BOARDSTEIN SONDERAUSGABE #2

Moin Moin!

Wie letztes Mal erwähnt, bin ich gerade an dem ein oder anderen Papierprojekt dran, und eines davon sollte alleine schon aus steuerlichen Gründen dieses Jahr noch gedruckt werden. Und nachdem Mhueller mir aus zeitlichen Gründen eine Absage erteilen mußte, was das Layout des Ganzen angeht, habe ich seit ein paar Tagen die Zusage von unserem alten Kollegen Achim Q-Bitch, der seinerzeit schon fürs BOARDSTEIN MAGAZIN reichlich an Graphikarbeit beigesteuert hat, daß er sich gerne um das anstehende Layout kümmern wird, was mich sehr freut. Nur um was geht es denn genau bei diesem Projekt?



Nun, wie der ein oder die andere von euch vielleicht in den letzten Jahren mitbekommen hat, habe ich (natürlich nicht alleine) 2015 angefangen, den Skatepark in Glücksburg nahe Flensburg neu zu bauen, was so viel heißt, daß wir die 1000 Quadratmeter große Asphaltfläche, von der die alten Holzrampen nach und nach entfernt worden waren, in drei Bauabschnitten zubetoniert haben. Die Hälfte des Areals wurde im Herbst 2015 in Angriff genommen, zwei Jahre später haben wir eine große Bank ergänzt, die als Rückseite des Bowl/Snakerun-Teils diente, den wir dann letzten Sommer gebaut haben. Und nun steht da ein richtig geiler Skatepark nach meinem ganz eigenen Geschmack, und das Ganze nicht mal 15km von meiner Hütte in Dollerupholz entfernt.

Das war insofern in einmaliges Projekt, als daß der gesamte Park zu drei Vierteln durch Spenden finanziert wurde, nachdem wir seinerzeit von der Stadt Glücksburg quasi 25.000,- Euro als Startkapital hatten. Insgesamt hat der Skatepark knapp unter 100.000,- Euro gekostet und dahinter verbirgt sich natürlich eine tolle Geschichte, die es weiter zu erzählen gilt. Und jetzt bin ich gerade dabei, diese ganze Geschichte für ein kleines Büchlein in Wort und Bild zusammenzutragen, das heißt, eigentlich bin ich damit bereits fertig, es gilt jetzt nur noch, die endgültige Bildauswahl zu treffen und den Seitenplan zu manifestieren, damit Achim sich an die Arbeit fürs Layout machen kann. Da wir sogar noch einen guten Batzen Spenden übrig haben, wird das Ganze auch ein bichen edler aufgemacht, also ordentliches Papier und schöner Umschlag, und ich hab` textlich versucht, mich halbwegs kurz zu halten, damit wir auch ein paar schöne große Bilder präsentieren können. Es sollen 104 Seiten im Din-A4 Format werden, allerdings werden wir nur 150 Exemplare drucken können.

Ich wäre dieses Unterfangen auch eingegangen, wenn wir keine Spenden mehr übrig gehabt hätten, dann hätte ich das aus eigener Tasche finanziert und ein bißchen muß ich das auch trotz Spenden tun, aber es ist mir halt ein wichtiges Anliegen. Zum einem, um dieses tolle Projekt würdig für die Nachwelt festzuhalten und etwas in der Hand zu haben, mit dem wir nochmal den zahlreichen Helfern und Unterstützern danken können. Zum anderen will ich dann Anfang des kommenden Jahres endlich den in Frage kommenden Nachbargemeinden in meiner Region ein Exemplar zukommen lassen, um vielleicht die ein oder andere dazu zu bewegen, ebenfalls mit uns Skatern zusammen einen Skatepark zu bauen. Und ich bin mir sicher, das wird schon rein statistisch aufgehen, von zum Beispiel zehn Gemeinden wird sich doch wohl mindestens eine darauf einlassen, und dann kommt die berühmte Kettenreaktion, wo andere Nachbargemeinden folgen werden, das habe ich nun in den letzten Jahren durch meine Arbeit mehr als genug beobachten können, ob in Deutschland, Belgien, Frankreich oder wo auch immer.

Barca Brian mit dem ersten Heelflip über die Pyra im Spätherbst 2015. Ph: Flower
Flower und ein satter Fs Bonesless. Ph: Mich

Ich hatte ja schon mal erwähnt, daß ich gerne in meiner Heimat Angeln alt werden möchte und sag`s mal ganz plakativ: Dann will ich natürlich auch was zu skaten haben, denn Spots und Skateparks gibt es bei uns leider nicht wirklich übermäßig viel. Vor allem will ich auch nicht alleine skaten müssen und deswegen liegt mir natürlich einiges daran, unsere Szene zu pushen und voranzubringen und gerade auch neue Crews und Szenen durch Skateparks entstehen zu lassen. Zudem möchte ich natürlich auch gerne mehr zu Hause arbeiten und nicht immer irgendwo Skateparks bauen, wo ich sowieso nie wieder hinkomme und von denen ich nichts habe, das wären mal ganz eigennützige Gründe für mein Vorhaben. Aber ich würde diesen Job nicht schon seit elf Jahren machen, gerne auch mal ehrenamtlich, wenn ich nicht wüßte, daß gerade ländliche Regionen Skateparks brauchen, da sie einfach Teil der modernen Kinder- und Jugendkultur sind und eben gebraucht werden. Und da ich genau weiß, was gebraucht wird, baue ich diese Parks zumindest in meiner Hood natürlich am liebsten selber ganz nach unseren Wünschen und Bedürfnissen.

Somit wird dieses Büchlein, welches ich nach BAUSTOP als zweite BOARDSTEIN SONDERAUSGABE bezeichnen würde, den Anspruch haben, Gemeindevertretern und Kleinstadtvätern Skateboarding ein bißchen zu erklären und näherzubringen, und vor allem die Thematik Skateparks, mit der sie in naher Zukunft dem Trend der Zeit nach wahrscheinlich noch mehr konfrontiert werden als sowieso schon. So zumindest habe ich die Texte verfaßt, aber alles eben auf einen gewissen BOARDSTEIN STYLE und wer sich darauf nicht einlassen kann oder will, mit dem will ich auch gar nicht zusammenarbeiten. Zudem sollen sich an dem Büchlein natürlich alle erfreuen können, die in irgendeiner Form zum Erfolg des Projektes beigetragen haben, so gesehen ist das Ganze natürlich eine sehr lokale Sache.

Die Bank vom zweiten Bauabschnitt im Herbst 2017

Da ich aber weiß, daß es in der FAMILIE BOARDSTEIN auch ein paar Fans gibt (das Wort kommt ja von ‚Fanatic‘), die alles haben und lesen möchten, wo irgendwie BOARDSTEIN drauf steht, sollt ihr natürlich gerne die Möglichkeit haben, ein Exemplar dieser BOARDSTEIN SONDERAUSGABE #2 zu erstehen. Das wird dann leider nur nicht ganz billig werden, weil die Druckkosten eben nicht zu unterschätzen sind und die Auflage sehr limitiert ist. Ihr könnt mir allerdings eine Email mit eurer Adresse an schicken und mir gleichzeitig an die selbe Adresse 15,- Euro per Paypal überweisen und euch ein Exemplar sichern. Wenn genug Interessenten zusammenkommen, können wir vielleicht sogar 50 Exemplare mehr drucken, was mich natürlich sehr freuen würde. Ein paar Bilder gibt es ja hier schon zu sehen und damit ihr in etwa wißt, auf was ihr euch einlaßt, füge ich jetzt hier mal quasi als Appetithappen und Lesebeispiel das Vorwort dieses Büchleins ein, und zwar genau jetzt:

 

PROLOG

Skateboarding ist weit gekommen und es ist hier, um zu bleiben…

Als ich vor genau 30 Jahren mit dem Skateboarden anfing, waren es andere Zeiten, zwangsläufig, und seitdem ist viel passiert und die Veränderungen in unserer Welt und Gesellschaft sind allgegenwärtig. Aber darum soll es hier heute nicht gehen, viel mehr wollen wir dieses Büchlein einem der wunderbarsten Phänome widmen, die die moderne Gesellschaft hervorgebracht hat, nämlich eben Skateboarding.

Skateboarding ist so viel mehr, als einfach nur auf einem Rollbrett zu rollen oder damit Tricks zu machen, Skateboarding ist seit jeher auch ein Lebensstil und eine Kunstform für die Aktiven, die sich damit ausdrücken, und das eben nicht nur auf dem Brett. Der sportliche Charakter von Skateboarding ist nicht wegzudenken, aber genauso hat Skateboarding auch viel von einem Spiel, oder sogar einem Tanz, im Grunde genommen ist es eine Kunstform. Denn kein Skater kann alle Tricks (dafür gibt es viel zu viele und noch viel mehr Kombinationen), aber jeder Skater kann bestimmte Tricks besonders gut. Und wie gut ein Skater einen Trick kann, äußerst sich vor allem im Style, also der Art und Weise, wie der Trick ausgeführt wird. Sieht es leichtfüßig aus oder verkrampft und gewollt? Style ist einer der wichtigsten Aspekte im Skateboarding überhaupt, und Style ist Kunst, die Kunst sich auszudrücken.

Somit hatte Skateboarding schon immer etwas sehr Individualistisches an sich, doch im Gegensatz zu vor 30 Jahren oder länger, als wir als Skateboarder von der Allgemeinheit belächelt oder sogar verachtet wurden, ist Skateboarding schon seit mindestens einem Jahrzehnt im Mainstream angekommen. Skater sind nicht mehr unbedingt nur die Rebellen und Außenseiter, sondern inzwischen vor allem die Trendsetter, und eigentlich waren sie das alles zusammen auch schon immer, denn rebellisch sein ist seit jeher und überall cool, früher hat es halt mehr nur im Untergrund stattgefunden. Aber heute, wo Skateboarding in den Medien omnipräsent ist, Banken, Versicherungen und andere eher unrebellische Institutionen wie keine anderen mit dem Image des innovativen, waghalsigen und dennoch erfolgsorientierten Skaterdaseins für sich Werbung machen und nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio das erste Mal Skateboarding mit den Disziplinen Street und Park vertreten sein wird, scheint die Gesellschaft stolz und dankbar, daß es in dieser Welt noch so etwas Einmaliges wie Skateboarding gibt.

Ganz normaler D.I.Y. Wahnsinn…

Ich hatte, gesteuert und geleitet von meiner Passion, glücklicherweise die letzten drei Jahrzehnte auf allen Kontinten der Welt an den abgelegensten und skurrilsten Orten unzählige Möglichkeiten, mich von dieser Einmaligkeit des Skateboardings und der Brüder- und Schwesternschaft, die damit einher geht, zu überzeugen. Skateboarding prägt und verbindet fürs Leben, denn es gehört einfach etwas dazu, unzählige Male satt auf die Schnauze zu fallen und sich weh zu tun, nur um diese Stück Holz mit Rollen drunter zu bändigen oder Tricks darauf zu lernen. Das bleibt auch immer Teil des Alltags, sollte man tatsächlich gut genug werden, um als Profi von Skateboarding leben zu können, Hinfallen wird mensch dabei immer, die einen mehr, die anderen weniger. Als SkaterIn tut mensch sich weh, das gehört einfach dazu, genau wie sich im Leben Freud und Leid die Hand geben, und alleine deswegen ist Skaten neben der körperlichen Ertüchtigung an sich auch pädagogisch hochgradig wertvoll. Den Willen des nicht Aufgebens, des Riskierens und des an seine Grenzen gehens gibt es bei fast allen Sportarten. Aber nirgendwo gibt es so wenig bzw. keine Regeln zur Entfaltung seiner Künste, und keinen ernsthaften Sport dieser Welt kann man sonst noch betreiben, sobald man nur ein paar Quadratmeter festen Boden unter den Füßen hat, und ein Skateboard. Mensch braucht theoretisch wie praktisch nur sein Board zum glücklich sein, und ein bißchen festen Boden…

Hinnerk Petersen rockt to fakie bei einem der Best Trick Contests auf der Eröffnung August 2018. Ph: Jonn Rübcke

Und überall auf der Welt gibt es Architektur, die man – wie ein Künstler eine Leinwand – ganz individuell für sich nutzen kann, und jeder Skater interpretiert seine Umgebung eben anders. Aber seit die ersten kalifornischen Surfer in den ’60er Jahren Rollschuhachsen unter einfache Bretter nagelten, um bei Flaute auf den Promenaden zu surfen, gibt es Probleme mit Skateboarding auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Zwar hat sich in Sachen Akzeptanz viel getan in der Gesellschaft in Richtung der Skater, denn wenn man schon mal im Fernsehen – oder besser geagt im Internet – gesehen hat, wie Skater auf endlos langen Treppengeländern lang rutschen oder auf überdimensionalen Rampen Sprünge vollziehen, die man beim ersten Mal Hingucken gar nicht begreifen kann, versteht mensch ein bißchen besser, warum sich junge Menschen auf nicht selten unwirtlichen Plätzen mit diesem Spielzeug die Zeit vertreiben. Nämlich weil es sie glücklich macht, Skateboarding ist eben nicht nur ein Hobby oder eine Freizeitbeschäftigung, sondern für die Aktiven viel mehr eine sehr ausgeprägte und gelebte Leidenschaft.

Trotzdem sind Skater auch heute noch wahrhaftig nicht überall gerne gesehen und somit gab es schon immer auch Plätze und Anlagen, die extra für Skateboarding gebaut wurden, sogenannte Skateparks eben (und um das gleich nochmal ganz vorne hier an dieser Stelle zu betonen, es heißt ‚Skateparks‘ und nicht ‚Skaterparks‘). Im letzten Jahrzehnt ist diesbezüglich weltweit ein Boom losgegangen, der in näherer Zukunft nicht abzubrechen scheint, und von dem wir vor 30 Jahren, zu meinen Anfängen, nur träumen konnten. Aber Skateboarding ist eben angesagt, und in einer Zeit, in der Sportvereine schwindende Mitgliederzahlen zu beklagen haben, weil (Team-)Sport out ist und die Kinder und Jugendlichen sich am liebsten sowieso nur vor Bildschirmen bewegen, ist Skateboarding cooler als je zuvor. Es war halt schon immer modern, verspielt und ästhetisch zugleich, alles Attribute, die junge Menschen sich heutzutage am liebesten per App runterladen würden.

Fuckin` Jan Waage war bei der Eröffnung am Start und er kann noch, was auch sonst… Ph: Jonn Rübcke

Das Gute an Skateparks – zumindest an guten Skateparks – ist allerdings, daß diese eben nicht nur von Kindern und Jugendlichen genutzt werden, sondern auch von Erwachsenen wie mir, die zum Teil schon sehr lange dabei sind. Skateboarding ist an sich noch ein recht junger Sport, aber daß man Väter mit ihren Kindern zusammen im Skatepark sieht, ist für uns Locals inzwischen ein alter Hut, und in welcher Sportart hat man das sonst noch? Nämlich daß drei bis vier Generationen zusammen vergnügt Sport treiben oder besser gesagt zusammen spielen!? Und in den letzten Jahren erfreut sich unsere Gemeinschaft auch an immer mehr Mädels und Frauen, die – den sozialen Medien sei Dank – inzwischen globalisierend begriffen haben, daß sie nicht alleine sind und sich vor niemanden verstecken müssen. Auch das werden wir nächstes Jahr bei Olympia sehen! Skateboarding blüht und ein Ende ist nicht abzusehen, denn eigentlich geht es gerade erst richtig los, seit man uns ein bißchen ernster nimmt und unser Potenzial erkannt hat.

Und genau darum soll es auf den folgenden hundert Seiten gehen, denn ich bin so dankbar, daß die Stadt Glücksburg im richtigen Moment unser Potenzial, nämlich das der überschaulichen Angeliter und Flensburger Skateszene, erkannt und sich vor ein paar Jahren mit uns in die aufregende Herausforderung gestürzt hat, den damals quasi nicht mehr existenten Skatepark vor Ort auf Vordermann zu bringen, aber so richtig! Davon handelt dieses bescheidene Büchlein, es soll in Wort und Bild verdeutlichen, was wir Skater in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wundervolles vollbracht und auf die Beine gestellt haben, etwas Einzigartiges und sehr Stabiles, nämlich einen Skatepark aus Beton. Und zwar nicht nur irgendeinen Skatepark, dieser Skatepark gehört auf deutscher Ebene eher schon zu den Größeren und wegen seines individuellen, zeitlosen und funktionellen Designs ganz sicher auch zu den einzigartigsten. Sowas wie den besten Skatepark gibt es nicht, dafür sind die Geschmäcker zu verschieden und viele Skater sind tatsächlich auch mit wenig zufrieden, aber im Glücksburger Skatepark kommt jeder Skater auf seine Kosten, und ‚the best skater is the one who has the most fun’…

So wird das Ganze gebaut, Professional Builder`s Jam Sommer 2018

Wir Skater hier und die Stadt Glücksburg sind zu recht stolz auf unseren Skatepark, und im allgemeinen Interesse wäre es zu wünschen, andere Gemeinden hier in unserer schönen Heimat Angeln lassen sich genau von diesem Büchlein inspirieren, daß ein Skatepark aus Beton vielleicht ein ganz gute Anschaffung wäre, um vor allem den jungen Bürgern einen zeitgemäßen Ort zu bieten, an dem sie sich ausleben können. Probleme gibt es auf der Welt genug, im Skatepark kann mensch sie jedenfalls für ein paar Stunden beiseite schieben. So könnte der Platz zum angesagtesten Treffpunkt der Umgebung werden und daraus eine gesunde Gemeinschaft erwachsen, die die Tradition vom friedlichen Mit- und Nebeneinander, wie es in Skateparks seit jeher Gang und Gebe ist, fort- und vorleben kann. Das funktioniert besonders gut, wenn die hinterher Aktiven vorher bei der Planung, aber im Idealfall auch direkt beim Bau involviert werden.

Wenn auch die ganze Zeit von Skatepark die Rede ist, dann deswegen, weil wir Skater solche Anlagen und Rampen erfunden und seit jeher meistens auch selbst gebaut haben, wie im Falle Glücksburg auch. Und so individuell, wie Skateboarding ist, sollte auch ein jeder Skatepark sein. Genutzt werden Skateparks aber natürlich heutzutage mindestens genauso viel von – in unserer Szene sogenannten – Scooter-Kids, also Kindern mit Rollern, die dann spätestens in der Pubertät entweder aufs Skateboard oder die Mofa umsteigen, wobei es Mofas ja heutzutage in Deutschland eigentlich gar nicht mehr gibt. Aber diese Kids machen eigentlich in jedem Skatepark der Welt gut 50% der Nutzer aus, nur bauen sie solche Anlagen weder selbst, noch leben sie ihr Sportgerät so aus, wie es Skateboarder tun. Das tun in diesem Maße höchstens noch die eher selten angetroffenen BMXer und Rollerblader, die popularitätsmäßig Skateboardern aber nie das Wasser reichen können werden. Doch sie alle zählen zu den Nutzern von Skateparks und sind dort jederzeit herzlich willkommen. Wenn es im Park zum Beispiel vormittags ruhig ist, hat man auch schon ältere Herren mit ferngesteuerten Autos darin gesehen. So gehört es sich für Außenseiter und Randsportgruppen, wir müssen alle zusammen halten, als Skater haben wir das früh gelernt.

Bela Ehmann – Bs 360° Fly-out beim Border Ollie Juni 2019. Ph: Matthias Richter

Somit willkommen im Skatepark Glücksburg, gut 1200 Quadratmeter Beton, die in drei Bauabschnitten von 2015 bis 2018 mit viel Schweiß, Blut, aber vor allem auch Freude entstanden sind. Ich werde versuchen, mich auf den kommenden Seiten mit Wörtern halbwegs kurz zu halten, auch wenn ich dieses tolle und in unserer Region, aber auch deutschlandweit einmalige Projekt natürlich würdig erklären und darstellen will, und zwar aus meiner Sicht und Erinnerung. Aber da sagen Bilder manchmal auch mehr als Worte, und ich hoffe, mit beidem werde ich euch auf den kommenden Seiten nicht langweilen. Für mich ist mit diesem Skatepark ein Traum in Erfüllung gegangen, den ich immer noch nicht ganz realisieren kann, jedes Mal wieder, wenn ich mit meinem Board in der Hand das Areal betrete. Aber vor allem für alle Nichtskater ist dieses Büchlein, damit sie verstehen, was alles möglich ist, wenn man uns Wahnsinnige einfach mal machen läßt. Denn sie wissen, was sie tun…

Danke, Glücksburg, Skateboarding ist dir für immer verbunden! Ich empfehle mich gerne bis auf Weiteres,
Arne Fiehl vom BOARDSTEIN

Widmen möchte ich dieses Büchlein meiner Oma Marga Bachmann, die mehr als ihre zweite Lebenshälfte in Glücksburg verlebt hat. Dieses schöne Städtchen war somit auch schon immer Teil meines Lebens.

D.I.Y.:
Aus dem Englischen, steht für ‚Do it yourself‘. Spätestens seit den `60er Jahren ein Begriff dafür, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, bestenfalls zu verbessern und eben nicht sich selbst zu überlassen. Das geht von künstlerischen über politische Aktivitäten bis zum Himmelszelt hinaus. Der Begriff D.I.Y. ist seit jeher mit der Skateboardszene in Verbindung zu setzen, die wie keine andere Szene dieser Entwicklung völlig neue Dimensionen gab, indem sie nicht nur Firmen hervor rief, die heute den Mainstream prägen, sondern ebenso an den unerdenklichsten Orten der Welt kleine und und zuweilen auch sehr große Paradise aus Beton. An diesen erfreuen sich zusammn mit jedem Tag zunehmende Skateboardbegeisterte jeglichen Alters, Geschlechts, Religion oder Rasse.

PROFESSIONAL D.I.Y.:
Eine Steigerung des oben Genannten bis hin zur gesellschaftlichen Akzeptanz und Unterstützung.

 

Ja, so viel mal zu Skateboarding im Groben und Allgemeinen von meinem heutigen Standpunkt aus betrachtet. Ich würde mich wie gesagt freuen, wenn in den nächsten Tagen und Wochen ein paar interessierte Emails und Bestellungen bei mir eingehen würden, es handelt sich halt wie bei dem Glücksburger Skatepark selbst um ein echtes BOARDSTEIN QUALITÄTSPRODUKT. Und da ich das letzte Geld von Glücksburg schon bekommen habe und dieses Jahr tatsächlich ausnahmsweise mal ganz gut verdient, soll das Ganze unbedingt dieses Jahr noch gedruckt werden, soll heißen, spätestens Anfang 2020 würde das dann an euch rausgehen. Da bin ich dann eh auf Winterpause zu Hause und kann mich um solche Angelegenheiten kümmern.

Und apropos, was ich ja weiter oben schon ansprach von wegen BOARDSTEIN FANATICS: Ich habe letztens bei meinem Vater noch eine BOARDSTEIN NULLNUMMER gefunden, also die allererste, zwanzigseitige BOARDSTEIN AUSGABE, von der wir damals 200 Stück gedruckt haben, um sie an die Industrie zu schicken und Anzeigen für die BOARDSTEIN NUMMER 1 zu aquirieren. Gehen wir mal davon aus, daß von dieser Nullnummer maximal noch 50 Exemplare irgendwiewo existieren, das gute Stück ist zwar inhaltlich und optisch mehr als trashig (noch schlimmer als unsere ersten Ausgaben), aber nichtdestotrotz ein wichtiges Stück BOARDSTEIN Geschichte und für Die-hard-Sammler natürlich von ganz besonderem Interesse. Also Obacht, wenn ich es nicht mehr schaffen sollte, dieses wertvolle Einzelexemplar dieses Jahr noch auf Ebay zu versteigern, dann wird das Anfang nächsten Jahres passieren. Auf dem Laufenden dazu haltet ihr euch am besten genau hier, auf BOARDSTEIN.COM, dem BOARDSTEIN vom BOARDSTEIN für BOARDSTEINE, yeah!

Bleibt fröhlich soweit und bis bald auf diesem Kanal! Skateboarding super, BOARDSTEIN noch besser…
Arne Fiehl vom BOARDSTEIN

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