BOLLER IS NEVER DIE

Moin zusammen!

Jaaaaa, Boller is never die, was soll mensch sich unter dieser verheißungsvollen Überschrift bitte vorstellen? Nun, das ist der Titel von Fabians zweitem Video nach ‚Totaler Alarm‘, wovon ich meinen Part ja vor ca. vier Monaten auf meinem tollen neuen Youtube-Kanal hochgeladen habe. In ‚Boller Is Never Die‘ von 2007 hatte ich dann wieder einen Part, der jetzt für die meisten von euch wahrscheinlich zum ersten Mal auf meinem tollen neuen Youtube-Kanal zu „bestaunen“ ist. Dazu komme ich dann später nochmal ausführlicher. Denn unter dieser Überschrift läßt sich ebenso sehr gut das zusammenfassen, was sich seit meinem letzten Eintrag in meinem Leben so abgespielt hat, und eigentlich auch in den 35 Jahren davor. Also ich boller mich nach wie vor so durchs Leben, auf dem Skateboard, aber vor allem auch durch den Alltag…

Ich hatte dieses Jahr zum 25-jährigem BOARDSTEIN Jubiläum ja so viel vor und auch auf diesem Blog angekündigt, aber ich bin wie schon so oft in meinem Leben mal wieder von der Realität eingeholt und ausgebremst worden, in solchen Fällen hängt das dann meistens mit Geld zusammen und/oder Zeitmangel, diesmal eindeutig vor allem mit Ersterem. So hab` ich ein paar Wochen, bevor wir die Baustelle in Risum-Lindholm zu Ende gebracht haben, erfahren, daß ich dieses Jahr zweimal Steuern bezahlen darf, und zwar beim zweiten wie beim ersten Mal nicht zu wenig. Ich hatte mit meiner alten Steuerberaterin irgendwann mal eine Dauerfristverlängerung eingerichtet, was so viel bedeutet, daß ich meine Steuern immer erst ein Jahr später abgerechnet und bezahlt habe (also im Juli hab` ich 2023 bezahlt, kapische!?). Jetzt hilft mir seit Anfang des Jahres aber ein Kumpel mit meinen Steuern, der sich damit nicht dumm und dämlich verdient, wie es offizielle SteuerberaterInnen können, wenn sie ihren Job gut machen. Und mit diesem Wechsel ist diese Dauerfristverlängerung halt nicht ganz überraschend, aber dann doch ohne Ankündigung von einen Tag auf den anderen aufgehoben worden.

Ich bin ja nur nach wie vor und jeden Tag mehr der festen Überzeugung, daß unser tolles weltweites Finanzsystem, welches ungefähr zu drei Vierteln aus Geld besteht, das physisch gar nicht existent ist, demnächst kollabiert und uns alle, wie wir da sind, in ein neue Zeitrechnung und Weltordnung katapultieren wird, und zwar menschengeschichtlich mehr oder weniger auch von einem Tag auf den anderen. Deswegen hielt ich es mal für eine kluge Idee (und praktisch ausgeführt ist sie das auch immer noch), dem Staat mit so einer Dauerfristverlängerung quasi Geld zu schulden, was sich theoretisch erstmal ganz plausibel anhört, aber in der Praxis nur zu Chaos führt, wenn mensch sich so durchs Leben bollert wie ich…

Das Tolle ist ja, daß mensch trotzdem auch noch Steuern für das jüngst vergangene Jahr zu entrichten hat, und bei unserem tollen Steuersystem, welches (wie auch das weltweite Finanzsystem) so aufgebaut ist, daß es kein Mensch 100%ig verstehen kann, kann das dazu führen, daß mensch es noch weniger versteht als sowieso schon und dadurch immer wieder überrascht wird, meistens unangenehm. Dazu kam/kommt, daß ich ja nun seit ein paar Jahren mindestens ein eigenes Projekt pro Jahr am Start hatte und mich damit aus dem halbwegs sicheren Hafen des Subunternehmertums herausbegeben habe. Und als „Generalunternehmer“ schreibe ich – zumindest auf dem Papier – scheinbar ganz gute tiefschwarze Zahlen, obwohl ich mit meinen Preisen wie hier schon öfters betont mindestens 50% billiger bin als die „ernsthaften“ Firmen auf diesem Sektor. Da ich halt den Großteil der Arbeit alleine mache, viel recycle und improvisiere und eben kein Rattenschwanz an laufenden Kosten wie Angestelltengehälter, Fuhrpark usw. mit mir rumschleppe.

Das mit den geringen Festkosten ist dann aber insofern ein Problem, als daß mensch, – vorausgesetzt mensch investiert etwaigen Gewinn nicht wie blöd in seine „Firma“ – ordentlich Gewinnsteuer abdrücken muß, und zwar an einen Staat, der damit nur Scheiße baut und eigentlich nicht besonders viel richtig macht, zumindest meines Empfindens nach. So hab` ich letztes Jahr mit dem Projekt in Vögelsen zumindest laut den Zahlen ziemlich guten Gewinn eingefahren, das Blöde ist nur, daß ich davon überhaupt nichts mitbekommen habe geschweige denn gesehen hätte, weil ich einen riesigen Schuldenberg und eben die Steuern von 2022 abgedrückt hab`. Jedenfalls wartet wegen der ganzen Scheiße in den kommenden Wochen nochmal ein ca. 30.000,-stelliger Betrag an zu zahlenden Steuern auf mich, und das, wo ich doch die letzten beiden Winter schon haarscharf am Bankrott oder der Privatinsolvenz vorbeigeschrammt bin. Weswegen ich auch nicht wie die 15 Jahre davor für ein paar Wochen auf die südliche Halbkugel verschwinden konnte, von zwei Wochen Tunesien letztes Jahr mal abgesehen. Lange Rede kurzer Sinn und sagen wir es mal so, ich war die letzten Monate mal wieder nicht zu wenig mit echten Existenzsorgen beschäftigt…

Nun sieht es inzwischen so aus, als wenn ich das alles durch eine Verstrickung von ausnahmsweise mal glücklichen Zufällen und einem ganz guten Gewinn von dem Projekt in Risum irgendwie auf Biegen und Brechen gewuppt kriege, dann warten allerdings spätestens wieder im Juli die Steuern von diesem Jahr auf mich. Wenn ich denn so weit kommen sollte, denn von wegen keine laufenden Kosten, ich hab` ja inzwischen jeden beschissenen Monat knapp 1000,- Euro (wird jetzt mit Sicherheit noch auf den Mindestsatz angehoben) alleine für die gesetzliche Krankenkasse zu berappen. Ich schreibe es hier auf diesem Blog nicht zum ersten Mal, aber unser tolles Deutschland ist gerade mit Vollgas dabei, den eigenen Mittelstand abzuschaffen und auszulöschen, und Selbstständige wie ich haben`s da besonders schwer. Ich mein`, das Ganze würde vermutlich irgendwie funktionieren, wenn ich zwölf Monate im Jahr arbeiten gehen würde, aber aus dem Alter bin ich echt raus. Hab` ich alles schon mal irgendwiewo geschrieben, oder!? Ja das kommt davon, wenn mensch so selten bloggt wie ich…

Mein Büro für sechs Wochen…

Diesen Moment befinde ich mich gerade in der Endspurtphase eines sechswöchigen Montage-Marathons (tatsächlich wollte ich diesen Eintrag auf der laaaangen Zugfahrt nach Hause für euch hochladen, war dann aber zu faul und fertig von sechs Wochen Bootcamp und mache das alles jetzt erst eine Woche später zu Hause in der heimeligen Kuschelhütte) mit meinen geliebten Freunden von Concrete Flow an der sprichwörtlichen Westfront. Und zwar ausnahmsweise mal nicht in Nordfrankreich, sondern endlich mal wieder weiter südlich in der tiefsten Normandie mitten im Atlantik-Wall, wo wir schon ein paar Mal zugange waren (ein paar optische Eindrücke von dieser Baustelle folgen jetzt hier im weiteren Verlauf dieses Textes).

Sieht aus wie ein Jawa Sandcrawler auf Tatooine, oder!?

Und weil hier insgesamt ziemlich tote Hose ist und die Baustelle nur 5 Minuten-Fußweg von unserer Unterkunft liegt, bin ich fünf Wochen lang auch artig immer Samstag arbeiten gegangen, was dann spätestens nach dem Bergfest des Montage-Einsatzes auch mal ein bißchen an die Substanz geht. Vor allem wenn man sich mal wieder selbst eine Mission auferlegt hat und, sofern es das Wetter zuläßt, mindestens dreimal die Woche nach Feierabend Skateboard fährt, um zumeist im Dunkeln an den sprockeligsten Pseudospots genug Footy für einen 3 Minuten-Part für meinen tollen und eigentlich inzwischen ja gar nicht mehr so neuen Youtube-Kanal zusammenzukriegen…

Einer der besseren Spots…
Eins muß mensch den Nazis lassen, Beton konnten sie…

Das Tollste an der Sache ist, daß ich von dem ganzen Geld, welches ich da verdient hab`, keinen Pfennig, äh, Cent zu sehen bekommen werde – zack – isses weg beim Fiskus. Deswegen hab` ich mir vernünftigerweise auch wie immer zwischendurch ein paar Platten und Skateboards bestellt, die dann zu Hause auf mich gewartet haben. Ist dumm und dekadent, ich weiß, aber so sind wir Menschen nun mal, da kann ich euch mein ganz eigenes Lied von singen. Und irgendwas muß ich von dieser Plackerei doch auch haben, etwas Bleibendes, was dann für immer mir gehört und nicht Vater Staat, bei dem das noch schneller für nichts verpufft als bei mir…

Ich mein`, mensch sollte meinen, daß ich jetzt mit etwas geordneterem Steuerüberblick und nach ein paar stümperhaften, aber sehr schwerwiegenden Amateurfehlern (eingenommene Umsatzsteuer immer schön beiseitelegen!), die ich in den letzten Jahren gemacht habe und sicherlich nicht wieder machen werde, zukünftig etwas besser klarkomme, aber was heißt das konkret? Gar nix, denn das Schöne ist ja, daß unser in den Abgrund führendes System in erster Linie auf genau einer Sache basiert, nämlich Wachstum, und verdientes Geld hat gefälligst in der Wirtschaft zu bleiben und diese nicht nur am Laufen zu halten, sondern nein, wachsen zu lassen! Fragt sich, wie ich so mal etwas Geld beiseitelegen können soll, um vielleicht irgendwann mal meinen Bruder auszubezahlen, wenn ich das Haus von unserem Herrchen übernehmen will. Und wenn ich das dann mal haben sollte, könnte ich eventuell auch sinnvoll investieren, aber dafür ist mein toller Gewinn dann eigentlich schon wieder zu gering, außerdem werde ich schneller 60 sein, als wir uns alle umgucken können. Aber Ruhestand hat mensch heutzutage ja sowieso erst im Sarg…

Abgesehen davon stehe ich halt – Stand heute – vermutlich Mitte nächsten Jahres dann wieder mit leeren Taschen da mit dem feinen Unterschied, daß mein Freund Mikey mit Concrete Flow bis dato nur ein Projekt für nächstes Jahr feststehen hat, und nicht wie die letzten Jahre mehrere und damit reichlich potenzielle gut bezahlte Arbeit u.a. für mich. Ich schrieb` es letztes Mal schon, der Boom in unserer Branche bricht langsam ab und zudem machen sich auf den letzten Rest noch ein paar neue Firmen in unserer Szene breit und mit teilweise Billigpreisen den Alteingesessenen das Leben schwer. Somit ist mein drohender „Untergang“ erstmal wieder nur aufgeschoben, aber bis dahin hab` ich ausnahmsweise mal spektakuläres Programm vor mir (und für danach tatsächlich ausgereifte Pläne, von denen ich aber noch nichts verraten werde).

Die Pläne von unserem Projekt in Siouville waren mal wieder ziemlich verhunzt und unvollständig (passiert in Frankreich gerne mal) und der Generalunternehmer mußte dann unter unser Anleitung die restlichen Erdarbeiten durchziehen. Es war aber von Anfang an klar, daß hier einer der größten und besten Snakeruns Europas entstehen würde…

So bin ich nach dem jetzt überstandenem Normandie-Amok nur elf Tage zu Hause, bevor es Dienstag mit meiner Feuermaus-Gefährtin Olga für drei Wochen in einen wohlverdienten Urlaub geht, und zwar in den Senegal. Das wiederum hat folgenden Hintergrund, und zwar hab` ich mir im Sommer endlich mal meine Weltkarte auf den Rücken tätowieren lassen, also so die Ländergrenzen der einzelnen Nationen. Und nun sollen die Länder, die ich schon bereisen durfte, mit den Farben von den jeweiligen Flaggen ausgefüllt werden (hoffentlich ist im Frühling Geld dafür da). Und tja, irgendwie ist da in Westafrika noch so ein Loch, das ist eine der wenigen Gegenden dieses Planeten, in der ich noch nicht gewesen bin. Und da Afrika immer eine Reise wert ist, die aber zumindest halbwegs ein bißchen geplant sein sollte, haben wir uns ein bißchen schlaugemacht und reingelesen und eben den Senegal als Urlaubsziel auserkoren, denn es geht uns mitten im tiefsten Winter natürlich in erster Linie um Sonne und Meer. Das wird bestimmt spannend und schön, Dakar hat wohl auch eine recht große Skateszene und wir beide jeweils 2x 23kg Gepäck pro Person inklusive, es wird also reichlich Skate-Stuff mitgenommen und hoffentlich artgerecht verteilt werden können.

Anschließend bin ich ganze drei Wochen zu Hause – um wenigstens ein bißchen heimischen Winter mitnehmen zu können (kicher) – und flieg` dann für sechs Wochen nach Indien, tatsächlich zum Arbeiten! Da verdien` ich dann zwar in einem Monat das, was ich hier in zweieinhalb Tagen verdiene, aber da wollte ich schon lange mal hin, um meinen Freunden bei 100 Ramps (die wollen mindestens 100 Skateparks bauen) bei einem ihrer Projekte zu helfen. Das hat leider die letzten Winter nicht geklappt, weil sie keine Projekte am Start hatten, jetzt haben sie gleich mehrere auf einmal (mit entsprechenden Deadlines), so daß sie wirklich auf Hilfe angewiesen sind. Somit kommen auch ein paar von meinen belgischen und vermutlich auch noch ein paar andere Kollegen mit (in der Szene kennt ja eh jeder jeden) bzw. fliegen schon vor mir.

Mama, die zuckersüße und noch sehr junge Wolfshündin von Woecher, kommt leider nicht mit nach Indien, die vermisse ich täglich kläglich…
Kuschel mich!!!
Kira war auch vier Wochen mit dabei und ist auch sehr kuschelig…

Geil an der Sache ist, ich fliege zuerst nach Lucknow ganz im Norden, wo ich dann vermutlich nur den Endspurt von einem zumindest optisch ziemlich geilen Projekt mitbekommen werde, und dann geht es nach Nilgiris im Süden, was wohl ziemlich Dschungel ist. So bekomme ich auf jeden Fall ein bißchen von diesem riesigen Land zu sehen und das wird insgesamt sicherlich auch eine aufregende, interessante und spaßige Zeit. Indien ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsland mit dazugehöriger Kultur, aber reizt mich seit jeher schon, weil es halt so anders als der Rest von der Welt ist/sein soll. Das möchte ich mir doch sehr gerne mal selbst angucken und mir einen Eindruck machen, Freunde und Sonne sind eh immer gut und daß Indisches Essen die Macht ist, gerade in Vegetarierland, brauch` ich euch hoffentlich nicht zu erklären. Also ca. fünf Wochen arbeiten und dann zehn Tage Urlaub (Goa!?), da lacht das Herz schon aus Vorfreude…

Siouville-Hague war so schon sehr schön, aber ist im Sommer bestimmt der Hit…
Ich hab` irgendwie kein besseres Photo vom legendären Beach Break, aber für einen Eindruck reicht`s wohl. Da geht einiges…

Jaja, zweimal voll fett Vorfreude meinerseits auf die nächsten dreieinhalb Monate und das Ganze wird nur möglich gemacht, weil ich danach, also so Ende März, ein kleines Projekt in Niedersachsen anfangen werde, welches mir zumindest für den kurzen Moment den finanziellen Arsch retten sollte. Ich kann mich leider wirklich nur wiederholen, ich boller mich halt eben irgendwie so durchs Leben, für Kenner der Materie ist das Wort allerdings nicht unbedingt negativ behaftet.

So, und sollte sich tatsächlich jemand unter euch fragen, warum es denn schon wieder so lange gedauert hat, hier was Neues zu bloggen – weil ich doch eigentlich auf Montage nach Feierabend immer viel mehr Zeit dazu habe und dementsprechend blogtechnisch meistens deutlich fleißiger bin als Zuhause – muß ich sagen, das hat einen ganz einfachen Grund. Ich habe nämlich ungelogen die Arbeit an meinem Buch wieder aufgenommen, und zwar diesmal so, daß ich damit erst fertig bin, wenn ich das Manuskript zu ein paar Verlagen geschickt habe. Ich bin schließlich jetzt 50 (glaubt mir, das ist in Sachen ‚To-do-Listen abhaken‘ echt ein guter Arschtritt in die Fresse) und muß mit einigen Sachen wirklich mal aus`m Quark kommen. Schließlich hab` ich schon vor gut zehn Jahren angefangen, daran zu arbeiten, habe das dann aber aus diversen Gründen erstmal jahrelang auf Eis gelegt, bis vor Kurzem eben.

Fürs Erste aufs Eis gelegte verregnete Skateparks in Cherbourg, der nächsten größeren Stadt eine halbe Stunde Autofahrt entfernt…

Diejenigen von euch, denen ich bisher noch nicht persönlich davon erzählt habe, fragen sich jetzt wahrscheinlich, was schreibt Arne Fiehl vom BOARDSTEIN denn bloß für ein Buch? Oder hab` ich hier auf`m Blog davon auch schon mal erzählt? Ich weiß es grad nicht, glaube aber dem nicht. Jedenfalls ist das Buch eigentlich schon lange geschrieben, denn es handelt sich dabei um alte Briefe von mir ans weibliche Geschlecht. Also ich könnte auch locker eins mit Briefen an Männer bzw. männliche Freunde machen, da hab` ich mindestens genauso viele geschrieben und das wäre dann mindestens ebenso tiefsinnig und ergreifend, allerdings nicht ansatzweise so erotisch und freizügig (und Sex sells nun mal, Alter!). Denn mit dem Buch ziehe ich tatsächlich einmal komplett blank, soll heißen, nach der Lektüre werdet ihr letztendlich so gut wie alles über mich und meine tiefsten polyamoren Gedanken wissen, denn ich habe in meinem Leben ganz schön viele Briefe und später dann E-Mails geschrieben, ich komme ja auch aus einer Zeit, in der Menschen sowas noch gemacht haben.

Vielleicht zum besseren Verständnis, ich hab` ohne Scheiß Mitte der `90er angefangen, sämtliche meiner Briefe auf Blaupapier zu schreiben und später auch tiefgreifende E-Mails abzuspeichern. Als ich dann vor elf Jahren wieder aufs Land gezogen bin, hab` ich mal hier und da in den Karton mit diesen Briefen reingeguckt und mir wurde klar, warum ich das damals überhaupt gemacht habe. Das Ganze ergibt im Gesamten nämlich in der Tat ein ziemlich spannendes und bewegendes Buch, denn nichts anderes war mein Leben bisher, spannend und bewegend. Und witzig dabei ist, wie ich immer wieder schreibe, was ich gerne/noch so machen will usw. und eigentlich alles dann auch irgendwann immer irgendwie mache, und was zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das Buch und mein Leben? Richtig, Skateboarding, immer an erster Stelle, und ich bin so verdammt scheiße dankbar, das Rollbrett seinerzeit gefunden (37 Jahre her) und immer daran festgehalten zu haben. Das hat mir wie gesagt ein sehr aufregendes Leben beschert und wird das sicherlich auch weiterhin tun, denn an diesbezüglich kürzer treten kein Gedanke.

Sollte ich nicht bald ein erfolgreicher Schriftsteller werden, werde ich vermutlich noch einige Skateparks in meinem Leben bauen. Hoffentlich noch mehr so geile wie diesen hier…

Nun denn, abgetippt sind die ganzen Briefe schon seit Jahren und letztendlich sind sie auch der Grund, warum ich das Buch immer vor mir hergeschoben habe. Denn die Materie ist echt nicht ohne und einiges davon ist mir auch irgendwie zu unangenehm in die Fresse – also nicht wirklich, ich steh` natürlich dazu – aber ja, das ist nicht unbedingt Material, von dem mensch möchte, daß es wildfremde Menschen lesen werden. Doch genau das macht es ja so spannend und vor allem echt und einzigartig! Also der Arbeitstitel lautet ‚Briefe (und E-Mails) an Mädchen (und Frauen)‘ und wie gesagt, ich bin gerade am Sortieren, Überarbeiten, Korrekturlesen und Kürzen und hab` schon gut ein Drittel zu 90% fertig.

In den kommenden Monaten werde ich vermutlich nicht so viel Zeit finden, weiter daran zu arbeiten, aber wer mich kennt, weiß, daß wenn ich einmal ernsthaft etwas angefangen habe, das in der Regel auch zu Ende bringe. Und ja, ich würde gerne noch mehr Bücher schreiben und hab` auch schon reichlich Ideen dazu, aber vielleicht sollte ich dann vorher erstmal das erste zu Ende bringen. Wobei ich denke, daß ich auch schon beim i-Punkt Buch ausgesprochen gute Arbeit geleistet habe, aber das ist ja eher ein Fachbuch geworden. Ich möchte in Zukunft gerne mehr Sachen schreiben, mit denen nicht nur Skateboard-Interessierte was anfangen können, sondern alle, die noch denken können und sich fürs Leben interessieren, vor allem wenn dieses schön bollert…

Ja, da staunen der Generalunternehmer und die Leute von der Stadt, was wir alles so toll können…

Und apropos Boller, da war ja noch dieser Videopart, den ich jetzt endlich mal hochgeladen habe. Also der ist von 2007 (ich bin da noch jung und relativ frisch) und wie gesagt aus Fabians zweitem Video ‚Boller Is Never Die‘. Und der zeigt auf jeden Fall sehr gut, was damals so in der Blütezeit BOARDSTEINs bei mir angesagt war, nämlich reichlich Streetskaten in und um Dortmund mit Scoop, Moik, Heio und den ganzen Droogs, und es ist so schön, daß Fabian so viel davon für die Nachwelt, also vor allem unsere, festgehalten hat. Es gab damals sogar eine Premiere in unserem geräumigen BOARDSTEIN KELLER dazu und ich finde, skatetechnisch sind in diesem Part ein paar echt feine Sachen drin, allerdings muß ich dazu sagen, daß gut die Hälfte der Tricks auch in meinem Part in einem legendären Flensburger Video namens ‚Meine Mudder Hat Meinen Schwanz‘ zu sehen sind, das, ich glaube, ein, zwei Jahre davor rauskam. Deren Erschaffer Thomas und Dennis hatten damals nicht genug Footage von mir für einen ganzen Part, welcher mir aber gerade in diesem Flensburg-Video ganz besonders wichtig war, weil ich den meiner kurz vorher verstorbenen Mutter widmen wollte. Zudem ist das seinerzeit alles noch auf VHS-Cassetten gemacht und kopiert worden und es war sehr unwahrscheinlich, daß bis auf wenige Ausnahmen vielleicht die Flensburger Fabs Hagener Video und vice versa sehen würden.

Gut, das würde ich heute so natürlich auch nie wieder machen, aber damals hab` ich mir nicht allzu viel dabei gedacht und es macht beide Parts zudem äußerst ansehnlich, wie ich finde (den aus ‚Meine Mudder…‘ werde ich ganz sicher in den nächsten Monaten auch nochmal auf meinem Kanal hochladen). Am besten an diesem Part aber gefällt mir aber eigentlich die Musik, denn der New Wave-Klassiker ‚Fade To Grey‘ von Visage ist bis heute eins meiner absoluten Lieblingslieder überhaupt und auch beim Platten auflegen immer wieder ein garantierter Tanzflächenfüller, wie DJ BOARDSTEIN nach einem Vierteljahrhundert zu berichten weiß. Einfach göttliche Musik, wenn auch damals ganz sicher nicht so unbedingt nach Fabians Geschmack, also danke nochmal an dieser Stelle, daß du den Song trotzdem genommen hast, Alter! Hat sich auf jeden Fall alles ganz gut in den Rest des Videos eingereiht, welches insgesamt wie sein Vorgänger rundum gelungen war, wenn mensch denn auf Geboller und so abfährt. Also ja, checkt das mal aus und abonniert gerne direkt meinen Kanal, wenn ihr in Zukunft nichts verpassen wollt, denn da geht noch einiges…

Was Streetskaten angeht, habe ich in sechs Wochen so gut wie alles aus diesem kleinen Ort rausgeholt, was ging. Andere mögen besser skaten als ich, aber können die mit diesen ruppigen Bedingungen umgehen und Spots finden, wo keine sind?

Vielleicht erzähl` ich euch dann auch nochmal kurz was zu der letzten Baustelle hier in Siouville-Hague in der wirklich tiefsten Normandie unweit von Omaha Beach. Ich bin hier also am 26. Oktober runtergefahren und hab` dann beim Bahnhofswechsel in Paris erstmal schön mein Handy im Taxi verloren, ein ganz toller Start, denn das bedeutet natürlich noch mehr Exil von Heimat und Außenwelt als sowieso schon, also einmal mit Profis…. Aber an derartige technische Schwierigkeiten habe ich mich spätestens im Laufe diesen Jahres mehr als gewöhnt, denn was diesbezüglich 2025 alles schiefgelaufen ist, erspare ich euch jetzt hier mal im Detail. Das geht auf jeden Fall in Richtung ‚unglaublich‘ und wird tatsächlich in einer Mail in meinem kommenden(!) Buch zu lesen sein, ich hab` das nämlich erst kürzlich ausführlich einer Freundin schriftlich geschildert.

Zurück an der Westfront bzw. gerade angekommen war ich dann fünf Tage nach dem ersten Trupp da eingetroffen und ich würde sagen, seitdem haben wir mal richtig gut was geschafft. Die Erdarbeiten waren nämlich aufgrund recht dilettantischer Pläne seitens der Architekten (was bringen Skateparkbaupläne ohne z.B. Entfernungsmaße eigentlich?) nicht besonders befriedigend ausgeführt worden (nicht unbedingt was Neues auf französischen Baustellen) und so mußten wir noch so einiges an Erde bewegen, denn der Park gehört mit gut 1200qm Beton- und ca. 2000qm Gesamtfläche eher zu den größeren. Und gut zwei Drittel davon bilden einen wirklich fast gigantischen Snakerun, der wenn fertiggestellt auf jeden Fall zu den größten und besten Europas zählen dürfte. Wir waren halt noch nicht fertig, als ich abgereist bin, aber der sah da schon sowas von lecker aus, daß ich mich wirklich ärgere, daß das Ganze selbst von Brüssel noch gut sieben Autostunden entfernt ist, und ich nicht weiß, wann oder ob ich da jemals skaten werde (können).

Mensch muß dazu sagen, daß dieses kleine schnuckelige Dorf an einem zehn Kilometer langem Sandstrand gelegen (zumindest bei Niedrigwasser und der Tidenhub besteht hier in der Region aus sagenhaften acht Metern!) zu den besten Surfspots Frankreichs gehört und gefühlt sind auch den ganzen Tag über irgendwelche Freaks im Wasser, auch wenn die Temperaturen inzwischen natürlich nicht mehr so kuschelig sind. Aber das hat ja noch keinen echten Surfer von nix abgehalten. So gesehen haben wir leider um ein paar Monate die richtige Jahreszeit verfehlt, aber man kann ja nicht alles haben und so ist das kleine Örtchen quasi gerade im Winterschlaf, denn mindestens zwei Drittel der Häuser da sind natürlich Feriendomizile in Privathänden oder zum Vermieten.

Jedenfalls geht das da im Sommer bestimmt richtig ab und das erklärt auch das etwas außergewöhnliche Design des Skateparks, da wird auf jeden Fall gut geflowt drin werden, Concrete Waves von Concrete Flow. Mich erinnert das Ganze natürlich sehr an die Baustelle in Seignosse vor ein paar Jahren, da hatte ich gerade angefangen zu bloggen und hab` fast wöchentlich irgendwas rausgehauen, wie sich der ein oder die andere vielleicht sogar erinnern mag. Ansonsten ist mensch in Siouville-Hague wirklich ziemlich ab vom Schuß, das wird vor allem auf den engen und kurvenreichen Landstraßen deutlich und insgesamt ist die Normandie einfach sehr rau, was vermutlich zu einem Großteil an dem ebenfalls sehr rauen Klima liegt. Starker Wind ist quasi omnipräsent, aber dafür kein Tag wie der andere, weil das Wetter jederzeit umschlagen (und durchaus zwischendurch auch schön sein) kann, und wenn es regnet, dann zumeist sehr heftig, jedoch aufgrund des Windes meistens auch nur kurz. Wir konnten uns soweit nicht beschweren und sind halbwegs gut davongekommen und ich drücke den Jungs auch weiterhin fest beide Daumen, daß das die letzten beiden Endspurtwochen auch so bleibt. Das tut mir in der Tat ein bißchen leid, daß ich nicht bis zum Schluß dabei bleiben konnte, denn insgesamt war das Projekt und die Baustelle echt super, gerade weil sie nur fünf Minuten Gehweg von unserer Unterkunft entfernt war und eine Minute vom Strand. Und wie gesagt, es macht einfach Spaß, so einen geilen Park zu bauen, und für Concrete Flow arbeiten ja eigentlich auch nur coole Leute und Blutsbrüder und weil auch irgendwann baldigst mal fertig gemacht werden soll, waren wir zum Schluß dreizehn davon, aus sieben Nationen wohlgemerkt.

Doch so harmonisch auch alles war, die Arbeit bleibt hart (auf so einer großen Baustelle macht mensch ja automatisch schon jeden Tag 20km Fußmarsch) und 24 Stunden am Tag Menschen um mich rum haben, ist für mich, der unter der Woche auch gerne mal keinen einzigen Menschen sieht außer seinen Vater und damit seit jeher recht gut leben kann, eben immer nur zeitlich begrenzt erträglich. Kaum zu glauben, daß ich früher ein paar Jahre lang fast neun, zehn Monate des Jahres mit den Jungs unterwegs war, wobei da natürlich inzwischen auch jede Menge neu dazugekommen sind, vor allem Jüngere, und ja, die meisten sind tatsächlich mindestens 20 Jahre jünger als ich. Jedenfalls merkst du immer wieder, daß es Zeit ist, nach Hause zu fahren, wenn du anfängst, englisch zu träumen oder englisch mit dir selbst zu reden (das mach` ich zu Hause immer auf Latein!). Und ich merke auch echt immer noch meine schlappen Knochen, denn wie gesagt habe ich nebenbei hauptsächlich nach Feierabend im (Halb-)Dunkeln nochmal eben zwei Dutzend brauchbarer Tricks gefilmt, weil ich mir nach den ersten drei dachte, warum nicht gleich einen kleinen Part zu der Baustelle machen (und dabei zwei Boards brechen)!? Und bei sowas werde ich dann ja gerne schnell mal etwas obsessiv, muß mensch wohl dazu sagen, meine Begeisterungsfähigkeit kennt bekanntlich keine Grenzen, womit ich mir immer wieder selbst das Leben schwer mache. Soll heißen, körperlich gehe ich inzwischen etwas am Stock, bin aber geistig noch voll auf der Höhe, sonst würde ich ja nicht nach der Arbeit noch völlig überflüssige Blog-Einträge schreiben oder hochladen. Ja, so kennt man ihn…

Tja, denn hier zu Hause hat dann auch reichlich Arbeit in Hütte und Garten auf mich gewartet und nebenbei mußte ich ein bißchen von dem Geld, mit dem ich eigentlich demnächst meine Steuern bezahlen muß, nochmal investieren und ein paar Sachen kaufen und bestellen, die ich sowieso nächstes Jahr beruflich brauchen werde. Einfach nur, damit ich im Juli nicht wieder so viel Gewinnsteuer bezahlen muß, ein sehr komischer und äußerst fragwürdiger Teufelskreis, für den ich mir mal irgendwie `ne Lösung ausdenken muß…

Und dann sitzt du nach 20 Stunden Bahnreise beim letzten Mal Umsteigen am Eingang der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof und rauchst `n Joint und direkt neben dir haut sich einer `ne Crackpfeife rein, weil is` grad dringend… Willkommen in meiner zweiten Heimat!

Ach so, ja, genau an dieser Stelle fällt mir dann noch was ein, weil irgendwie wäre das ja auch eine Investition, mit der sich zumindest auf dem Papier eventuell sogar noch ein bißchen Geld verdienen ließe. Also auch wenn das dieses Jahr zum 25-Jährigen BOARDSTEIN Jubiläum nicht geklappt hat – was sind schon Zahlen? Buchstaben sind die Macht! – ich werde mich auf jeden Fall dann in der nächsten ersten Jahreshälfte nochmal um BOARDSTEIN MERCHANDISE kümmern, ach scheiße, Merchandise klingt immer so hochgestochen und profitorientiert. Aber es wird auf jeden Fall zeitnah nochmal BOARDSTEIN Shirts, Hoodies und Caps geben (alles dann wieder auf Vorbestellung eurerseits!), denn es ist einfach mal wieder an der Zeit dafür und daß der BOARDSTEIN noch lange nicht tot ist, lest ihr ja gerade selbst. In diesem Sinne, spätestens im Frühling werde ich die Thematik mal angehen, ich hoffe ja sowieso sehr auf ein paar schöne Wochen zu Hause im Frühling, muß auch, wir freunden uns bekanntlich gerade erst richtig mit unserem Garten an und generell hab` ich da noch so einiges vor auf unserem Grundstück, aber sowas von.

Doch bis dahin bin ich halt hauptsächlich erstmal in der Weltgeschichte unterwegs und deswegen kann ich auch sagen, daß das mit größter Wahrscheinlichkeit mein letzter Blog-Eintrag dieses Jahr sein wird (dann waren es ganze sieben dieses Jahr!?). Für mehr wird mir einfach schlicht die Zeit fehlen, denn im Urlaub ist erstmal Urlaub angesagt und hinterher kann dann hoffentlich auch darüber berichtet werden. Somit wünsche ich euch jetzt eventuell erstmal viel Spaß mit meinem schönen neuen alten Videopart und danach schon mal frohe Ostern, denn bald kommt Nikolausi, ach nee, war schon… Jedenfalls werden für 2026 die Arschkarten neu gemischt und für jede(n) ist wie jedes Jahr mindestens eine mit dabei…

Nur das Beste an alle, ich hab` euch lieb,

Arne

Ein Gedanke zu „BOLLER IS NEVER DIE

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