DJ BOARDSTEIN DIREKT LIVE VON DER FRONT

Huhu!

Ja, hier mal wieder die neusten Nachrichten meinerseits, die wollte ich eigentlich schon am Wochenende rausgehauen haben, aber die letzten Tage war mir nicht so nach schreiben, warum erfahrt ihr dann gleich. Eigentlich gibt`s sowieso nicht wirklich allzu Spektakuläres zu erzählen, wir sind hier halt fröhlich in Laon am Rumrödeln, man könnte auch sagen, wir bauen einen Skatepark, ach nee, war ja ein Inlinepark…

Wie auch immer, wir waren ganz gut fleißig die letzten beiden Wochen und so gesehen läuft auch jeder Tag gleich ab, kurz nach Sieben aufstehen, Müsli essen und gegen Acht auffer Baustelle sein, vorher macht auch nicht wirklich Sinn, da ist es nämlich noch dunkel (wir haben Mitte Februar für alle, die`s vergessen haben). Dann gegen halb Fünf zusammenpacken und vom Acker machen und gucken, daß man sich den Feierabend halbwegs sinnvoll vertreibt, tja, und das geht inzwischen seit einem Monat so. Wir haben auf der Baustelle inzwischen endlich auch schon ein bißchen mit Beton rumgefuchtelt, da gab es so`n bißchen Startschwierigkeiten, die aber nicht weiter erwähnenswert sind. Nach einem kleinen Testpiece am Freitag ging es dann heute zum ersten Mal in die Vollen und wir haben ein bißchen Strecke gemacht, soweit alles herrlich unspektakulär.

Die alte Crew mit Quentin, Olivier und Capo
Die Boys beim Gambeln…

Das Aufregendste bzw. Bewegendste zwischendurch war wahrscheinlich, daß die Besatzung halbwegs gewechselt hat. Quentin und Olivier sind vor zwei Wochen abgereist, um beim ersten Projekt des Jahres von Antidote Skateparks anzuschaffen – wie schon mal erwähnt, Ehrenkodex und so `ne Späßchen wie Projekte zu Ende bauen, die man angefangen hat, gibt es heute nicht mehr, es wird munter rumgehurt und angeschafft eben, aber egal. Seit zwei Wochen haben wir dafür nach einer gut zweijährigen Pause unseren Conni wieder mit dabei, mal so zum Warmwerden, hundert Prozent fit ist er noch nicht wieder, aber er macht sich ganz gut, uns Conni. Und das Beste ist, natürlich hat er seine Handtaschenratte Gypsy mit am Start, deswegen gibt es hier auch wieder niedliche Hundibilder. (Connis erstes Wochenende hier war auch sehr geil, er wohnt halt nebenan im anderen Cabin und weil ich die Nacht zum Tag machte, ganz viel schrieb und tagsüber schlief, hatte er zwei Tage lang französisches Fernsehen geguckt, natürlich ohne Französischkenntnisse, nur um dann am Sonntagabend endlich den Knopf auf der Fernbedienung zu finden, mit dem man wenigstens Arte auf Deutsch gucken kann.)

Gypsy wird geduscht, schön gerecht von hinten…
Gypsy wird trocken gerubbelt und hat das scheinbar ganz gerne…
Gypsy und sein Trenchcoat…

Seit letzter Woche ist dann auch Sam mit dabei, auch ein belgischer Veteran im Betonbusiness, der sich allerdings eigentlich eher ein bißchen aus der Branche zurückziehen wollte und den wir lange nicht bei Concrete Flow begrüßen durften. Aber sehr schön, Sam dabei zu haben, der weiß, was er tut, und ist ein 1A-Kollege mit ausgeprägtem Sozialbewußtsein. Sonntagnacht sind dann noch zwei Männers angekommen, damit wir die nächsten zwei Wochen betonmäßig ordentlich Strecke machen können, denn es ist alles dafür vorbereitet. So ist Charlie aus Valencia mit seinem Van angereist, vielleicht erinnert ihr euch, der war auch letztes Mal in Charleroi mit dabei. Und außerdem dürfen wir Cedric begrüßen, der ist zum allerersten Mal mit bei uns auf einer Betonbaustelle, hat schon reichlich Erfahrungen mit Holzskateparks und würde jetzt gerne seine Betonskills mit uns verfeinern. Kann er haben, ich bin gespannt, wie sich die nächsten zwei Wochen mit diesem Team noch so entwickeln, das Wetter spielt ja auch keine unwesentliche Rolle und Regen gehört um diese Jahreszeit wohl immer wieder mal dazu. Kalte Temperaturen, damit der Beton schön langsam aushärtet und wir noch schönere lange Tage haben, sind ja Voraussetzung bei Winterbaustellen, sonst macht das ja alles auch keinen Spaß…

Früh anfangen macht durchaus Sinn bei diesen Temperaturen.

Das kurz zu den Fakten hier vor Ort und damit kämen wir mal zu Leid und Elend, denn das gab`s hier tatsächlich auch ein bißchen, zumindest bei meinerseits nicht zu wenig. Freitag vor einer Woche wollte ich die letzten Sonnenstrahlen nutzen, gerade weil das ganze Wochenende Regen vorausgesagt war, und direkt neben der Baustelle beim Sportplatz eine kleine Rollstuhlrampe skaten, im Endeffekt der rollstuhlfreundliche Zugang zu den Toiletten, wo wir über Nacht immer unsere Werkzeugkisten lagern. Ja, und wenn man da jeden Tag mit zu tun hat und drauf rumläuft, will man das Teil dann auch mal skaten, also ich zumindest, es ist ja nicht so, daß diese Stadt mit Spots überlaufen wäre, quasi überspottet, da war mir dann auch egal, daß überall noch Erdfetzen vom letzten Rugbyspiel rumlagen (mein Board sieht dementsprechend dreckig aus jetzt). Ja, also ich bin dann auch geskatet, hatte mir Shove-it Manual Bs 180°Out vorgenommen und den eigentlich auch einmal eingetütet, allerdings mit ein bißchen Tail aufsetzen, zählt bei Manual-Tricks halt nicht (also für die Kamera jetzt).

Zwanzig Versuche später war ich dann nochmal so nah dran, daß ich bei einem Versuch derbe mit dem rechten Fuß umknickte, und damit war die Session dann auch ganz schnell vorbei. Ich rief sofort Quentin an, der mit Conni schon zum Campingplatz gefahren war (alle anderen waren übers Wochenende wieder nach Belgien geflohen), ob er mich bitte abholen könne, denn wie geplant zurückskaten oder -laufen kam überhaupt nicht in Frage, mein Fuß war echt im Arsch und Humpeln war schon schwierig. Naja, Quentin is` 100% Kollege und hat mich dann abgeholt, und ich hab` ein nettes stilechtes Intro für meinen nächsten Videopart. Aber zu diesem Zeitpunkt machte ich mir echt Sorgen, ob ich denn nach dem Wochenende, das nun natürlich auch dementsprechend noch ruhiger ablaufen würde als die beiden davor zusammen, die nächste Woche arbeiten würde können, denn auf so einer Baustelle sind zwei gesunde und voll funktionsfähige Füße schon von enormen Vorteil. (Zumindest war damit die Entscheinung gefallen, Samstag doch nicht mit dem Zug nach Brüssel zu fahren, da wär` nämlich abends Konzert gewesen und ich hätte eigentlich einen Tattoo-Termin bei meinem Homie Selim gehabt, der mir ungelogen an dem Samstag die Powell Vato Rat auf genau diesen Fuß stechen wollte)

Man könnte meinen, der rechte Fuß ist etwas dicker…

Ja, und extrem ruhig und unspektakulär lief dann vorletztes Wochenende auch ab, hauptsächlich habe ich geschlafen und mich geschont, wie es in solchen Fällen auch immer das Beste ist, nebenbei schrieb ich dann den letzten Blog-Eintrag über Shang-Shang-Shanghai. Tja, und Montagmorgen hatte ich mich dann entschlossen, lieber noch einen Tag Pause zu machen und meinen Fuß zu schonen, was ohne Frage auch die richtige Entscheidung war. Halbwegs Gesundwerden ist dann manchmal doch wichtiger als Geld verdienen, aber das sind halt immer solche Entscheidungen, die man treffen muß, weil ich bin natürlich in erster Linie zum Arbeiten hier, und noch einen Tag mehr auf`m Campingplatz rumgammeln ist natürlich diesbezüglich sehr unprofitabel, war aber in diesem Fall ohne Frage angebracht und besser so.

Eine ähnliche Situation hatte ich übrigens schon mal auf meiner allerersten Baustelle mit Mikey und Concrete Flow 2013 in Ville la Grand an der französisch/schweizerischen Grenze. Da waren wir Samstags in Genf skaten gewesen, und zwar in diesem ziemlich beschissenen übergroßen Skatepark mitten in der Stadt, und ich hatte mir bei einem Blindside Ollie über einen Channel ganz fies den Fuß zerhackt. Samstag ging dann gar nichts mit Laufen oder überhaupt Humpeln, José hat mich sogar einmal huckepack zum Toilettenhaus getragen, damals haben wir auch in Cabins auf einem Campingplatz gewohnt. Sonntags war ich dann mit Mikey in ein kleines Krankenhaus und fünf Stunden, von denen vier gar nichts passiert ist, später ohne Diagnose, aber dafür mit Gips wieder raus da. Dann hab` ich zwei Tage mit Gips gechillt und fühlte mich deutlich besser, und da ich damals nach einem zweieinhalbmonatigen Südamerika-Aufenthalt, bei dem ich Mike in Brasilien erst kennengelernt hatte, noch dringender Geld brauchte als jetzt gerade, hatte ich den Gips Dienstagabends wieder abgemacht und Mittwoch ging es dann schon wieder halbwegs mit dem Arbeiten, und zwei Wochen später war ich auch das erste Mal skaten.

Mich im Frühling 2013 in Ville la Grand an der schweizerischen Grenze, alles schon mal gehabt sozusagen…

Man kennt seinen Körper halt nach 30 Jahren Skateboardfahren einfach sehr gut, gerade alles von den Knien abwärts, und was nützt mir da Röntgen und irgendwelche Schienen und was weiß ich nicht für Chemie? Zwei, drei Tage Ruhe, ein bißchen Arnika und Kühlen vielleicht und einfach möglichst viel schlafen, so regenerieren sich Tiere auch. Aber ich hab` dann auch schon immer die Erfahrung gemacht, daß es tatsächlich gut ist, den Körper möglichst bald wieder halbwegs normal zu belasten, auch wenn das bei uns auf der Arbeit durchaus einiges bedeutet. Vielleicht bin ich auch genauso hart im Nehmen, wie ich ein stumpfer Ochse bin, aber ja, wenn ich irgendwo auf Montage rumlunger, seh` ich halt zu, daß ich möglichst bald wieder das tue, weswegen ich hier bin, nämlich arbeiten und Geld verdienen, da bin ich durchaus Vollblutproletarier, schon immer gewesen.

Tja, und vorletzten Dienstag stand ich dann auch wieder halbwegs sicher auf den Beinen und konnte die anfallenden Arbeiten ohne allzu heftige Schmerzen zufriendenstellend erledigen, so daß ich mir Ende der Woche sogar Gedanken machte, ob ich es am Wochenende nicht wieder mit Skaten versuchen solle. Den ein oder anderen Spot hier hab` ich schon noch ins Auge gefaßt, wie schon mal erwähnt steht bald wieder ein Videopart an, aber ich film` ja eigentlich immer was, wenn ich alleine Street skaten gehe, ist halt ein super Motivator an beschissenen Spots, die sowieso keiner mit mir skaten würde, erst recht nicht nach Feierabend. Und wegen der jahreszeitlich bedingten Dunkelheit geht das halt hier nur am Wochenende, und wenn man verletzt ist schon mal gar nicht. Jedenfalls sollte ich das vierte Wochenende in Folge hier auf`m Campingplatz in Laon verbringen, und die Wetteraussichten waren nicht berauschend. Also mal wieder Zeit totschlagen (ist was anderes als langweilen!) und versuchen, vielleicht nebenbei noch ein bißchen kreativ bis produktiv zu sein.

Der wahnsinnige Roland blieb dann spontan das Wochenende auch hier und ich dachte mir schon, das war`s dann mit Ruhe und Entspannung, aber am Freitag war er direkt nach der Arbeit in eine Bar gegangen, um sich da mit irgendeinem von der anderen Firma, die am Skatepark mitbaut, zu treffen. Und er tauchte dann auch erst des Nachts, als ich schon lange im Bett lag, wieder auf. Nachdem ich mir dann mit Cola, Rum und reichlich THC den Samstag umme Ohren geschlagen hatte, war Roland abends schwer motiviert, wieder in die Bar zu gehen und dann um Neun, wenn sie zumacht, in eine andere oben in der Altstadt zu wechseln. Weil ich schon gut angeheitert war und das mein letztes Wochenende in Laon sein würde, entschloß ich mich mit der Aussicht auf ein bißchen Abwechslung und mal unter andere Leute kommen, mitzugehen, auch wenn sie kein Englisch reden werden, aber es war ja schließlich Samstagabend.

Die Kathedrale von Laon Samstagnacht, geiles Photo mit dem Schild, nä!?

Und weil wir so gut drauf waren und natürlich noch reichlich Mugge gehört haben, sind wir auch erst gegen Acht losgekommen und somit direkt nach oben in die Altstadt gestiefelt – immerhin `ne Stunde Fußmarsch – wo wir dann im Lanterne Bleu gelandet sind, wo`s eigentlich recht gemütlich war. Bis dann gegen Elf auf Schwarzlicht umgestellt wurde, ein Trance-DJ sein Programm ablieferte und alle neuen Gäste mit Leuchtarmbändern und gerne auch -schminke eingedeckt wurden. Zum Glück hatte ich was Extacy dabei, machte kurzen Prozeß und somit blieb das Ganze auch für mich erträglich.

War ja jetzt auch nicht so das Rave-Publikum, viel eher sah es so als, als wenn es genau das gleiche Publikum ist wie jedes Wochenende, nur diesmal bei Trance-Musik. Wir haben sogar den Hausmeister vom Sportgelände, wo wir bauen, getroffen sowie Cedric, den einzigen Skater, den wir hier bis jetzt wirklich kennengelernt haben. Irgendwie war das alles ein bißchen Dorfdisco, aber man freute sich, uns zu sehen, und dementsprechend wurden wir auch gerne eingeladen, also ich hatte meinen Spaß. Leider machte der Laden schon um Zwei zu, da war ich allerdings auch schön ganz schön zu, ja und dann standen wir da mit ein paar Leuten draußen rum und überlegten, wo es noch hingehen sollte (in Laon gibt es nicht zu viele Möglichkeiten für potentielle Afterhours). Dann wollte ich um die Ecke, um zu pissen, und in der Nebenstraße kommt mir Roland entgegengelaufen von irgendwelchen Typen verfolgt, und ab jetzt ging alles ganz schnell und ich weiß nur Bruchteile davon…

Roland meinte wohl noch zu mir, wir müßten schnell weg, die wollten ihn aufs Maul hauen, aber ich war scheinbar schwer von Begriff und/oder wollte mich dem entgegenstellen und vielleicht das Schlimmste verhindern, aber das Schlimme trat dann sehr schnell von alleine ein. Also ich erinnere mich an eine Handvoll Leute, die mich ein bißchen rumschupsten, bevor mich einer von hinten niederriss und, als ich dann schön am Boden lag, alle Mann auf mich eintraten, bis ich erstmal bedient war. Roland hat das zum Teil alles mitgekriegt, während er versucht hat, ein Auto anzuhalten und irgendwie die Bullen zu rufen (was ein Anfänger, als wenn die jetzt gerade helfen könnten). Irgendwie ist mir dann wohl einer noch voll auf meine Knöchel gesprungen, jedenfalls fühlt sich mein linker jetzt schlimmer an als der rechte noch vorletztes Wochenende und der rechte hat dazu jetzt noch so `ne neue Macke, Schmerzen zu verursachen. Ruckartige Bewegungen in irgendwelche Richtungen gehen jedenfalls gar nicht, also schön wieder von vorne angefangen, nachdem ich schon wieder halbwegs fit war.

Jedenfalls hab` ich ganz gut was abgekriegt, habe aber wohl ein paar Gedächtnislücken, denn ich weiß zum Beispiel nicht mehr, daß ich mich hinterher mit Bullen unterhalten haben soll, die ich aber nach Hause geschickt habe, wie ich es eigentlich in solchen Situationen immer mache. Dafür weiß ich sehr wohl, daß die Assis mir mein Portmonnaie geklaut haben, Tabak mit Gras natürlich auch, und ebenso mein Handy weggeworfen haben, weil ihnen das wohl zu billig war, jedenfalls ward es nie wieder gesehen. Zum Glück hab` ich die meisten Nummern zu Hause notiert, muß mir aber jetzt erstmal `ne neue Karte bestellen und mir den nächsten passenden Noki-Oldtimer besorgen (an alle Freunde und so, ich bin also momentan telefonisch nicht erreichbar!). Und Portmonnaie ist natürlich auch immer ätzend, nicht nur weil da mindestens noch hundert Euro drin waren, sondern natürlich auch die paar wenigen wichtigen Karten, die ich besitze, muß halt alles neu angeschafft werden, zum Teil für teuer Geld. Insgesamt nicht unerheblicher Materialschaden, ich bin dann irgendwie zurück zum Campingplatz gehumpelt, wo Roland so unter Schock stand, daß er bei Conni nebenan in der Küche geschlafen und wohl sowieso die ganze Zeit eigentlich nur rumgeheult hat, und ich schaffte es irgendwie noch, mit Conni`s Handy meine Karten sperren zu lassen, bevor ich völlig fertig ins Bett fiel und, nur ab und zu von Roland geweckt und wegen irgendwas ausgefragt, bis abends durchschlief. Kurz ein bißchen Chili Sin Carne von Conni und wieder zu Bett, so sah mein Sonntag aus.

Beule oder wie man einen Tresor knackt…

Mein persönlicher Schaden am eigenen Leib war nämlich wesentlich schlimmer als der materielle Verlust, ich mein`, Sonntag war mein Auge den ganzen Tag so zugeschwollen, daß ich rechts gar nicht sehen konnte, wenn ich es nicht mit den Fingern aufhielt. Und wie gesagt humpelte ich genauso in Zeitlupe durch unser Kabinchen wie noch ein Wochenende davor, diesmal allerdings beidfüßig. Irgendwann entdeckte ich dann, daß ich wohl auch im Ohr geblutet haben mußte, weil es innen voller Kruste war, und tja, und so`n leichter permanenter Kopfschmerz gehörte die ersten zwei Tage auch dazu, aber insgesamt waren die Köperfunktionen zwar angeschlagen, aber normal, na gut, ich krieg` meinen Mund beim Essen immer noch nicht so weit auf, wie ich das gewohnt bin. Roland hat natürlich zwei Tage lang Alarm geschlagen, ich solle unbedingt ins Krankenhaus zum Durchchecken und Blabla, aber da hab` ich schon Schlimmeres durchgemacht und kenne meinen Körper wohl besser als dieser wahnsinnige Spinner, der sich seit meinem ersten Blog-Eintrag über Laon extrem Mühe gibt, mir möglichst nicht auf die Nerven zu gehen, was natürlich eher selten funktioniert.

Ich mein`, ich bin ihm zu Dank verpflichtet, immerhin hat er am Sonntag mit Cyril, dem Skater, und dessen Bruder die ganze Oberstadt auf den Kopf gestellt, um vielleicht irgendwas von meinem Kram zu finden, gefunden haben sie tatsächlich was, nämlich meinen Handy-Akku, tätä. Insgesamt hat die ganze Sache aber Roland scheinbar schwerer mitgenommen als mich, liegt vielleicht daran, daß ich zwanzig Jahre älter bin. Aber solche Scheiße passiert nun leider manchmal im Leben, Leute, die auf Streß aus sind und sich kloppen wollen, gibt es überall, ich bin nun mal leider hier in Laon in so ein Pack reingelaufen, das ganze Ausrauben war definitiv nur Bonus für die. Aber ey, sowas laß` ich ganz schnell hinter mir und gucke nach vorne, das Leben ist schön, Punkt, aus, fertig…

Logischerweise bin ich Montag dann aber nochmal zu Hause bzw. auf`m Campingplatz geblieben und habe nicht gearbeitet, Dienstag dann mehr schlecht als recht den Ball flach gehalten und inzwischen geht es schon wieder halbwegs. Zumindest kann ich wieder halbwegs normal gucken und somit auch tippen, sonst würdet ihr das hier ja jetzt nicht lesen können. Mir fiel dann zum Glück zwischendurch noch ein, daß ich ja doch nochmal bei den Bullen vorsprechen würde müssen, denn Freitag fliege ich übers Wochenende wegen eines Familientreffens mal kurz nach Hause, lange Geschichte, über die ich vielleicht nächste Woche berichten werde. Aber ja, ohne irgendeine Art von Ausweis zu fliegen, läuft nicht so richtig, so hab` ich mir mit Mikey`s Hilfe gestern bei den Bullen einen fünzehnseitigen Schrieb (der Überfall mußte dann ja wohl doch noch zu Protokoll genommen werden) abgeholt, der mir Freitagnachmittag hoffentlich keine Probleme bereitet. Tja, Samstag muß ich dann wohl kurz nochmal bei uns zu Hause beim Amt vorsprechen, weil Sonntag flieg` ich dann nochmal für meine Endspurt-Woche hierher zurück, bevor es im Anfang März für einen Monat nach Kolumbien und Ecuador geht, yeah!

Ja, das waren jetzt aber reichlich Informationen zum Schluß, aber ich hör` auch besser mal auf, wenn das heute Abend noch gepostet werden Ein bißchen Schlaf kann nicht schaden, bevor wir morgen um Sieben wieder im Beton stehen, gerade mit meinem Körper zur Zeit…

Nächste Woche geht`s hier richtig ab…

Okay, so viel von mir im wahrsten Sinne live von der Front, ich melde mich dann Anfang/Mitte nächster Woche wieder, vielleicht mit etwas Familientreffen!? Man wird es sehen, erstmal guten Abend, gute Nacht und schönes Wochenende schon mal!

Wuff wuff,
Arne

P.S.: Weil das jetzt hier so ein wenig unterhaltsamer Blog-Eintrag war und ich weiß, daß alle BOARDSTEINE voll auf Zitate abfahren, hier noch ein paar von Professor Fu, besser bekannt als Roland, die er in den letzten Wochen so losgelassen hat. Viel Vergnügen und herzliches Beileid…

Woecher: „I wonder why you don`t get diabetes eating all that sugar.“
Roland: „You know why I don`t get it? I don`t eat it all at once…“

Roland: „I`d like to have the same color, but green…“

Arne: „Don`t tell me you take gloves with you!?“
Roland: „Gloves!? Yes, if a girl asks me I can give it to her…“

Arne: „It feels kinda stupid looking stupid.“
Roland: „What do you tell me? I know a lot about that…“

Arne: „Roland, you gotta put it higher!“
Roland: „High is up?“

Roland: „I may be dumb but I can drive a damper…“

Ja, das macht wirklich Freude hier mit den Boys zusammen, gerade auch bei den zum Teil hervorragenden Englischkenntnisen, die meine Kollegen so mit sich bringen. Zum Schluß dazu noch ein Klopfer von uns Conni…

Roland: „I bought this for my girlfriend…“
Conni: „Make the price off!“

Roland: „Arne, did you take a picture of my shampoo?“
Arne: „Why would I do that?“
Roland: „Because it`s called ‚Anti-Hangover‘!“

2 Gedanken zu „DJ BOARDSTEIN DIREKT LIVE VON DER FRONT

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