal die Entwicklungen der letzten Jahre so anguckt. Und da hab` ich mir gedacht, daß ich diesen ganzen Wahnsinn, der eigentlich kaum zu glauben ist, weil es sich hier halt um befreundete Skateboarder handelt, nun wirklich mal aufschreiben muß, in erster Linie wie immer alles, was ich irgendwie schreibe, für mich selbst und für die Akten. Aber vielleicht auch, um das ganze Elend mal bekannt zu machen und dem ein oder anderen einen Spiegel vorzuhalten, den er sowieso nicht liest.

So hab` ich mich ja beim letzten Mal noch so abgefeiert, wie toll ich mich hier in meiner Region (‚Hood‘ sag` ich ja immer, gerade weil das von einer eben solchen soweit entfernt ist wie nur irgendwas) seit jeher immer für Skateboarding einsetze, vor allem natürlich beim Skateparkbau, weil das ist schon ganz schön lange mein Beruf und derzeitige Passion. Tja, und dann muß ich so nebenbei erfahren, daß nun endlich der Park in Harrislee, ein Vorort von Flensburg, neu gemacht werden soll und wird und bereits ein Architekt (und was für einer) angeheuert ist und ich somit quasi raus bin, bevor ich überhaupt drin war. Der Skatepark in Harrislee war übrigens 2001(?) der Auslöser für unsere allseits beliebte BOARDSTEIN Rubrik ‚Deutschlands beschissenste Skateparks‘. Harrislee machte damals den Anfang mit ‚Deutschlands teuerster beschissener Skatepark‘, denn die hatten damals 250.000,- DM für die allerschlechtesten Inline-Fertigteile auf Asphaltfläche ausgegeben, und das Ergebnis war schon damals unter aller Sau und ist es dementsprechend bis heute. Aber das war vor 25 Jahren richtig viel Geld für einen Skatepark, Harrislee war wegen des Grenzverkehrs seinerzeit auch lange eine der reichsten Gemeinden Deutschlands.

Ihr seht, ich fange direkt an, mich in Details zu verlieren, und somit werde ich euch jetzt lieber nur die wichtigsten Fakten in Kurzversion erzählen. So arbeitet nämlich der dienstälteste Skater Flensburgs schon seit vielen Jahren als Jugendarbeiter im Haus der Jugend Harrislee, und zwar direkt neben dem Skatepark. Den hab` ich vor ein paar Jahren das erste Mal angehauen, daß der Park in heutigen Zeiten wirklich eine Schande ist und wir das Thema Renovierung aka Neubau doch mal angehen sollten, weil ich ja nun mal zufällig auch in der Branche tätig bin. Das letzte Mal traf ich besagte Person dann vor ca. zwei Jahren zufällig in der Stadt und hatte nicht unbedingt den Eindruck, man wolle mit mir über das Thema reden. Davor hatte ich allerdings sogar schon mal ein Gespräch mit dem führenden SPD-Politiker vor Ort gehabt, der Kontakt war über einen anderen alten Skate-Bro aus Harrislee zustande gekommen, weil deren Söhne zusammen Fußball spielen.

Es war auf jeden Fall klar, daß da irgendwann mal was passieren würde und mein Name dabei eigentlich präsent sein sollte oder wenigstens im Raum stehend, tja, und seit ein paar Wochen weiß ich halt, daß der Planungsprozeß schon weit fortgeschritten bis halbwegs beendet zu sein scheint und – jetzt kommt das Schlimmste – das Planungsbüro Betonlandschaften das Kommando übernommen hat. Und dazu könnte ich euch jetzt ein paar Geschichten erzählen, aber das spar` ich mir lieber für die ausführliche Version, für die ich gerade keine Zeit und Nerven habe. Jedenfalls ist das das Worst Case Scenario und das sagt einer, der verdammt nochmal weiß, wovon er redet, und zwar bei dieser Thematik mehr als die meisten anderen in diesem Land. Wer das nicht glaubt, kann sich gerne mal mit meinem Steckbrief auseinandersetzen, da überwiegt nämlich Praxis die Theorie, und das schon ganz schön ewig.

Experte in vielen Bereichen und fast allen Lebenslagen – ich, der tolle Typ…

Und ich weiß jetzt gar nicht, was das Bitterste an der Geschichte ist, als Gesamtpaket ist sie für mich jedenfalls echt schwer zu verkraften, vor allem auch weil ich weiß, daß Harrislee nach einem Vierteljahrhundert grottenschlechter Scheiße jetzt allerhöchstens einen durchschnittlichen Betonpark bekommen wird. Ich mein`, daß jemand wie ich zufällig Flensburg als seine Heimatstadt bezeichnet und da anscheinend trotzdem nichts zu melden hat, wenn es um Skateparks geht, ist genauso traurig wie unlogisch. Aber daß jahrzehntelange Kollegen einem derartig in den Rücken fallen, hätte ich in dieser Form nie und von niemanden erwartet, und ich wüßte gerne die Gründe dafür, kann mir ein paar scheinheilige Ansätze dazu vielleicht sogar selbst zusammenreimen. Doch wie bei der ‚Flensburg braucht einen Skatepark‘ Initiative, bei der ich ganz einfach gnadenlos rausignoriert wurde, will man auch darüber hinaus scheinbar unbedingt mal was ohne Arne Fiehl vom BOARDSTEIN auf die Beine stellen, weil man es ja auch viel besser weiß und kann…

Alter, nach 37 Jahren Skateboarding ist das die undankbarste Scheiße, die ich nach einem halben Jahrhundert Dasein über mich ergehen lassen muß, denn wir möchten bitte nicht vergessen, daß die vier Betonskateparks, die es hier gibt und von denen zwei deutschlandweit ganz oben mitspielen, ich mehr oder weniger im Alleingang zustande gebracht habe. Natürlich nicht gebaut, is` klar, aber daß sie heute in der Form so dastehen, geht ganz allein auf meine Kappe, und bei jedem Projekt war reichlich Aufopferung meinerseits involviert und es ging mir dabei ganz sicher nicht ums Geld verdienen. Denn es geht dabei eben nur um zwei der wichtigsten Dinge in meinem Leben, Skateboarding und Heimat.

Somit ist das alles jenseits von bitter, da setzt du dich Jahrzehnte lang wie kein anderer hier ein und machst und tust und die eigene Szene rammt dir schamlos von hinten einfach (noch) einen Dolch in Rücken. Wie gesagt, ich kenne die Umstände hier durchaus und weiß auch, was manche über mich denken und nicht damit klarkommen, wenn man mal ehrlich und deutlich seine Meinung sagt, aber was hier abläuft, ist einfach nur noch dilettantisch. Ich mein`, in Flensburg wundert mich gar nichts mehr, wir haben da einen (den einzigen der Stadt) der ganz wenigen „Skateparks“ (definitiv eher ein BMX-Park) in Europa mit Zaun, Wärter und Öffnungszeiten und während überall auf der Welt die phantastischsten D.I.Y.-Spots entstehen, hat unser Trümmerhaufen von Szene ein großes 20cm starkes Betonflat zustande gekriegt, auf dem ein paar schrabbelige Holzrampen stehen und manchmal ein toller ‚Flatliner‘ (ein Fahrradanhänger, aus dem sich diverse Obstacles bauen lassen), auf welchem das Konzept und die ganze Idee ursprünglich basierte. Das sind doch mal richtige Ansprüche, damit liegt einem die Welt zu Füßen, und jetzt kriegt Harrislee noch einen schönen Skatepark von Betonlandschaften und damit nichts anderes, als sie allesamt verdienen, also schlimmer geht echt nimmer…

Es geht mir ja auch überhaupt nicht darum, daß ich den Park gerne designed hätte – abgesehen davon daß ich da nicht ganz unqualifiziert bin – und natürlich hätte ich das wenn denn in voller Abstimmung mit den wenigen ernstzunehmenden Locals gemacht, die es noch gibt und zu denen ich als Zweitdienstältester ganz offensichtlich nicht mehr gehöre. Aber – und das habe ich ja im letzten Artikel schon ausführlich erläutert – wenn hier schon mal was gebaut wird, möchte das nun wirklich gerne ich übernehmen, eben weil das nun mal meine Heimathood ist und ich ohne Frage schon genug Jahre meines Lebens weit weg auf Montage verbracht habe. Aber so weit denken meine tollen Kollegen natürlich nicht mal ansatzweise, Perspektiven, Horizonte und Visionen waren noch nie besondere Stärke der Flensburger Skateszene, von Empathie mal ganz laut zu schweigen, deswegen bin ich ja schon vor über 25 Jahren auch erstmal weg hier, weil Unterforderung jeglicher Art tut mir nicht gut. Doch bin ich ja nun auch schon seit elf Jahren wieder da, Anschluß habe ich jedoch scheinbar so wenig wie noch nie seit 1989. Ach ja, mein nicht vorhandenes Smartphone, daran muß es liegen…

Tja, das ist Kacka, und zwar alles und so richtig. Im Ernst, und das war auch schon die letzten Jahre vorher so, wenn ich über diese ganze Situation nachdenke(n muß), krieg` ich ein Gefühl im Bauch, das ich gar nicht beschreiben kann, eine Mischung aus Hilflosigkeit, Trauer und brachialer Wut. Und dieses Gefühl einhergehend mit absoluter Ratlosigkeit hat mich halt die letzten zwei Monate komplett ausgebremst, was diesen Blog angeht, und ich habe mich umso mehr auf meinen bald fertigen Skatepark in Risum konzentriert, der mal wieder so richtig geil wird, aber hallo! Und ja, ich werde dann zeitnah im Oktober hier darüber berichten, das laß` ich mir ganz sicher nicht nehmen, denn das wird mal wieder was, auf das ich wahrlich stolz sein kann und was einer Menge Menschen viel Spaß und Adrenalin bringen wird.

Skatepark Risum-Lindholm Preview…

Mal gucken, vielleicht werde ich das ganze obige Dilemma auch tatsächlich nochmal detaillierter aufschreiben, denn das alles hier war jetzt wirklich nur die Spitze des Eisberges, das sogenannte i-Tüpfelchen, die Kirsche auffe Sahnetorte. Und es tut mir ja auch wirklich leid, hier immer mit so negativen Energien auftrumpfen zu müssen, aber ich fühle mich da echt nur als Produkt der Umstände, und die könnten ganz anders aussehen, wenn ich nicht einfach wegignoriert werden würde aus der Skateboardszene in meiner Heimatstadt. Ich hab`s schon oft geschrieben, ich laber` nur, wenn mensch mir den Anlaß dazu gibt, und dann ist das kein Labern, sondern das Mitteilen von Fakten. Und was sich manche da so leisten, ist eben einfach nur noch bitter und traurig und hochgradig dumm, jedenfalls verdient es Flensburg wohl einfach nicht anders als so, wie es wohl kommen wird.

Kommen wir damit mal zu was etwas Erfreulicherem, denn ich hatte ja auch versprochen, euch wenn nicht hier wo dann auf dem Laufenden zu halten, was denn unser tolles BOARDSTEIN Jubiläum einschließlich meines 50. Geburtstages angeht. Nun, auch da bin ich von so einigen Seiten enttäuscht worden und Steine, die im Weg lagen, wurden nicht weggeräumt. Jedenfalls habe ich verschärft feststellen müssen, daß Emails beantworten und/oder telefonisch Zurückrufen auch zu den aussterbenden Tugenden/Techniken zu zählen scheinen, ist ja auch alles zu oldschool und nicht mehr up to date. So ist es für mich allerdings schwierig, termingerecht ein dreitägiges Event auf die Beine zu stellen, vor allem wenn der Termin dafür erstmal gefunden werden muß. So bin ich dann irgendwann zu dem Entschluß gekommen, dieses Jahr diesbezüglich gar nichts zu machen. Soll heißen, ich hab` mega Bock nochmal so ein Event für ein BOARDSTEIN Familientreffen in Hamburg auf die Beine zu stellen, aber dieses Jahr zum 25. wird das leider nix, auch wenn es jubiläumsmäßig so schön gepaßt hätte. Aber irgendwie standen alle Zeichen auf ‚lieber nicht machen‘, denn auch One Man Arnie kann sich nicht zerreißen und Prioritäten sollten vielleicht erstmal lieber woanders gesetzt werden, ich hab` ja auch schon vor drei Jahren 10.000,- Euro in ein Happy Weekend in Glücksburg versenkt (vielleicht gibt`s ja doch nochmal `ne Soliparty seitens der Szene, kicher…).

So wird es dieses Jahr/diesen Winter auf jeden Fall nochmal BOARDSTEIN MERCHANDISE geben und auch um meinen Youtube-Kanal will und muß ich mich noch mehr kümmern. Und genau damit kommen wir nach einer sehr traurigen Vorgeschichte jetzt endlich mal zum eigentlichen Hauptgrund dieses Artikels, und zwar schenke ich mir zum 50ten u.a. quasi selbst einen neuen Videopart, und zwar einen, für den ich fast vier Jahre lang gefilmt habe, mehr oder weniger jedenfalls.

Als ich nämlich im Sommer 2022 in Handewitt (ein anderer Vorort von Flensburg, das eigentlich gar nicht so groß ist, aber wie jede Stadt weltweit stetig wächst und wuchert) anfing, den Skatepark zu bauen (BOARDSTEIN berichtete) und in den ersten Wochen ein paar Tricks im dazugehörigen Industriegebiet und am Scandinavia Park gefilmt hatte, überkam mich die große Lust, nochmal sowas wie meinen Corona-Part zu machen, der ein Jahr zuvor rausgekommen war. Schließlich hatte ich noch reichlich ländliche Spots in Peto, die ich nicht in diesem für mich abgehakt hatte. Dann diesmal vielleicht nicht nur in Schleswig-Holstein gefilmt, sondern großzügig Norddeutschland und ein bißchen Dänemark, aber ja, alles ganz ‚Northern Exposure‘ aka ‚Ausgerechnet Angeln‘, der Titel stand von Anfang an fest.

Und außer daß ich hier sowieso regelmäßig skaten und filmen gehe und dazu sowieso immer ganz gut rumkomme, hatte ich dann ja noch die Baustellen im Kliemannsland 2023 und in Vögelsen 2024, so ist dann ein bißchen was an Footage zusammengekommen, was optisch auch sehr gut in den Corona-Part gepaßt hätte. Die südlichsten Aufnahmen sind also aus Rüspel in der niedersächsischen Provinz und aus Lüneburg im Hamburger Speckgürtel. Das Nördlichste sind ein paar Clips von einem Kurztrip nach Kopenhagen 2022, von denen zwei auch in Vega`s Gnaddel Video ‚Octo‘ zu sehen sind. Aber ich hab` ja sowieso nicht so gerne halbgare Gastauftritte, sondern sammel mein Footy lieber in eigenen Parts, hat sich auch alles eher so ergeben in den letzten zehn Jahren, als daß es geplant gewesen wäre. ‚Outsider by choice!?‘, steht so auf meiner Brust tätowiert, ich weiß es einfach nicht…

Das meiste vom Rest wurde wenn nicht komplett random irgendwo (Wacken ist sogar dabei!) dann auch in Flensburg gefilmt, wo ich lange übrigens keinem anderen Streetskater begegnet bin – das liegt wohl an meinen Sprockelspots und an der Tatsache, daß wir in Flensburg kaum welche haben, also sowohl als auch. Und es gibt ein paar Aufnahmen aus Kappeln und Lübeck, wo ich letztes Jahr einen schönen Kurzurlaub mit der ollen Olga verbracht habe, einfach weil wir beide Lübeck noch nicht so richtig gut kannten und das mal auschecken wollten. Ganz am Schluß vom Part gibt es die drei Drops und den Ollie, die ich letztes Mal in dem Artikel über Schleswig schon angesprochen hatte. Die hab` ich noch in Arbeitsklamotten tatsächlich eines Abends nach Feierabend auf`m Nachhauseweg innerhalb einer Dreiviertelstunde nacheinander eingetütet, komplett ohne weh tun! So produktiv und umkompliziert klappt`s selten.

Und mir ist klar, daß 15 Minuten in unseren kurzlebigen Zeiten die meisten abschreckt, diesen Clip überhaupt anzuklicken, aber wie immer möchte ich betonen, daß ich das Ganze in erster Linie für meine eigenen persönlichen Erinnerungen angefertigt habe, wobei mir auch wieder der ausführliche Rough Cut-artige Vorspann wichtig war. Denn Streetskaten ist einfach immer ein Erlebnis, bei dem die unvorhergesehensten Dinge passieren können, und das macht es für mich als alter Volkskundler so wertvoll, abgesehen von dem Reiz Betonskateparkbauer, Spots zu skaten, die nicht dafür gebaut worden sind…

Für den Song hab` ich mich auch schon ganz früh im Anfangsstadium entschieden, mit dem wollte ich schon immer was machen und es war klar, daß sich dazu hervorragend schneiden ließe. Ich hab` auch zwischendurch erst durch Zufall rausgekriegt, daß das gar nicht Johnny`s Song ist, sondern ein Cover, das Original ist nämlich von David Allen Coe. Jedenfalls ist das Lied und der Text einfach großartig, vor allem wenn man wie ich panische Angst davor hat, irgendwann zufällig seiner ehemaligen Liebe des Lebens über den Weg zu laufen. In diesem Sinne leb` wohl, Schnuff!

Tja, und eigentlich wäre der Part auch schon vor über einem Jahr fertig gewesen, bzw. hätte können sein, Footage hatte ich eigentlich genug, aber das lag dann vor allem an meinem Schnittmeister Klas, der leider auch nicht immer so Zeit hat, wie ich das gerne hätte. So zog sich das dann hin und irgendwann wurde mir klar, daß das, so wie ich geplant hatte, sowieso nicht hinhauen würde, denn ich wollte von Anfang an eigentlich schon dieses Lied mit ein paar Downhill-Tricks ausklingen lassen (ein bescheidenes Hommagechen aus Nordnordeutschland an die GX-Droogs aus San Fran!), aber dafür ist der Song einfach zu kurz. Abgesehen davon mußte ich die auch alle überhaupt erst noch filmen! Und dann beim ersten Mal, als ich letzten Herbst auffe Baustelle in Rombies et Marchipont ‚Julianne‘ von Grandpa`s Cough Medicine aus Didi`s Box schallen hörte, war ich sofort hin und weg und wußte, daß ich das als zweites Lied für die Downhill-Tricks brauchte (das gibt`s scheinbar leider nicht auf Platte, die Jungs sind nicht mal bei Discogs verzeichnet!).

So hab` ich mich dann im Winter auf Mission gemacht, an dem immerhin bißchen was, was Flensburg und Umland an Downhills zu bieten hat, noch diese Tricks zu filmen, was etwas Organisation bedurfte, weil mensch sowas nun mal nicht alleine mit Stativ filmen kann und ich ja so wenig Freunde habe, die ich um sowas bitten könnte. Daß das Ganze dann jetzt erst Anfang September fertig geworden ist und premiert werden kann, lag dann weiterhin an Klas und seinem Zeitmangel, jetzt ganz vorwurfsfrei nur sachlich festgestellt. Tja, und weil es für meine tollen Videoparts eigentlich nie wirklich Premieren oder so gab, dachte ich mir dann, nachdem ich vorerst mit dem Hamburg-Ereignis abgeschlossen hatte, warum feier` ich mich nicht an meinem 50. Geburtstag einfach hier selbst komplett ab und mach` eine Premiere bei uns im Garten auf unserer jährlichen Party, die sowieso stattgefunden hätte, ob ich nun in Hamburg was auf die Beine gestellt hätte oder nicht!? Einmal im Jahr muß unser Garten mit Freunden geteilt werden, am besten alle auf einmal und voll auf Sendung.

Und so soll es dann bitte sein, wenn nichts schiefgeht, nachdem diese Zeilen online gegangen sind, und alles gut, wird es also Samstagabend hier bei uns im Garten in der Fördestraße 20 in 24977 Dollerupholz außer einer hoffentlich ausschweifenden Party auch die Premiere von meinem neuen ‚Northern Exposure‘ Videopart geben, für den ich zwar lange nicht so hart gearbeitet habe und auf Mission gegangen bin wie für meinen Corona-Part, der sich aber als würdiger Nachfolger macht, wie ich finde, ich bin ja nun mal auch fünf Jahre älter geworden, die in den Knochen stecken. Vielleicht ist alles ein Jahr zu spät, aber latte das, und jetzt kommt`s, denn wenn Klas und ich heute Abend richtig gut und schnell sind, wird es sogar noch einen kleinen Vorfilm geben, und zwar vier Minuten über meine zwei Monate in Nordfrankreich letzten Herbst. Da war ich dann nämlich mal wieder richtig auf Mission und davon ist ein schöner kleiner Part entstanden, der zu diesem Zeitpunkt allerdings noch ordentlich Feinschliff benötigt, und ich weiß nicht, ob wir das alles in einer Sitzung rechtzeitig fertigkriegen, bin aber guter Dinge. Der Rest und der Vorschnitt sind übrigens alles per Ferndiagnose entstanden, ich habe Klas, der nun schon drei Parts mit mir geschnitten hat und inzwischen halbwegs weiß, wie ich ticke, detailliert aufgeschrieben, wie er die Szenen in Szene setzen soll, und das hat er dann zu 90% auch hervorragend hingekriegt. Guter Mann, der Klas, genau wie mein alter in Hagen!

Nun denn, wenn das mit dem Frankreich Ding bis Samstag nicht hinhaut, wäre schade, aber auch nicht so schlimm, das wird dann auf Youtube nachgereicht. Aber ja, auch wenn ich weiß, daß es jetzt super kurzfristig ist und sowieso nur ein symbolischer, aber durchaus ernstgemeinter Akt, möchte ich doch alle, die das hier noch rechtzeitig lesen sollten, zu unserer Party einladen. Und ja, ich weiß, für die meisten von euch ist das eine halbe Weltreise, die etwas Planung bedürfte… Aber für die ganz Wahnsinnigen kann easy im Garten gezeltet oder an der (Land-)Straße im Auto übernachtet werden, seid mir herzlich willkommen, for life and for real! Ansonsten wird es den Videopart dann Samstagabend um 21.00 Uhr auch als Youtube-Premiere geben, voll toll, eine Doppelpremiere, weil ich sowas auch noch nie gemacht, jaaa! Einen Link dazu kann ich euch heute leider noch nicht präsentieren, weil das alles noch gar nicht hochgeladen ist. Aber wenn ihr zum gegebenen Zeitpunkt ‚Arne Fiehl vom BOARDSTEIN Northern Exposure 2022 – 2025‘ eingebt, solltet ihr eigentlich fündig werden, oder ihr abonniert einfach vorher schon meinen Kanal! (Ich kann immer noch nicht glauben, daß ich sowas einmal schreiben würde…).

Okay, das soll es dann auch erstmal für heute gewesen sein, war diesmal etwas kurz, aber dafür umso heftiger, und das ist das Leben an sich ja auch, das ahnst du allerspätestens mit 50, Punkt. Ich werde mir wirklich Mühe geben, daß ich, sobald wir in Risum-Lindholm fertig sind, hier einen Beitrag dazu raushaue, denn der Park wird wirklich toll, auch wenn er für die meisten von euch am absoluten Arsch der Heide liegt, für uns aber nicht, tätä! Ansonsten hab` ich diese Woche noch mehr als genug um die Ohren, um dann nach einem feuchtfröhlichen und hoffentlich nicht zu sehr ausufernden Wochenende 14 Mann und eine Frau im Zaum zu halten und die über 700 Quadratmeter fachmännisch in am besten nur acht Tagen zu betonieren, weil am 26. lege ich dann für den 50ten einer Freundin in Hamburg auf der Hedi (die lokale Partybarkasse) auf. Es werden ohne Frage anstrengende, aber auch aufregende und actionreiche drei Wochen, und so mag ich es ja eigentlich auch am liebsten. Allerdings freue ich mich wie jedes Jahr nach einem solchen Sommer genauso auf ein bißchen Ruhe und Auszeit danach, bevor es Ende Oktober nochmal für ein paar Wochen mit Concrete Flow in die Normandie geht. Es soll ja bloß nicht langweilig werden und ihr merkt sicher auch selbst oft genug, wie mit dem Älterwerden die Zeit immer schneller verfliegt.

Tja, das ist wohl so, hauptsache mensch hat zwischendurch ge- und ein bißchen was erlebt, denn vernünftig ist wie tot, nur früher.

In diesem Sinne bleibt irre oder werdet es endlich, ich bin da ganz bei euch…

Aloahoi und bissss bald,

Arne

P.S.: Mußte grad beim Hochladen von der Showse hier nochmal schmunzeln, als ich die Überschrift gesehen hab`. Denn in der Tat bin ich mit fast 50 vom nicht vorhandenen Bordstein auf der Straße vor unserem Haus gefallen, nämlich als ich das erste Mal mein nagelneues E-Board ausprobiert hab`. Draufgestellt, Gas gegeben und – zack – lag ich auf`m Boden. Alterrrr, das Ding zieht die Wurst vom Teller, 52 km/h Spitze, 40km Reichweite, bei Höchstgeschwindigkeit fühlst du dich echt, als würdest du auf einem Düsenjäger surfen. Für jemanden ohne Führerschein auf`m Land echt eine gute Investition, so kann ich mal eben nach Glücksburg oder Husby zum Skaten skaten, killer, oder!? Aber, ich glaub`, in der Stadt hab` ich damit noch ein bißchen Angst, weil das Teil ist echt nicht ganz ungefährlich und außerdem wirst du von allen fassungslos angeglotzt, also hier auf`m Land auch schon, da graut mir vor Stadt. E-Bike finde ich ehrlich gesagt albern, solange ich noch fit genug zum Fahrradfahren bin (hält ja auch fit, hihi), doch E-Board I like, aber hallo!

4 Gedanken zu „ARNE FIEHL MIT 50 VOM BOARDSTEIN

  1. Ahoi, nochmals alles Gute hoffentlich ist die erste, ShortMessageService, auch angekommen & natürlich die ganzen Postkarten ^^

    Skate to escape and on,

    Pisssssssssssss bald!
    MAD Mareike

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