ICH TRETE JETZT IN HUNGERSTREIK…

Aber hallo zusammen!

Mannomann, das war aber die letzten Wochen eine Aufregung hier auf`m Blog, was!? Hauerha, sowas gab`s ja echt noch nie, aber wir haben ja auch nicht alle Tage Corona und ich will wie angekündigt hier auch nicht länger auf diesem Nervthema rumreiten, würde nur gerne schnell nochmal etwas zu zwei spitzenmäßigen Kommentaren loswerden, die hinterher meinen letzten Eintrag bereichert haben. Die zwei Verfasser (oder ist es vielleicht sogar ein und derselbe?) haben mir nämlich einen Mordsgefallen getan, in dem sie großartig bestätigt haben, was ich in meinem Text angedeutet hatte, von wegen daß in den Kommentarspalten zu irgendwelchen Schwurblerartikeln oder -beiträgen im Netz die Gegner der sogenannten “Querdenker“ sich oftmals nicht annähernd so viel Mühe geben, ihre Meinung kundzutun, wie die Querdenker selbst, und nicht selten einfach beleidigend und unsachlich daher kommen…

Nun, ich wußte gar nicht, daß sich solche geistigen Leichtgewichte auf meinem Blog tummeln, oder gar mal BOARDSTEIN gelesen haben, ich hatte immer das Gefühl, das war eher das Magazin für die intelligenteren Skater im deutschsprachigen Raum. Aber wie ernst soll ich jemanden nehmen, der mir in 57 Wörtern vorwirft, ich würde auf gefühlten 50 Din-A4 Seiten (wie viel ist das in Zeichen?) null, zero, nada zur Diskussion beitragen? Und das Ganze dann auch noch anonym, ähh, geht`s noch armseliger? Also , so können wir uns natürlich nie kennenlernen, dabei würde ich dich wirklich gerne mal ein bißchen streicheln und knuddeln, weil du das scheinbar dringend mal nötig hast, auch damit du vielleicht über den Verlust deiner seinerzeit völlig überteuerten BOARDSTEIN KLAMOTTEN und der dazugehörigen Leidenschaft hinweg kommst. Also gib` mir doch wenigstens mal deine Adresse, ich hab` hier noch `n Fix und Foxi T-Shirt, daß ich dir gern schicken würde, ein extrem guter Zwirn!

Und Soldat Ehl, Kamerad Ehl haben wir ihn ja früher immer genannt… Erinnert ihr euch an dieses Vorwort im BOARDSTEIN, das ich mal geschrieben habe, in dem wir alle anderen Skatemagazine in Deutschland komplett abgedisst haben? Nur um im Vorwort der folgenden Ausgabe klarzustellen, wir wollten damit nur mal ausloten, wie die deutsche Skateboardszene denn so reagieren würde!? Genau, damals war Straight Edge Soldat Ehl auch einer der ersten und lautesten, die sich über uns empört haben, und, Mann, was haben wir gelacht. Also paß` besser auf, daß DU nicht irgendwann am höchsten fällst, mein Lieber, ich hatte auch gedacht und gehofft, du hättest inzwischen mal neue Freunde gefunden…

Okay, kommen wir somit nun zu etwas völlig anderem, denn das alles ist ja nun auch wirklich nicht weitere Diskussion wert und Corona ist und bleibt Corona und damit ein leidiges Thema, das mir und uns allen schon genug Ärger gemacht hat. Heute soll es mir hier somit um etwas gehen, mit dem ihr jetzt mit Sicherheit nicht gerechnet habt, und zwar Fasten, jaaa! Wie was Fasten, also nichts essen, oder was!? Ja, genau, das meine ich, dieses Fasten, wo mensch nichts ißt, das mache ich nämlich schon seit über zehn Jahren einmal im Jahr, wobei ich zugeben muß, daß ich die letzten beiden Jahre jeweils am zweiten Tag abgebrochen habe, aber egal, das ist Vergangenheit und wird mir dieses Mal nicht passieren. Doch vielleicht erzähle ich erstmal kurz, wie ich überhaupt zum Fasten gekommen bin…

Das bin ich nämlich, wie sollte es auch anders sein, durch Frauchen, meine Mutter. Die hatte sich Mitte/Ende der `90er ein bißchen esoterisch weiterentwickelt und fing dann eines Tages damit an, daß sie eine Woche fasten würde, also einfach nichts essen und stattdessen nur Tee und Wasser trinken. Dazu muß man sagen, daß es natürlich verschiedene Ansätze und Möglichkeiten gibt zu fasten, aber wie meine Mutter mir erklärte, leuchtete schnell ein, daß mensch sich z.B. mit Gemüsebrühe oder Säften natürlich eher irgendwie selbst verarscht, weil das genau genommen auch als Nahrung durchgeht, den Magen anregt und mensch dabei die Verdauungsorgane eben nicht so entlastet, wie sie eigentlich entlastet werden sollen. Also im Endeffekt hat meine Mutter einfach immer Folgendes gemacht, nämlich einen Schontag, wo mensch morgens vielleicht noch ein Knäckebrot futtert und den Rest des Tages maximal noch ein bißchen Obst oder sonst irgendwas sehr leichtes.

Abends wird dann der Darm gereinigt, also abgeführt, das geht z.B. mit Glaubeersalz, das man auf anderthalb Liter warmen Wasser auflöst (vielleicht mit einem Spritzer Zitrone, dann schmeckt`s nicht ganz so ekelig). Das geht dann in ungefähr einer Stunde einmal durch den gesamten Verdauungstrakt und mensch scheißt dann Durchfall-mäßig alles, was noch irgendwie im Darm war, einfach aus. Mensch kann sich natürlich auch einen Einlauf verpassen, um den Darm durchzuspülen, ich bevorzuge aber die Glaubeersalz-Methode, weil ich es logischer finde, alles einmal von oben nach unten durchzuspülen, als andersherum. Tja, diesen Schontag mitsamt Darmreinigung habe ich nun heute hinter mir und ab morgen wird dann mindestens fünf Tage lang nichts gegessen und nur Tee und Wasser getrunken. Und glaubt mir, das ist gar nicht so schwierig, wie es sich anhört! Das Problem in den letzten beiden Jahren war vor allem, daß ich bis zum letzten Tag exzessiv durchgekifft habe, wie ich das nun mal seit gut 30 Jahren gerne mache. Das ist allerdings nicht so gut zum Fasten, denn es ist natürlich nicht so einfach, mit allem auf einmal aufzuhören, das läßt der Körper einen dann schon spüren und ich hab` mich die letzten zwei Jahre einfach die ersten beiden Tage so elend gefühlt, daß ich dachte, das tue ich mir jetzt nicht an, es zwingt mich ja auch keine(r) dazu außer ich selbst.

So hab` ich jetzt Sonntagabend zum letzten Mal gekifft und mich quasi schon zwei Tage eingeschmachtert, was jetzt tatsächlich mal wieder gar nicht so schlimm war und was wohl vor allem daran liegt, daß ich ja seit ziemlich genau einem Jahr nicht mehr so wirklich Tabak beim Kiffen konsumiere. Gut, ich bin schon das ein oder andere Mal für ein paar Tage rückfällig geworden, gerade wenn ich längere Zeit mit Olga zusammen war, aber im Gegensatz zu den letzten 30 Jahren ist mein Tabakkonsum doch wohl mindestens zu 90% eingestellt worden. Und das ist auch verdammt gut so, weil Tabak ist ja nun mal bekannterweise einfach ein scheiß Gift, mit dem mensch seinen Körper besser nicht belasten sollte. Wenn ihr mal länger nicht geraucht habt, merkt ihr auch erst wieder, wie verdammt ekelig das Zeug eigentlich schmeckt, aber ich will hier ganz sicher nicht den Moralapostel spielen, weiß ich doch selbst am besten, wie unglaublich süchtig Tabak macht und wie schwierig es in der Tat ist, davon loszukommen.

Frauchen hat früher immer darauf hingewiesen, daß es beim Fasten auch definitiv von Vorteil bzw. für Anfänger besser eigentlich unabdingbar ist, eine Woche frei von allem Alltäglichen zu haben und sich voll und ganz auf das Fasten konzentrieren zu können, oder besser gesagt einfach total zu entspannen. Das heißt so viel, als daß mensch in dieser Woche besser keine Verpflichtungen hat und somit komplett Urlaub von allem machen kann, gerade auch, weil der Körper aufgrund dieser neuen Situation zumindest in den ersten Tagen natürlich etwas geschwächt ist und mensch sich einfach ein bißchen hinlegen können sollte, wenn einem danach ist. Dementsprechend ist es mit Sicherheit auch förderlich, wenn mensch das ganze Spektakel zumindest bei den ersten Malen nicht unbedingt im alltäglichen Kreise seiner Liebsten macht, da einem das die ganze Sache natürlich einfach erschwert, sollte überall im Umfeld ganz normal weiter gegessen werden und Lebensmittel rumstehen.

Richtig schwierig zu überstehen sind somit eigentlich nur die ersten zwei Tage, da giert der Körper schon noch nach Nahrung und, ja, wie meine letzten beiden Male Fasten bewiesen haben, gewinnt er dann leider manchmal auch (wobei ich glaube, er wollte lieber rauchen als essen). Ab dem dritten Tag ist das Hungergefühl in der Regel weg und das “Durchhalten“ wird wesentlich einfacher, ich habe allerdings noch nie diese Euphorie erleben können, die Frauchen scheinbar dabei immer erfahren hat. Die hat dann nämlich meistens sogar immer noch ein paar Tage an ihre Fastenwoche drangehangen, weil es ihr so gut damit gegangen ist und sie regelrecht aufgedreht hat. Sie hat ihre letzten Jahre eigentlich auch immer zweimal im Jahr gefastet und ist dabei ganz normal zur Arbeit gegangen und alles, sie war irgendwann wirklich Vollprofi auf diesem Gebiet. Nun, davon bin ich scheinbar noch weit entfernt, aber Frauchen war auch wirklich eine ganz besondere Frau, könnt ihr mir ruhig einfach mal so glauben!

Ich weiß es nicht genau, aber es muß so 2006 oder 2007 gewesen sein, als ich das erste Mal gefastet habe, damals noch bei uns im BOARDSTEIN KELLER und sogar mit meiner damaligen Freundin Teena zusammen. Da hatte ich natürlich nicht vorher mit dem Kiffen aufgehört und dementsprechend waren die fünf Tage auch ein echter K(r)ampf und ich hab` mehr als einmal nachts von McDonalds Cheeseburgern geträumt, und zwar einem ganzen Laster davon, und das als Vegetarier! Das war sehr schade, also daß meine erste Fastenerfahrung nicht so gut gelaufen ist, denn ich hätte damals gerne auch in der BOARDSTEIN einen Artikel darüber gemacht, aber so wie ich/wir es erlebt haben, war es jetzt nicht wirklich zum Weiterempfehlen. Ich kann mich allerdings erinnern, daß wir in der, glaube ich, letzten Nacht extrem außergewöhnlich guten Sex hatten, das steht tatsächlich auch in jedem Fastenbuch, daß der Körper während des Fastens einen starken Libido entwickelt, mensch wird sprichwörtlich einfach geil, wobei ich das ja eigentlich sowieso immer bin, also so und so, nä!?

Das nächste Mal gefastet habe ich dann, nachdem sich Teena 2010 von mir getrennt hatte und mein gesamtes Leben einfach mal von einen auf den anderen Tag komplett zusammenbrach, wovon ich mich eigentlich erst zehn Jahre später so richtig wieder erholt habe. Nach der Trennung hab` ich ja auch tatsächlich mal zweieinhalb Jahre lang überhaupt nicht gekifft (dafür hab` ich dann klugerweise irgendwann mit Zigaretten rauchen angefangen, ganz schlau mit Mitte 30). So gesehen hat das dann mit dem Fasten wesentlich besser geklappt und seitdem hab` ich das eigentlich einmal im Jahr gemacht, und zwar meistens auch in dieser Jahreszeit, weil ich mal wieder mit dem Rauchen aufhören wollte und danach auch erstmal nicht wieder angefangen habe. Bis dann im Frühling die erste Baustelle kam und ich ganz schnell wieder in alte Joint-rauch-Gewohnheiten abrutschte, denn auf`m Bau muß mensch nun mal ca. einmal pro Stunde frische Luft holen und checken, wie und womit man weitermacht beim Bauen. Fragt mal, warum 90% aller Bauarbeiter rauchen! Ich hab` mich seit letztem Sommer mehr oder weniger mit diesem neuen Real Leaf Zeugs, einer Kräutermischung zum Rauchen ohne Tabak, die nicht ganz so ätzend schmeckt wie Knaster, selbst verarscht, mal gucken, wie das alles weitergeht. Eigentlich will ich wieder nur pur kiffen, hab` ich ja letztes Jahr auch ein paar Monate lang ganz gut hingekriegt, und weniger ist bei mir generell in jedem Fall gut.

Wie auch immer, es geht eben beim Fasten natürlich in erster Linie darum, den Körper einmal komplett durchzuspülen und zu entgiften, das schmeckt mensch dann auch nach ein paar Tagen an sich selbst, denn viele Giftstoffe werden tatsächlich über die Zunge ausgeschieden und mensch hat dann in der Tat einen etwas unangenehmen Mundgeruch. Gleiches gilt in der Regel für den Körperduft, der während dieser Tage nicht ganz so lecker rüberkommt, da mensch natürlich den Großteil Schlacke über die Haut ausscheidet, es heißt ja auch nicht umsonst ‚entschlacken‘. Und Fettreserven hat der menschliche Körper in der Regel genug, um eine Fastenwoche locker wegstecken zu können, im Idealfall verliert mensch auch noch zwei, drei Kilo Gewicht bei der ganzen Showse.

Irgendwann wurde mir mal von einer Freundin, die ich mit dem Fasten so ein kleines bißchen angesteckt hatte, empfohlen, zu Vollmond mit dem Fasten anzufangen, weil einem das bei abnehmenden Mond wohl einfacher fallen würde. Nun, da streiten sich anscheinend die Meinungen und Geister und wissenschaftlich erwiesen ist das schon mal gar nicht, aber der Mond ist mächtig und ich als naturverbundener Mensch würde das auf gar keinen Fall ausschließen wollen. Gerade auch weil ich weiß, daß mein schönstes Mal Fasten definitiv stattgefunden hat, nachdem ich bei Vollmond damit angefangen habe, deswegen mach` ich das dieses Mal auch wieder so. Also solltet ihr das alles hier heute Abend/Nacht schon lesen, guckt mal aus dem Fenster, schön isser, nicht!?

Ja, in der Tat, und ich bin damit dann eigentlich auch erstmal am Ende für heute. Ich hatte mir nun überlegt, die nächste Woche hier so eine Art Fastentagebuch zu führen, wäre ja mal etwas ganz Neues auf diesem eher sporadischen Blog. Andererseits wird es wahrscheinlich nicht allzu viel zu berichten geben, tagsüber bin ich mit Herrchen und den Nachbarn im Wald im Holz, um Brennholz für die nächsten Jahre klarzumachen, außerdem möchte ich meinen Papierkram aufräumen, der sich seit über einem Jahr angesammelt hat, und meinen Apokalypse-Blog will ich ja auch endlich mal fertig machen. So gesehen mal gucken, wie es mir ergehen wird, Fakt ist, kommendes Wochenende wird seit Urzeiten das erste sein, welches ich komplett nüchtern und alleine zu Hause verbringen werde, aber das kann ja vielleicht auch mal nicht schaden.

Also erwartet bitte nicht zu viel von mir, denn mensch fastet nicht, um irgendwelche Erwartungen zu erfüllen, höchstens seine eigenen, würde ich sagen. In diesem Sinne wünsch ich dann vorsichtshalber erstmal eine schöne Woche, vielleicht melde ich mich ja schon morgen wieder oder zwischendurch irgendwann mal. Bis dahin bleibt fröhlich und laßt euch nicht von Omikron erwischen (oder besser doch?)!

Nur das Beste an alle soweit und bis demnächst,
Arne

2 Gedanken zu „ICH TRETE JETZT IN HUNGERSTREIK…

    1. Geil, es hat tatsächlich weitergelesen, also was hier wohl armselig ist… Na, wo ist die eigene Nase? Mal anfassen!? Oder muß ich dir auch noch zeigen, wie das geht?

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